Detaillierte Landkarten für den Planeten Mars fehlen derzeit noch. Eine Echtzeit-Navigations-App will das ändern.

Detaillierte Landkarten für den Planeten Mars fehlen derzeit noch. Eine Echtzeit-Navigations-App will das ändern. Nasa

Die Echtzeit-Navigationsapp Waze, die über Crowdsourcing finanziert wurde, arbeitet mit weitweit 400.000 freiwilligen Kartografen zusammen. Über die nächste Dekade hinweg sollen nun die App-Entwickler für die Weltraumorganisation EICG auffällige Landschaftsmerkmale wie Vulkane, Krater oder potenzielle Landeplätze in einer Landkarte für Mars-Rover ausweisen. Ziel ist, die Experdition eines unbemannten Mars-Rovers vorzubereiten.

Die Daten, anhand derer der Rover nach den Spuren außerirdischen Lebens suchen soll, sollen über detaillierte Satellitenbilder erfasst werden. Wie das Unternehmen am 1. April bekanntgab, wurden zwei potenzielle Landeplätze für den Rover Exomars bereits kürzlich entdeckt. Eine Landung des Fahrzeugs bis zum Jahr 2021 wird demnach möglich.

Für die Marsmission hat der App-Entwickler bereits eine webbasierte Platform für Kartografen bereitgestellt. Zur Kartografierung des Mars soll Software herangezogen werden, die bereits für Erdzwecke zum Einsatz kommt. Landeplätze werden dabei ähnlich wie Sehenswürdigkeiten markiert, Staubstürme oder Vulkanaktivitäten analog zu Staugeschehen gehandhabt. Liegengebliebene Rover gelten als schwierige Straßenbedingungen. Zur Diskussion steht auch, in einem späteren Entwicklungsstadium einen der Kartografen zur Überprüfung der Ergebnisse persönlich auf den Mars zu entsenden.

Doch während das noch Zukunftsmusik ist, stellt sich die Frage, wer den potenziellen Megamarkt der Marsnavigation für sich besetzen wird. Nicht auszuschließen, dass Waze bald massive Konkurrenz von Here bekommt, denn Audi, BMW und Daimler wollen natürlich ihre mehr als 1 Milliarde Euro große Gemeinschaftsinvestition in Here gut angelegt sehen und daher sicher stellen, dass keine Möglichkeit für ein hochprofitables Geschäft ungenutzt bleibt.