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Darren Whittingham – Fotolia.com

Dass es soweit kommen konnte und so viele Menschen immer älter werden, ist mit der Verdienst eines der Hidden-Champions der deutschen Industrie, der Medizintechnik. Im globalen Vergleich ist Deutschland drittgrößter Anbieter für medizintechnische Produkte, nach den USA und Japan.

In diesem Markte teilen sich die Götter in Weiß ihren Olymp vermehrt mit solchen, deren Hintergrund ein ingenieurtechnischer ist. Dabei basiert diese Miteinander nicht auf Konkurrenz, sondern Synergie. Eine künstliche Herzklappe kann weder ein Mediziner noch ein Techniker im Alleingang stemmen, die Disziplinen verschmelzen hier zum Wohle der Patienten. Das reine Überleben steht allerdings nicht mehr im Fokus aktueller Entwicklungen. Denn wer Lebensjahre gewinnt, der will auch an der Lebensqualität schrauben. So floriert in den reichen Ländern der Handel mit Medikamenten zur Leistungssteigerung, der plastischen Chirurgie sowie Potenzmitteln. Eine Manifestation des Paradoxons dass niemand sterben, gleichzeitig auch niemand alt werden will.

Die Pharmaindustrie profitiert kräftig von dieser neu entdeckten Lust an Leben und Gesundheit, aber unsere Kassensysteme haben damit stark zu kämpfen. Der Gang zum Arzt zwecks Routinekontrolle ist mittlerweile so selbstverständlich wie der zum Friseur. Immer mehr Menschen legen sich freiwillig für Operationen unters Messer, über deren Sinn und Unsinn manche Diskussion geführt wird. Doch ob nützlich oder nicht, bezahlt werden muss das Ganze.

Und hier kommt wieder die Medizintechnik ins Spiel, die das Alles bezahlbar machen soll. Das hat auch der Bund erkannt und rief am 20. Oktober diesen Jahres 100 hochrangige Vertreter aus Politik, Industrie, Wissenschaft und Gesundheitswesen in den Lenkungskreis des nationalen Strategieprozesses ‚Innovationen in der Medizintechnik‘. Bleibt also zu hoffen, dass die Damen und Herren zukunftsfähige Lösungsansätze entwickeln können. Denn eines ist klar: Das bestehende System ist, wie auch bald unsere Gesellschaft, überaltert und kann den anstehenden Herausforderungen so nicht stand halten.