Das kanadisch-europäische Internet-Ausbildungsprojekt TEAM faszinierte den kanadischen Botschafter in Brüssel, James Bartleman, so sehr, dass er fünf TEAM-Mitglieder aus Kanada und Deutschland in seine Residenz einlud. Sie bestritten vor 60 Gästen, unter ihnen auch EU-Kommissarin Vivianne Reding, den Festvortrag zum fünfjährigen Jubiläum des europäisch-kanadischen Austauschprogramms für Hochschulen. Die Einrichtung von Laboratorien ist teuer. Darüber hinaus verfügen viele Hochschulen nicht über die personelle Kapazität, um mehrere High-Tech-Labore auf Dauer betreuen zu können. Genau an diesem Punkt setzt das transatlantische Hochschulprojekt TEAM an.


Sechs kanadische und europäische Hochschulen haben ihre Kompetenz in den Bereichen Mechatronik und Raumfahrt gebündelt, jede Hochschule hat auf ihrem Spezialgebiet ein Roboterlabor eingerichtet. Via Internet können Studierende aller sechs Hochschulen in den weltweiten Laboratorien Versuche durchführen. TEAM wird von der Europäischen Union und der kanadischen Regierung mit über einer Million Mark gefördert, um Tele-Lern- und -Lehreinheiten zu entwickeln. Neben der Fachhochschule Ravensburg-Weingarten, die das Projekt auf europäischer Seite koordiniert, sind beteiligt: die Universitäten im dänischen Aalborg und im italienischen Bologna sowie auf kanadischer Seite die Unis von Sherbrook, Victoria und Toronto.


Die TEAM-Delegation wählte sich über den PC des kanadischen Botschafters via Internet in verschiedene Roboterlabors ein. So wurde von Brüssel aus im kanadischen Sherbrook ein Motor bedient, der die Bewegung eines Roboterarms in der Raumstation simuliert. An der Universität in Victoria wird an einem Roboterarm geforscht, der sich, auf einem Luftkissen gebettet, ohne Einflüsse der Schwerkraft bewegen lässt. Durch die Reibung an der Oberfläche kann der Roboter die Materialien identifizieren, an denen er sich gerade entlang bewegt.