PASvisu basiert auf HTML 5 und CSS.

PASvisu basiert auf HTML 5 und CSS.alle Bilder Pilz

Herr Baumeister, zur SPS IPC Drives stellt Pilz eine eigene Visualisierung vor. Für mich ein überraschender Schritt.

Für uns ist das eher ein konsequenter Schritt: Pilz hat sich in den letzten Jahren zum Komplettanbieter für Sicherheits- als auch Automatisierungsfunktionen entwickelt. Komplett heißt, von der Sensorik über die Steuerungstechnik bis hin zur Aktorik, ergänzt um entsprechende Softwaretools, Diagnose-Software – und jetzt eben auch mit einer webbasierten Visualisierungs-Software. Im ersten Schritt adressieren wir mit PASvisu Maschinenbauer, die bereits mit unseren Steuerungen automatisieren.

Viele Anbieter brandlabeln entweder die HMI-Software oder nutzen die Visualisierung von Engineeringtools wie Codesys.

Entscheidend für die Leistungsfähigkeit einer Visualisierungslösung ist deren Integration in das Steuerungskonzept der Anlage. Diese Philosophie hat uns seit Beginn der Entwicklung im Jahr 2012 geleitet: Anwender von Pilz Steuerungslösungen können für ihre Visualisierungsaufgaben nun auf den kompletten Datenbestand der Maschinensteuerung – den Safety- und auch Automatisierungsteil – zugreifen und so Anlagen komplett bedienen, diagnostizieren und beobachten. Der Vorteil: ein schnelleres Engineering und damit kürzere Projektlaufzeiten.

Christoph Baumeister, Produktmanager bei der Pilz GmbH in Ostfildern: "Eine eigene Visualisierung fehlte uns noch."

Christoph Baumeister, Produktmanager bei der Pilz GmbH in Ostfildern: „Eine eigene Visualisierung fehlte uns noch.“

Mit welchem Funktionsumfang gehen Sie an den Start?

Die Visualisierung ist webbasiert und nutzt aktuelle Internet-Technologien wie HTML5, CSS3 – Cascading Style Sheets – und JavaScript. Zum Start stellen wir mehrere Styles zur Verfügung, die projektweit für ein konsistentes Look and Feel sorgen. Auch nachträgliche Anpassungen lassen sich damit mit wenig Aufwand umsetzen. Herzstück ist der PASvisu Builder, ein HTML5-basiertes Werkzeug für die Projekt-Erstellung. Er stellt vordefinierte Kacheln (GUI-Elemente) bereit, die alle relevanten Eigenschaften, wie Präfix, Suffix und den Fehlerstatus mitbringen. Das manuelle Anlegen und Gruppieren von grafischen Elementen entfällt. Die Kacheln lassen sich per Drag and Drop auf der Projektierungsseite platzieren und mit den entsprechenden Daten verknüpfen. Ebenfalls integriert ist bereits die Diagnose-Funktionalität.

Ist ein Ausbau in Richtung Scada-Funktionen und Auswertung angedacht?

Unser Ansatz ist ein anderer. Statt mächtiger und dadurch häufig komplexer Funktionen wir eine leistungsfähige aber dennoch einfach handhabbare Visualisierungs-Software. Für die Zukunft ist eine Schnittstelle angedacht, über die sich frei programmierte HTML5-Projekte einbinden lassen.

Wie vermarktet Pilz das HMI-Tool, eigenständig oder als Bestandteil der Entwicklerlizenz?

Im ersten Schritt kommt PASvisu in Verbindung mit unserem Automatisierungssystem PSS 4000 zum Einsatz, die Ankopplung weiterer Steuerungssysteme folgt. Außerdem steht die Implementierung weiterer Kommunikationsprotokolle wie Modbus TCP auf der Roadmap.

SPS IPC Drives 2014
Halle 9, Stand 370