Bild 1: Übersicht über die COM Express-Module von Congatec.

Bild 1: Übersicht über die COM Express-Module von Congatec.alle Bilder: Congatec

Auf den Content kommt es an

Die wachsende Zahl der Content Provider wird die Hürden für den Einstieg in die Digital-Signage-Industrie künftig immer kleiner machen. Nimmt man die rapide fallenden Preise für die Displaytechnik hinzu, bleibt als letzte Herausforderung die Entwicklung eines leistungsstarken und zuverlässigen Media Players. Als Reaktion auf diese Chance treibt Congatec die Innovation voran, indem kontinuierlich in die Entwicklung der passenden Lösungen für genau dieses Anwendungsfeld investiert wird. 

Digitale Displays, die in öffentlichen Bereichen zur Übermittlung von Werbebotschaften eingesetzt werden, sind heute allgemein verbreitet. Sie laufen den Printmedien zusehends den Rang ab, zumal sie als Displaytechnologie ein höheres Maß an Flexibilität und Auflösung bieten – und das auf einem kommerziell realistischen Preisniveau. Dementsprechend hoch sind die Wachstumserwartungen: die Branche geht von einer Expansion bis in den Bereich von mehreren Milliarden US-Dollar aus. Zweifellos haben Werbedisplays die größte Öffentlichkeitswirkung, doch eignet sich die Digital-Signage-Technik darüber hinaus auch für eine Vielzahl weiterer spezieller Gebiete. Die Spanne reicht von Selbstbedienungs-Kassen im Einzelhandel über bildgebende medizinische Systeme, Notfall-Hinweistafeln bis hin zu touristischen Informationen und vielem mehr. Die Anwendungsmöglichkeiten für Digital-Signage-Systeme sind in der Tat so vielfältig wie die Situationen, in denen es Informationen zu übermitteln gilt.
Tatsache ist überdies, dass führende OEMs auf dem Displaysektor heute zu den größten Akteuren im Bereich Digital Signage gehören. Man denke nur an Namen wie NEC Display Solutions, LG Semiconductor, Sony, Samsung und andere Marken, die man bei Fernsehgeräten und LCD-Displays häufig antrifft.
Darüber darf allerdings nicht vergessen werden, was hinter dem Display steckt – und zwar sowohl physisch als auch im übertragenen Sinn. Man findet hier eine immer komplexer werdende Wertschöpfungskette aus Lösungsanbietern, die alle jeweils ein entscheidendes Element zum Gesamterlebnis beisteuern. Der zunehmende Einsatz hochauflösender Displays und Inhalte, der Wunsch der Konsumenten nach Vernetzung und aktuellsten Informationen sowie die Notwendigkeit für den OEM, ein Erlebnis zu bieten, das sich grundlegend von anderen Medien unterscheidet, treibt die Innovation auf der Software- und der Hardware-Ebene voran.
Software as a Service (SaaS) ist ein Sektor, der nahezu zeitgleich mit der Digital-Signage-Technik entstanden ist, und obwohl beide Bereiche durch eigene, spezifische Anforderungen und Anwendungen gekennzeichnet sind, ergibt sich doch eine enge Verflechtung zwischen ihnen. Mögen verbesserte Displays auch die Außenwirkung der Digital-Signage-Technik prägen, ist die zur Bereitstellung der Inhalte dienende Software das vielleicht noch wichtigere Element in der Wertschöpfungskette. Je nach der Systemarchitektur können die Inhalte entweder vor Ort bereitgestellt oder von einem Media Server gestreamt werden. Ebenso ist es den Endanwendern überlassen, ob sie ihre eigenen Inhalte erstellen, die Dienste eines speziellen Providers in Anspruch nehmen oder für das Generieren, Pflegen und Einrichten von Content auf ein SaaS-Konzept setzen wollen. Letzteres wird häufig mithilfe eines schlichten Internet-Browsers und einer Breitbandverbindung erreicht, über die der umgehende und sichere Zugriff auf die Server, in denen die Inhalte des Endanwenders abgelegt sind und rund um die Uhr von jedem angeschlossenen Terminal aus abgerufen werden können, möglich ist. Dies hat dazu geführt, dass sich eine wachsende Zahl von SaaS-Anbietern auf Digital Signage spezialisiert hat und die Brücke zwischen Inhalt und Bereitstellung schlägt. In aller Regel verfügen diese Provider über eine große Zahl von Servern, mit denen sich digitale Inhalte speichern, bereitstellen und sogar in Echtzeit streamen lassen. Hinzu kommt ein ganzes Paket an Software-Applikationen, die das Fundament für die Digital-Signage-Plattform bilden. Angesichts der zunehmenden Verlagerung in die Cloud durch SaaS-Provider und andere Akteure mit der Zielsetzung, die Vorteile global verfügbarer Speicher-Ressourcen und dezentraler Computing-Lösungen nutzen zu können, vollzieht sich in diesem Szenario eine zügige Veränderung und Weiterentwicklung.

