Multivendor-Tool für interne Single-Chain-Programmierung

Virtuelle Maschine

Lattice Semiconductor stellt ein neues kostenloses Tool mit der Bezeichnung ispVM EMBEDDED vor. Es ermöglicht die systeminterne Single-Chain-Programmierung über den On-Board-Mikrocontroller/Mikroprozessor.

ispVM EMBEDDED verbindet die Leistungsfähigkeit der ispVM Virtual Machine von Lattice mit der „Serial Vector Format“ (SVF) Industriestandardsprache für die Boundary-Scan-Programmierung und -Prüfung. Systeme können jetzt im Feld leicht im Rahmen des normalen Betriebs selbstrekonfiguriert oder aus der Ferne ohne Technikereingriff aktualisiert werden.
ispVM wurde ursprünglich von Lattice im September 1998 herausgebracht und ist eine virtuelle Maschine, die eigens für Programmiergeräte optimiert wurde, die zum Standard IEEE 1149.1 für Boundary-Scan-Tests kompatibel sind. Eine virtuelle Maschine ist eine Softwareimplementation (oder -emulation) eines Mikrocontrollers. Die besondere Fähigkeit der virtuellen Maschine besteht darin, dass dieses Software-Programmiermodul in jeden Mikrocontroller installiert (embedded) werden kann und somit plattformunabhängig ist. Einmal installiert, kann das System alle PLDs auf der Leiterplatte direkt vom Prozessor auf der Platine aus ohne Download-Kabel und menschlichen Eingriff programmieren und umprogrammieren.

SVF-Dateiformat und ispVM
Seit Anfang der 90er Jahre ist das „Serial Vector Format“ das De-facto-Industrieformat für Boundary-Scan-Programmierung und -Prüfung nach IEEE 1149.1. SVF-Dateien unterstützen die „Sofort“-Programmierung, denn dabei sind die Programmieralgorithmen und die Programmierdaten für jedes Bauelement in einer einzelnen, portierbaren Datei enthalten. Alle CPLD-Anbieter erzeugen heute SVF-Dateien für ihre Bauelemente.
ispVM EMBEDDED besteht aus portierbarem Code in ANSI-C, der sich leicht in den Mikrocontroller-Quellencode des Benutzers einbetten lässt, um so ein plattformspezifisches, systeminternes Multivendor-Programmiermodul zu bilden. Zusätzlich zum Quellencode enthält ispVM EMBEDDED verschiedene Software-Utilities für die Umwandlung von SVF-Dateien in Single-Chain-Dateien. Diese Dateien werden dann zu einer einzigen Byte-Code-basierten Chain-Datei kompiliert. Diese portierbare und ausführbare Datei enthält bauelementespezifische Programmieralgorithmen und Bauelementedaten, die benötigt werden, um die gesamte Bauelementekette zu programmieren. Das ispVM-Werkzeug führt diese Chain-Datei aus und generiert alle für die effiziente Programmierung der gesamten Kette erforderlichen Programmiersignale. Ein weiterer Vorteil des ispVM-Werkzeugs besteht darin, dass alle Lattice-Bauelemente in einer Single-Scan-Chain parallel programmiert werden können, was zu einer wesentlichen Verbesserung der wirtschaftlichen Größenordnung in der Fertigungsumgebung führt.
Die ispVM EMBEDDED-Lösung verbraucht nicht viele Systemressourcen. Nur 8 KByte Systemspeicher und 6 KByte RAM-Zuweisung sind für den Support einer Programmierkette beliebiger Größe erforderlich. Der C-Quellencode ist für Mikrocontroller von 8 Bit aufwärts skalierbar. Das ispVM EMBEDDED-Werkzeug ist ab sofort verfügbar und kann kostenlos von der Lattice-Website unter www.latticesemi.com heruntergeladen werden.

WBC
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Lattice Semiconductor
Die Lattice Semiconductor Corporation mit Sitz in Oregon, USA, entwirft, entwickelt und vermarktet eine umfangreiche Palette an programmierbaren ISP-Logikbausteinen und bietet Gesamtlösungen für moderne weiterentwickelte Logikdesigns. Lattice führte 1992 die In-System-Programmierbarkeit in die Logikbaustein-Industrie ein. Im Juni 1999 übernahm Lattice von AMD das Unternehmen Vantis, das den PAL-Baustein und die PLD-Switchmatrix erfunden hatte.