Um Assistenzsysteme und autonome Fahrfunktionen sowie auch Elektrofahrzeuge der Produkt- und Technologiemarke „EQ“ testen zu können, hat Daimler am Standort Immendingen vier weitere Prüfmodule eingeweiht. Zusätzliche Module werden noch folgen. Daimler investiert rund 200 Millionen Euro in das Prüf- und Technologiezentrum.

Auf einer Fläche von 520 Hektar entsteht in der Gemeinde nordwestlich des Bodensees derzeit der neue Standort. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Geländes ist für Ende 2018 geplant. In Immendingen sollen in Zukunft insgesamt 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die vier strategischen Zukunftsfelder Vernetzung (Connected), autonomes Fahren (Autonomous), flexible Nutzung (Shared) und elektrische Antriebe (Electric) weiterentwickeln. Seit September arbeiten bereits rund 100 Personen am Standort Immendingen.

Das leisten die neuen Module

Das Modul Stadtquartier wird 1,5 Kilometer Stadtstraßen mit verschiedenen Kreuzungssituationen umfassen, um Fahrerassistenzsysteme, Car-to-X-Kommunikation und autonomes Fahren unter realen Bedingungen zu erproben. So kann zum Beispiel simuliert werden, wie autonom fahrende Fahrzeuge miteinander kommunizieren, um einen sicheren Verkehr in einer Großstadt zu gewährleisten.

Die Topographie im Prüf- und Technologiezentrum ermöglicht es, steile Aufstiege – beispielsweise wie die der Schwäbischen Alb – nachzubilden, so dass künftig viele Erprobungsfahrten von den öffentlichen Straßen in das Prüf- und Technologiezentrum verlagert werden können. Die drei Albdauerlaufkurse sind durch kurvenreiche ausgeprägte Steigungs- und Gefällstrecken gekennzeichnete zweispurige Landstraßen, die für Geschwindigkeiten bis 100km/h (reduziert in Kurven) ausgelegt sind.

Beim 4×4-Modul handelt es sich im Wesentlichen um ein topografisch stark gegliedertes, naturnahes Gebiet mit einem Netz unbefestigter Wege und freier Geländeflächen zur Erprobung und Entwicklung von Allrad- und Geländefahrzeugen.

Immendingen

Erprobung neuer Fahrerassistenzsysteme auf der Bertha-Fläche, einer Test-Fläche zum autonomen Fahren in Immendigen Daimler

Die Testfläche zum autonomen Fahren „Bertha“ dient mit ihren fast 100.000 Quadratmetern der Fahrerprobung sowie Entwicklung von kollisionsvermeidenden Fahrerassistenzsystemen und fahrerlosen Fahrzeugen.

Die Bauarbeiten für das Prüf- und Technologiezentrum begannen mit dem Spatenstich Anfang 2015 auf einem ehemaligen Standortübungsplatz der Bundeswehr. Das erste Modul, die sogenannte Schlechtwegverschmutzungsstrecke, wurde im September 2016 eröffnet. Hier wird die Fahrzeugtauglichkeit unter besonders schlechten Straßenbedingungen getestet. Damit sind inzwischen insgesamt fünf Prüfmodule in Betrieb, zudem werden auf einer weiteren Fläche Erprobungen zum autonomen Parken durchgeführt.