"Aber wie sieht es mit den abertausenden Tastern, Meldegeräten und Schaltgeräten oder mit den im Feld installierten Sensoren und Aktoren aus?" fragt Heribert Einwag, Produktmanager Smartwire-DT bei Eaton.

„Aber wie sieht es mit den abertausenden Tastern, Meldegeräten und Schaltgeräten oder mit den im Feld installierten Sensoren und Aktoren aus?“ fragt Heribert Einwag, Produktmanager Smartwire-DT bei Eaton.Eaton

In der intelligenten Fabrik von morgen sagt das Produkt den Maschi­nen wo es lang geht, wie und bitte von wem es gefertigt werden möchte. Für solche Smart-Factory-Konzepte und die Industrie 4.0 sind Daten aus der Geräteebene eine wesentliche Voraussetzung. Nicht ohne Grund stehen die Vernetzung und Big Data im Mittelpunkt vieler Diskussionen.

Keine Frage: Werkstücke, Maschinen, Komponenten, Mitarbeiter, Steuerungen und ERP-Systeme müssen untereinander kommunizieren. Voraussetzung ist ebenso, alle relevanten Informationen hinsichtlich der verbauten Komponenten auszuwerten. Bei vielen Geräten mit eigener Elektronik ist das auch machbar. Aber wie sieht es mit den abertausenden Tastern, Meldegeräten und Schaltgeräten oder mit den im Feld installierten Sensoren und Aktoren aus? Diese sind heute überwiegend noch nicht vernetzt, sondern mit der Steuerung verdrahtet – von Intelligenz kann keine Rede sein. Dabei verursacht eine Fehlfunktion dieser Geräte mitunter ebenso große Probleme wie der Ausfall eines ­Antriebs.

Ziel muss es doch sein, dass auch einfache Geräte Informationen direkt bereit­stellen und nicht erst umständlich über die klassische parallele Verdrahtung an die SPS weitergeben. Dafür benötigen die Geräte allerdings eine lokale Intelligenz für die Messwerterfassung und -verarbeitung sowie Kommunikationsfähigkeit.

Die technologischen Voraussetzungen dafür sind bereits verfügbar und umgesetzt. Die Basis bildet ein ASIC, der mit 9 mal 9 mm auch in kleine Schalter, Taster oder Sensoren passt. Der Baustein beinhaltet Schnittstellen zum Anschluss digitaler und analoger Messsignale, eine Recheneinheit für die Abarbeitung eigenständiger Programmlogik und zusätzlich ein Kommunikations-Interface. Implementiert in Motorstarter liefert der ASIC ohne Mehraufwand den aktuellen Strom und den Belastungszustand des Motors. Fehler sind somit im Vorfeld erkennbar. Mehr noch: Daten zum Gerätetyp oder dem eingestellten Überlaststrom ermöglichen eine Kontrolle der Installation. Ein weiteres Beispiel: Bei den Befehls- und Meldegeräten RMQ-Titan wird die Kontaktmechanik überwacht und dadurch für die Funktion des Tasters oder Schalters gesorgt sowie Fehlfunktionen registriert.

Das sind nur zwei Beispiele, wie man mit Smartwire-DT einfache Komponenten zu Smart Devices aufrüsten kann. Eaton baut seine Kompetenz weiter aus, solche Standard-Komponenten in kommunikationsfähige Smart Devices zu verwandeln und diese zu vernetzten Lösungen zusammenzuführen. Sollte sich in Zukunft ein einheitlicher Kommunikationsstandard für die intelligente Fabrik etablieren, der etwa einen Wechsel zu Wlan bedeutet, muss lediglich die Kommunikationsschicht getauscht werden, um weiterhin Zugriff auf die Daten der intelligenten Geräte zu haben.