Der mobile Werkzeugroboter Picum One erkennt die Position auf dem Bauteil, kann sich auf dem Bauteil festhalten und es dann bearbeiten.

Der mobile Werkzeugroboter Picum One erkennt die Position auf dem Bauteil, kann sich auf dem Bauteil festhalten und es dann bearbeiten. Picum MT

Beide Werkzeugmaschinen wurden am Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) am Produktionstechnischen Zentrum Hannover entwickelt. Prof. Berend Denkena, Leiter des IFW, erläuterte diese beiden Entwicklungen: „Werkzeugmaschinen der Zukunft müssen in der Lage sein, kleine Losgrößen oder die Stückzahl eins qualitativ hochwertig und zu vertretbaren Stückkosten herzustellen. Die neuen Werkzeugmaschinen, die wir auf der EMO vorstellen, greifen diese Anforderungen auf und stellen unterschiedliche Ansätze zur Lösung bereit.“

Der mobile Werkzeugroboter stellt einen völlig neuen Ansatz in der Metallbearbeitung dar. Er soll als autonomer Werkzeugroboter die Bearbeitung großer Werkzeuge und Bauteile, wie sie für Flugzeuge, Schiffe und Autos benötigt werden, vereinfachen, indem er zu diesen großen Teilen gebracht wird und sie direkt vor Ort präzise bearbeitet.

Picum One kann die entsprechenden Bauteile fräsen, bohren oder auch schleifen.

Picum One kann die entsprechenden Bauteile fräsen, bohren oder auch schleifen. Picum MT

Entwickelt wurde sie von vier Wissenschaftlern des IFW. Diese haben inzwischen ein Unternehmen gegründet, die Picum MT GmbH, um ihren Prototypen zur Marktreife zu bringen. Auf der EMO (Halle 25, Stand B76, VDW-Stand) präsentiert sich das Startup jetzt mit seiner ersten Entwicklungsstufe Picum One: Der Prototyp dieses mobilen Werkzeugroboters erkennt die Position auf dem Bauteil, kann sich auf Bauteilen jeglicher Form festhalten und sie bearbeiten (bohren, fräsen, schleifen); Einsatzbereiche sind Metallzerspanung und Qualitätssicherung. Die Hardware ist auf die entwickelte Single-Software-Solution abgestimmt, die die Bediener von der Planung bis zur Qualitätssicherung unterstützt. „Wir wünschen uns auf der EMO Kontakte zu weiteren Anwendern“, erklärte Dr.-Ing. Thomas Krawczyk von Picum MT. „Außerdem freuen wir uns über Investoren, um Picum One schnell auf den Markt zu bringen.“

Auch die ‚fühlende‘ Maschine ist noch nicht auf dem Markt, aber zusammen mit Industriepartnern bereits auf dem Weg dorthin. „Eine Maschine sollte Fertigungsfehler erkennen – und sie am besten gar nicht erst zulassen.“ Nach diesem Motto, sagt Haythem Boujnah, Mitentwickler und Ingenieurwissenschaftler am IFW, funktioniere die Maschine, die eine entsprechende Steuerungsfunktion mit Hilfe der integrierten Sensorik selbst parametriert, indem sie die Steifigkeit der Strukturelemente und eingesetzten Werkzeuge autonom identifiziert. So kann sie die aktuelle Fertigungsqualität hauptzeitparallel bewerten, auf Prozessabweichungen autonom reagieren und den Bearbeitungsprozess nachregeln. Die fühlende Maschine produziert auf diese Weise keinen Ausschuss und ist zukünftig notwendiger Bestandteil einer smarten Fabrik. Die erste Maschine mit diesen Eigenschaften ist am IFW im Rahmen des Sonderforschungsbereiches ‚Gentelligente Bauteile‘ entstanden, der in den vergangenen zwölf Jahren die Grundlagen einer digitalen, vernetzten Produktion geschaffen hat. Auf der EMO präsentieren die Wissenschaftler ihr Nachfolgemodell auf dem Stand des VDW (Halle 25, Stand B60)