Inhalt und Display

Ein weiteres wichtiges Element in der Digital-Signage-Wertschöpfungskette ist jene Stufe, die den Inhalt – gleich ob er vor Ort vorgehalten oder über ein IP-Netzwerk bereitgestellt wird – in etwas verwandelt, was sich auf einem Display darstellen lässt. Ein wichtiges Merkmal der Digital-Signage-Industrie ist, dass sie sich gängiger Displaytechnik bedient. Dementsprechend sind die verwendeten Displays dafür ausgelegt, A/V-Informationen über Industriestandard-Schnittstellen wie HDMI, DisplayPort, VGA, SCART oder sogar als Composite-Video-Signal entgegenzunehmen.
Dies birgt die Gefahr, dass zwischen Inhalt und Display eine Unstetigkeit entsteht, die sich auf die Qualität des gesamten Systems auswirkt. Gleich welche Methode zum Speichern und Abrufen der Multimedia-Inhalte verwendet wird – in jedem Fall wird eine hinreichend ausgestattete Plattform zum Umwandeln dieser Daten in eine hochauflösende Wide-Screen-Darstellung in einem effizienten Industriestandard-A/V-Format benötigt. Als abschließendes, entscheidendes Element kommt die elektronische Schnittstelle zwischen Daten und Display ins Spiel.
In aller Regel wird dies mithilfe einer speziellen Plattform realisiert, die hard- und softwareseitig die Voraussetzungen dafür mitbringt, A/V-Streams über lange Zeit hinweg fortlaufend und in Echtzeit zu decodieren. Wenn die Digital-Signage-Technik konventionelle Printmedien ersetzen soll, muss sie in ihrer Leistungsfähigkeit mindestens ebenbürtig sein, und dies bedeutet im Kern, dass ein Ausfall keinesfalls vorkommen darf. Die Entwicklung einer Plattform, die rauen Umgebungsbedingungen widersteht, ununterbrochen verfügbar ist, den hohen Anforderungen einer Digital-Signage-Anwendung an die Verarbeitungsleistung gerecht werden kann und all dies in einem kompakten, ohne Lüfter auskommenden und den Restriktionen der Aufstellung in einem öffentlichen Bereich entsprechenden Format bietet, birgt hinsichtlich des Designs beträchtliche Herausforderungen.
Viele konventionelle PCs erfüllen zwar durchaus die technischen Voraussetzungen für das Streamen von A/V-Inhalten, sind aber nicht für die Umgebungsbedingungen oder die erweiterten Betriebsbedingungen dieser Applikation gerüstet. Bei einigen SaaS-Providern reift deshalb bereits die Erkenntnis, dass modulare Computing-Lösungen das richtige Konzept für diese Anwendung sind.

