Durch die Bündelung des Know-hows beider Unternehmen im Rahmen des Joint-Ventures soll Steuergeräteentwicklern eine Lösung für die neue Generation von Hochleistungs-Steuergeräten geboten werden, die auf dem Autosar-Adaptive-Standard basieren. Steuergeräte für das automatisierte Fahren, multifunktionale Applikations-Server und Infotainmentsysteme sollen die neue Autosar-Adaptive-Plattform als zukunftssicheren Standard nutzen. Der Pikeos (Eigenschreibweise: PikeOS) genannte Hypervisor und das zugehörige POSIX-Betriebssystem bilden die Grundlage der gemeinsamen Autosar-Adaptive-Softwarearchitektur.

Gemeinsame Lösung für Autosar-Adaptive

Zukünftig soll die Kombination von Adaptive Microsar und Pikeos Teil von Vectors Autosar-Portfolio werden. Damit können Entwickler von Autosar-Adaptive-Systemen eine abgestimmte Lösung aus einer Hand beziehen. Die gemeinsame Entwicklung umfasst Maßnahmen für das wirkungsvolle Zusammenspiel zwischen dem Betriebssystem Pikeos und der Adaptive-Autosar-Basissoftware. Für sicherheitsrelevante Steuergeräte nach ISO 26262 zählt dazu die Isolation einzelner Applikationen, um QM- und ASIL-Software sicher zu betreiben.

Neben ISO-26262-Anforderungen bis ASIL D unterstützt die Plattform Funktionen wie schnelles Booten und gängige Security-Maßnahmen gegen unautorisierte Zugriffe. Beide Unternehmen gehen davon aus, dass in Steuergeräten künftig mehrere Betriebssysteme mit ihren spezifischen Stärken parallel zum Einsatz kommen. Daher kann die Lösung um zusätzliche Systempartitionen für Autosar-Classic, Linux oder andere Betriebssysteme erweitert werden.

Autosar-Adaptive

Im Fokus des Joint-Ventures von Vector und Sysgo ist Embedded-Software für das autonome Fahren. Vector

Das gemeinsame Joint Venture soll seinen Sitz am Hauptsitz von Sysgo in Klein-Winternheim haben. Geschäftsführer werden Knut Degen (Sysgo) und Dr. Thomas Beck (Vector)sein. Ein Release der gemeinsamen Lösung für Prototypen-Anwendungen ist bereits bis Ende 2017 geplant. Die Serienfreigabe für sicherheitsrelevante Steuergeräte streben die Unternehmen für 2019 an.

Zusammenarbeit soll Automotive-Markt erschließen

Autosar-Adaptive

Markus Jastroch, Director Marketing bei Sysgo, verspricht sich von dem Joint Venture mit Vector auch einen erleichterten Zugang zum Automotive-Markt. Sysgo

Sysgo, Anbieter von Betriebssystemen im sicherheitsrelevanten Umfeld, bringt in das 50/50-Joint-Venture seine Safety- und Security-Erfahrungen aus dem Luftfahrtbereich ein. Vector, ein auf Embedded-Systeme spezialisiertes Stuttgart Unternehmen, entwickelt bereits seit Längerem sichere Autosar-Basissoftware gemäß ISO 26262.

„Vector zählt weltweit zu den führenden Anbietern von Embedded-Software-Lösungen im Automotive Markt“, erklärt Markus Jastroch, Director Marketing bei Sysgo die Hintergründe des Joint Ventures. „Die enge Zusammenarbeit eröffnet uns nicht nur einen einfacheren Zugang zu diesem Markt, sondern ermöglicht auch eine schnellere Umsetzung von Innovationen in marktfähige Produkte. Die Zertifizierung von Systemen wird im Automotive Markt bald eine ähnliche Rolle spielen wie in der Avionik, in der unser Pikeos gut etabliert ist.“

Dr. Günther Heling, Director Embedded Software and Systems, sagte: „Sysgo PikeOS ist in vielen Märkten mit hohen Sicherheitsanforderungen sehr erfolgreich. Vector möchte dieses wertvolle Produkt zusammen mit Sysgo optimal an AUTOSAR Adaptive anpassen und so eine maximal sicherere Gesamtlösung anbieten. Das wird unseren Kunden größtmögliche Freiheit für das Sicherheitskonzept ihrer Systeme geben.“

 

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