Der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenhersteller ist 2015 um 1 % auf 14,9 Milliarden Euro gestiegen.

Der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenhersteller ist 2015 um 1 % auf 14,9 Milliarden Euro gestiegen. Alterfalter/Fotolia.com

Grundlage für die Einschätzung des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) sind die Investitionen der wichtigen Abnehmerbranchen, der Weltwerkzeugmaschinenverbrauch und schließlich der Auftragseingang. Für die Investitionen erwartete das Beratungsunternehmen Oxford Economics im Herbst des vergangenen Jahres einen weltweiten Anstieg von 4 %. Zugpferde sind traditionell die Automobilindustrie gefolgt von der Elektro-/Elektronikindustrie, der Herstellung von Metallerzeugnissen und vom Maschinenbau. Der Werkzeugmaschinenverbrauch soll um 4,2 % anziehen. An der Spitze steht Europa (plus 4,6 %) dicht gefolgt von Asien (plus 4,5 %) und Amerika (plus 2,5 %). Der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenhersteller, Indikator für die mittelfristige Geschäftstätigkeit, stieg 2015 moderat um 1 % auf 14,9 Milliarden Euro.

Marktpotenziale für Werkzeugmaschinenhersteller

Marktpotenziale sieht der VDW im Iran. So geht der Verband davon aus, dass der Werkzeugmaschinenverbrauch des Landes von zuletzt 82 Millionen Euro schnell ansteigen wird. Auch Mexiko gilt als spannender Wachstumsmarkt, maßgeblich getrieben durch die Automobil- und Luftfahrtindustrie. Mexikos Werkzeugmaschinenverbrauch stieg zwischen 2010 und 2014 um satte 85 %. Mit einem Anteil von 14 % ist Deutschland hier drittgrößter Lieferant. Vielversprechend sei daneben die Asean-Region mit einem Marktvolumen von 3,9 Milliarden Euro. Japan liefert zwar rund die Hälfte der importierten Werkzeugmaschinen, Deutschland lediglich 4 %. Dennoch sind die deutschen Exporte in die Region in den vergangenen Jahren gestiegen und beliefen sich zuletzt auf über 150 Millionen Euro.

Rekordergebnis 2015

Im abgelaufenen Jahr 2015 produzierte die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie Maschinen im Wert von 15,1 Milliarden Euro, was einer Steigerungsrate von 4 % entspricht und „nach zuletzt 2013 abermals ein Rekordergebnis ist“, so Prokop. Mit einer Exportquote von rund 70 % und einem Exportzuwachs von 4 % auf rund 9,4 Milliarden Euro trug das Ausland etwas stärker zum Gesamtergebnis bei als der Inlandsverbrauch. Besonders gut lief entgegen aller Erwartungen Europa mit plus 8 %. Asien hingegen, vor wenigen Jahren fast gleichauf mit Europa, enttäuschte mit einem Rückgang der Exporte um 5 %.