Vorteile modularer Computing-Lösungen

Voraussetzung für die Entwicklung eines Media Players für Digital-Signage-Anwendungen ist nicht nur eine stabile und robuste Hardwareplattform, sondern auch eine vollintegrierte Softwarelösung. Ein Maximum an Verarbeitungsleistung ist somit unverzichtbar. Die fortschreitende Entwicklung der Branche wird überdies dazu führen, dass sich die Anforderungen an die Plattform verändern und immer anspruchsvoller werden. Unter anderem wird die Flexibilität einfacher, kosteneffektiver und im Feld durchführbarer Upgrades gefragt sein.
Modulare Computing-Lösungen wurden genau für dieses Anforderungsprofil entwickelt. Industriecomputer werden heute durchweg auf der Basis standardisierter, modularer Plattformen hergestellt, und das COM Express-Format gehört zu den flexibelsten Vertretern dieser Gattung.
Congatec hat sein Angebot an COM Express-Modulen jüngst durch das conga-BM67 erweitert (Bild 2).

Bild 2: Das jüngste COM Express-Modul BM67 von Congatec basiert auf dem Quad-Core-Prozessor Core i7-2710QE.

Bild 2: Das jüngste COM Express-Modul BM67 von Congatec basiert auf dem Quad-Core-Prozessor Core i7-2710QE.

Dieses basiert auf dem speziell für Embedded-Systeme konzipierten neuesten Quad-Core-Prozessor von Intel, dem Core i7-2710QE. Unterstützt wird dieser Intel-Core-Prozessor der zweiten Generation durch den Intel QM67 Express-Chipsatz.
Angesichts der zunehmenden Ausweitung der Anwendungen für Digital-Signage-Lösungen ist davon auszugehen, dass immer mehr Applikationen mehrere Displays erfordern werden, auf denen unterschiedliche Inhalte erscheinen. Zum Beispiel können auf einem Bildschirm aktuelle Wetter- oder Verkehrsinformationen dargestellt werden, während man auf dem anderen ausgefeilte Werbebotschaften präsentiert. Deshalb wird ein Media Player mit Unterstützung für mehrere Displays rentabler sein. Das Flexible Display Interface (FDI) von Intel, mit dem auch das conga-BM67 ausgestattet ist, unterstützt zwei unabhängige Videokanäle per VGA, LVDS, HDMI, DisplayPort oder SDVO. Verbessert wurde auch die Grafikfähigkeit – unter anderem mit Support für 3D-Grafik unter Verwendung der Intel Clear Video Technology und der DXVA-Technik (DirectX Video Acceleration), wodurch sich das conga-BM67 besonders für Digital-Signage-Anwendungen anbietet.

Der Digital-Signage-Controller

Als führender Entwickler von Computer-on-Module-Lösungen blickt Congatec auf eine lange Geschichte sowie umfangreiche Investitionen in das COM Express-Format und viele andere zurück. Seit der Ausarbeitung des Konzepts im Jahr 2004 hat Congatec eine entscheidende Rolle bei seiner Entwicklung gespielt. Das COM Express-Format umfasst drei verschiedene Platinengrößen und fünf verschiedene Anschlussbelegungen, sodass Entwicklern und OEMs in Sachen Leistungsaufnahme, Performance und Größe eine möglichst umfassende Auswahl für ein ständig umfangreicher werdendes Anwendungsspektrum geboten wird. Digital Signage ist eine ideale Applikation für das Systemdesign nach dem Computer-on-Module-Konzept, das hier einerseits hoch gesteckte technische Anforderungen erfüllt und andererseits den ebenso strengen kommerziellen Vorgaben von Digital-Signage-Applikationen gerecht wird.
Als Weiterführung dieses Konzepts entwickelte Congatec darüber hinaus den Digital-Signage-Controller DSC1 (Bild 3).

Bild 3: Der Digital-Signage-Controller DSC1 im VESA-konformen Gehäuse.

Bild 3: Der Digital-Signage-Controller DSC1 im VESA-konformen Gehäuse.

