VxWorks mit der Entwicklungs­umgebung Tornado wird zur Entwicklung und für den Betrieb von Telemetrie-Systemen eingesetzt. Die Anwendungen betreffen hauptsächlich die automati­sche Messwerterfassung und Telemetrie-Einheit im Wagen – zur Protokollie­rung, Aufzeichnung und Zweiwege-Austausch von Daten in Echtzeit. Um einen fairen Wettbewerb zwischen allen Rennsport-Teams sicherzustellen, müssen alle in der Formel 1 eingesetzten eigenentwickelten und kommerziellen Software-Technologien eine rigorose Prüfung durchlaufen und für den Einsatz gültig erklärt werden. Das schließt den Embedded Anwendungscode von Zulieferern ebenso wie das integrierte Echtzeit-Betriebssystem ein. Laut Anforderungen der FIA muss sich der Objektcode problemlos bis zum Quellcode zurückverfolgen lassen. Das Approval zeigt, dass ein serienmäßiges Betriebssystem die strengen Forderungen der FIA-Organisation durchaus erfüllen kann, und dass Wind River die Anforderungen der Formel 1-Hersteller erfüllt.


Embedded Technologie als Innovation in der Formel 1


Als weltweites Entscheidungsorgan für den Motorsport bei Formel 1-Rennen hat die FIA den Einsatz von programmierbarer Elektronik bzw. Embedded Systemen zur Unterstützung des Fahrers zugelassen. Für die aktuelle Saison 2002 erlaubt die FIA Zweiwege-Telemetrie zwischen dem Wagen und der Box, so dass die Einstellungen eines Wagens auch während des Rennens vom Team verändert und optimiert werden können. Ein Formel 1-Auto enthält Dutzende von Mikroprozessoren bzw. Embedded Com­putern. Bisher mussten die Formel 1-Teams für jeden dieser Mikroprozessoren ein eigenes Betriebssystem und Anwendungssoftware entwickeln und jedes System der FIA zur Begutachtung vorlegen. Jetzt, wo das Betriebssystem VxWorks von der FIA genehmigt wurde, können sich die Teams voll und ganz auf die Entwicklung von Anwendungen zur Leistungssteigerung des Wagens stürzen.


Magneti Marelli: Entwicklungszeit von einem Jahr eingespart


Bei der Untersuchung des Quellcodes von VxWorks durch die FIA kooperierte Magneti Marelli Motorsport, Zulieferer von Systemen für Motor- und Fahrzeugsteue­rungssystemen für die Formel 1-Teams, mit Wind River. Die Überprüfung fand in der WindRiver Niederlassung in Turin statt. Die auf VxWorks basierenden Motor­steuerungssysteme von Magneti Marelli werden derzeit von 60 Prozent der Formel 1-Rennsportteams (u.a. Renault, Toyota, Sauber, Ferrari und Minardi) genutzt. Magneti Marelli schätzt, dass sie durch den Einsatz eines betriebsfertigen Betriebs­systems wie VxWorks ungefähr ein Jahr Entwicklungszeit beim Schreiben ihres angepassten Systems einsparen konnten. Durch die dazu gehörige integrierte Ent­wicklungsumgebung Tornado profitierten die Software-Techniker während der Entwicklung von einer Vielzahl an Werkzeugen und Laufzeit-Modulen. Nach der Fertigstellung konnten FIA Inspektoren den Objektcode ohne großen Aufwand bis zum Quellcode zurückverfolgen. Diese Sichtbarkeit ist erforderlich, um die FIA Anforderungen zu erfüllen.


Viele Merkmale der Software ausschlaggebend für die Formel 1


Die Netzwerk-Technologie ist für den Motorsport immens wichtig. Durch die integ­rierte Netzwerk-Konnektivität ermöglicht VxWorks die Kontrolle und Steuerung von Systemen und verschiedenen Baugruppen eines Formel 1-Wagens: Die unter­schiedlichen Ausrüstungsteile im Wagen, die Computer in den Boxen und die welt­weit eingesetzten Computer laufen als einzelne Teile in einem TCP/IP Netzwerk zusammen. Über das offene TCP/IP Protokoll lassen sich Daten in Echtzeit über elektrische Leitungen zwischen den Baugruppen des Wagens, über eine Funkverbin­dung zwischen Wagen und Techniker in der Box oder sogar über Satellit zwischen Wagen und Konstruktionsgruppe am Stammsitz des Teams austauschen. Indem das System mit vielen Betriebsteilen im Wagen kommuniziert, erhält es Infor­mation, die es über Funk zurück an die Crew in den Boxen schickt. Das Betriebssys­tem VxWorks überwacht diese Werte, beispielsweise: Motortemperatur, Differential­getriebe, Position der Kupplung, Öldruck, Beschleunigung, Wasser- und Bremsen­temperatur.