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Die Erholung des deutschen Bauelemente-Distributionsmarktes (gemäß FBDi e.V.) setzt sich im zweiten Quartal weiter fort und der Auftragseingang bleibt auf extrem hohem Niveau.

Den ersten drei Monaten 2010 mit einem Umsatz von 625 Millionen Euro folgte das zweite mit 660 Millionen Euro, was ein Wachstum gegenüber von Vorjahresquartal von 55 % darstellt. Der Auftragseingang explodierte um 88% auf 759 Millionen Euro, ein neuerlicher Rekord seit der Gründung des FBDi im Jahr 2003.

Die Umsatzverteilung änderte sich leicht: Halbleiter stellen mit knapp 73% den Löwenanteil des Marktes. Passive Komponenten kamen auf einen Anteil von 13,4%, die Elektromechanik auf 9,5%, Stromversorgungen auf 2,0% und Displays auf 1,8%. Das stärkste Wachstum verzeichneten Halbleiter (61% plus), gefolgt von den Elektromechanischen Bauteilen (49%) und den Passiven Komponenten (34%). Die Displays wuchsen um 37%, Stromversorgungen (inklusive Batterien und Akkus)um 34%.

Die Erwartungen für das Gesamtjahr 2010 sind dementsprechend hoch. Die ersten sechs Monate des Jahres haben bereits 69% des Vorjahres erreicht, was ein Wachstum von 25 oder gar 30% für 2010 nicht mehr unrealistisch erscheinen lässt. Dieser Aufschwung zeigt aber auch die üblichen Nebenwirkungen wie Knappheit und Preiserhöhungen – allerdings beide nicht von der Distribution getrieben, sondern von den Herstellern, die die zusätzlich benötigten Kapazitäten nur sehr zögernd bereitstellen. Die Book-to-Bill-Rate hat sich mit 1,15 um zwei Basispunkte im Vergleich zum Vorquartal verschlechtert, was an der deutlich höheren Umsatzbasis liegt.

FBDi-Vorsitzender Georg Steinberger (Avnet): „Das Rekordumsatzniveau von 2007 wird der FBDI auf jeden Fall übertreffen, bei einer kumulierten Wachstumsrate von jetzt schon über 40% fürs erste Halbjahr. Jetzt gilt es die schlimmsten Folgen der High-Tech-Achterbahnfahrt in den Griff zu bekommen – die Lieferproblematik. Es gibt nach wie vor ein großes Delta zwischen Nachfrage- und Produktionszuwachs vor allem bei den Halbleitern, hinzu kommt die Knappheit bei einigen für die Bauelementeproduktion wichtigen Edelmetallen.“

Über die mögliche Zukunft des Komponentenmarktes meint Steinberger weiter: „Die rasanten Zuwächse sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass niemand so genau weiß, was den Aufschwung treibt und wann er wieder zu Ende ist. Es sieht derzeit danach aus, dass wir noch mindestens zwei sehr positive Quartale vor uns haben. 2010 ist gelaufen, 2011 wird sehr interessant. Ein weiteres zweistelliges Wachstum gegenüber einem rekordverdächtigen 2010 scheint kaum vorstellbar. Aber was ist in unserem Markt schon unmöglich?“