In einem VESA-konformen Gehäuse bietet dieser die Performance, die in einer Digital-Signage-Applikation benötigt wird. Die gesamte Media-Player-Plattform passt somit hinter das Display und wird zu einem Bestandteil der Display-Baugruppe. Möglich ist dies durch das Know-how von Congatec im Bereich der Computer-on-Module-Technik und der Fähigkeit des Unternehmens zur Produktion hochzuverlässiger, lüfterloser Einplatinen-Computer in einem Format, das perfekt auf die technischen und kommerziellen Rahmenbedingungen der Endanwendung zugeschnitten ist.

Chancen für alle

Die Digital-Signage-Industrie wird den Endanwendern im Zuge ihres weiteren Wachstums immer mehr Chancen bieten. Ähnlich wie in vielen anderen Branchen, die zur Reife gelangen, wird dies eine zunehmende Zahl von Akteuren anziehen. Viele der hier beschriebenen Schlüsselelemente der Wertschöpfungskette folgen ihren eigenen individuellen, aber miteinander verwobenen Entwicklungskursen. Während die Chancen für einige SaaS-Unternehmen in der Bereitstellung und im Management von Inhalten liegen, finden die Displayhersteller ihre Möglichkeiten eindeutig in der Lieferung qualitativ hochwertiger Displays für einen umfangreicheren Interessentenkreis.

Zuschauerinteresse erfassen

Beide Aspekte bergen Chancen für etablierte Provider und Spezialisten der jeweiligen Gebiete, doch die Möglichkeiten für Systemintegratoren sind vielleicht noch umfangreicher. Die Fähigkeiten des Computer-on-Module-Designs, die Flexibilität und Skalierbarkeit von COM Express und die anhaltenden Investitionen durch Firmen wie Intel und Congatec sorgen dafür, dass für einen weit größeren Kreis die Chance besteht, vom Wachstum auf dem Digital-Signage-Sektor zu profitieren.
Zu den signifikantesten Trends gehört die Möglichkeit, das Zuschauerinteresse mithilfe anonymer Video-Analytik zu erfassen. Bei traditionellen Digital-Signage-Systemen erhielt der Provider praktisch keine Rückmeldung über den Erfolg einer Werbemaßnahme (auf wie viel Akzeptanz oder Aufmerksamkeit sie stieß, blieb also im Dunklen). Gelegentlich dauerte es Monate, bis ein Betreiber Informationen über Erfolg oder Misserfolg einer Kampagne bekam. Die Anbringung einer herkömmlichen Kamera in der Umgebung eines Displays macht es in Verbindung mit einer geeigneten Analysesoftware möglich, festzustellen, ob die Menschen sich umdrehen, um den Inhalt zu sehen. Es lässt sich sogar ermitteln, ob es sich beispielsweise um einen alten Mann, eine junge Frau oder ein Kind handelt. Der zusätzliche Hardwareaufwand für diese Funktion ist gering – nur die CPU muss ausreichend leistungsfähig sein, um den ankommenden Video-Stream zu extrahieren und zu transcodieren. Die zweite Generation der Intel-Core-Technologie im BM67 von Congatec verfügt über eingebaute Videocodierungs-Funktionen, die eine Echtzeitverarbeitung solcher Informationen ermöglichen.
Mit Technologie dieser Art gerüstet, können Marketing-Manager schon binnen Tagen nach dem Start einer Kampagne mit Daten über die Akzeptanz ihrer Werbemaßnahme versorgt werden. Sie haben sogar die Möglichkeit, den Inhalt so abzustimmen, dass zur optimalen Zeit eine maximale Akzeptanz erreicht wird. Im Internet ist diese Art von Feedback bereits bestens bekannt. Die Messung erfolgt hier in Form von Link-Hits. Die Anbieter von Digital-Signage-Diensten werden ihre Kosten künftig mit ähnlichen Nutzungsstatistiken rechtfertigen können.