Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie sieht sich zu Beginn des laufenden Jahres abermals mit einem starken Nachfragerückgang konfrontiert. Die Inlandsaufträge gingen um 71 % im Vergleich zum Vorjahr zurück. Die Auslandsorders lagen 70 % unter Vorjahr. Geschuldet ist dies zum einen dem statistischen Basiseffekt. Im Vorjahresquartal verzeichnete die Branche das zweithöchste Bestellniveau ihrer Geschichte. „Zum anderen haben unsere Industriekunden weltweit und aus nahezu allen Bereichen ihre Investitionstätigkeit drastisch zurückgefahren“, kommentiert Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), die Zahlen.
Der deutsche Werkzeugmaschinenbau befindet sich bereits seit Mitte des vergangenen Jahres im Rückwärtsgang. Damit ist das erwartete Produktionsminus von 15 % für das laufende Jahr praktisch nicht mehr erreichbar. Die Prognose stand unter der Prämisse, dass ein nennenswerter Auftragsbestand gewahrt bliebe, um das erste Halbjahr überbrücken zu können. Und sie ging davon aus, dass sich die Schockstarre der Investoren bis zur Jahresmitte lösen, der Boden erreicht und eine Trendwende erkennbar ist. „Dies alles sehen wir zurzeit nicht mehr“, sagt Schäfer. Eine revidierte Prognose wird der Verband zur Jahresmitte veröffentlichen.

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