In Deutschland fahren 66 Prozent der arbeitenden Bevölkerung mit dem Auto zur Arbeit – und das zu Stoßzeiten. Das führt dazu, dass der durchschnittliche deutsche Autofahrer jährlich etwa 38 Stunden im Stau verbringt, was wiederum sowohl direkte als auch indirekte Kosten für Pendlerhaushalte zur Folge hat: Sowohl die Zeit, die im Stau verbraucht wird, anstatt produktiv zu arbeiten, als auch der zusätzliche Spritverbrauch wirkt sich auf die Geldbörsen aus. Die Tatsache, dass auch Geschäftsreisende und LKWs im Stau stehen, erlegt Unternehmen ebenfalls höhere Kosten auf, die diese wiederum über steigende Preise an die Verbraucher weitergeben. Soweit die indirekten Staukosten.

Hinzu kommen direkte Kosten in Höhe von 811 Millionen Euro durch höheren Kraftstoffverbrauch und 4,6 Milliarden Euro durch im Stau verschwendete Zeit.

So verbringen beispielsweise Stuttgarter Bürger jedes Jahr mehr als 59 Stunden im Stau. Fast eine Million Menschen fahren im Großraum Stuttgart mit dem Auto zur Arbeit. Höhere Lebenshaltungs- und Betriebskosten führen dazu, dass Kosten für Arbeitsstunden in Stuttgart ebenfalls höher sind. Autofahrern entstehen so etwa eine Milliarde Euro direkte und indirekte Kosten – das sind etwa 981 Euro pro Pendlerhaushalt im Jahr.

Umwelteinflüsse

Verkehrstaus haben nicht nur wirtschaftliche sondern auch ökologische Folgen. So werden in Großbritannien, Frankreich und Deutschland 1,894 Kilotonnen CO2 ausgestoßen. Das entspricht den Emissionen von 120 000 Haushalten in diesen Ländern oder der Herstellung von Gütern im Wert von 6,9 Milliarden Euro. Wollte man diese Luftverschmutzung durch das Pflanzen von Bäumen auffangen, müssten 189 Millionen Laubbäume auf einer Fläche von 767 Quadratkilometern gepflanzt werden – ein Gebiet so groß wie 90 Prozent von Berlin. „Deshalb müssen wir handeln und ‚Big Data‘, also die riesigen vorhandenen Datenmengen, intelligent nutzen, um Staus und Nadelöhre in Deutschland zu verringern”, betont Andreas Hecht, Vice President und General Manager bei Inrix.