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Auf der Titelseite der IEE ging es im November 1991 um Industrie-PCs für volle Rechenpower direkt an der Maschine.
Der IEE-Rückblick dreht sich um einen weniger sichtbaren Leistungsträger: die Stromversorgung.
Mit den Jahren haben sich die Netzteile stark verändert. Sie sind kleiner und leistungsfähiger geworden.

Mit den 24-V-Netzgerät AP240 von Puls wirft die IEE diesmal einen Blick zurück auf die Stromversorgung vor 20 Jahren. Für 10 A Dauerlast und die Montage für die Schaltschrank-Norm-Tragschiene entwickelt wog es 1350 g und maß 225 mal 110 mal 130 mm. Möglich wurde diese kompakte Bauweise durch die Ausführung als primär getaktetes Schaltnetzteil.

„Die 10-A-Ein-Phasen Stromversorgungen stellen die wichtigste Klasse im DIN-Schienenbereich dar. Als High-Runner unter den Netzgeräten dominieren sie Nachfrage und Aufmerksamkeit der Kunden“, erläutert Alexander Erdl, Unternehmenskommunikation bei Puls, die Bedeutung der Netzteile. Aber nicht nur für die Industrie, auch für das Unternehmen Puls hatten und haben die Netzteile eine besondere Bedeutung.

Die Idee

„Für Puls war die Entwicklung dieses Netzteiltyps vor 20 Jahren ein reines Pilotprojekt, das zu der Produktion des AP240 als erstem DIN-Schienengerät auf dem Markt führte,“ wirft Erdl einen Blick in die Firmenhistorie. Denn die Geschichte dieses Netzteiltyps spiegelt auch die Geschichte der Firma wider.

Zu Beginn stand das Anliegen eines Puls-Mitarbeiters, die schweren Netz-Trafos in den Schaltschränken durch moderne und leichte Schaltnetzteile zu ersetzen. Die bisherigen kundenspezifischen Lösungen waren für die DIN-Schiene ungeeignet. Da es keine Marktforschungen zu diesem Thema gab, ließ sich die Geschäftsleitung einen Kniff einfallen. Zur Electronica 1990 wurden Dummy-Geräte angefertigt, die das Interesse des Fachpublikums testen sollten. Die hohe Resonanz auf der Messe bewog das Unternehmen, dieses Netzteil daraufhin im DIN-Schienen-Design zu entwickeln.

Die Lösung

Die technischen Herausforderungen bestanden dabei zum einen in der Kühlung für den Einbau in Schaltschränke. Zum anderen waren Zuverlässigkeit und Störfestigkeit Faktoren, die gelöst werden mussten. Unter anderem machte der Umstieg von bipolaren Transistoren zu Mosfets dies möglich. Nachdem das Produkt 1991 auf den Markt kam, gab es erste Praxisberichte und Rückmeldungen. Weiterentwicklungen folgten im DP157 und SL.10, die immer kompakter, leichter und auch energieeffizienter wurden. Dabei war eine verringerte Verlustleistung die Voraussetzung für die kompakte Baugröße. Die im Laufe der Jahre hohen angeforderten Stückzahlen lösten eine komplette strategische Neuausrichtung der rasch wachsenden Firma aus, die ihren Fokus nun rein auf Standardgeräte richtete.

Zuletzt folgte das QS10. Das Netzteil ist mit 60 mal 124 mal 117 mm noch ein Stück kleiner als sein Urvater. Seine Effizienz liegt bei 120 V AC bei 92,6 % und bei 230 V AC bei 93,5 %. Die Synchrongleichrichtung macht die kompakte Bauform und die hohe Effizienz möglich. Das AP240 erreichte vor 20 Jahren einen Wirkungsgrad von 89 %. Das aktuelle Netzteil verträgt außerdem eine Spitzenlast von 150 %, was 360 W entspricht. Im Kurzzeitbetrieb sind 60 bis 300 V AC möglich. „Aus jetziger Sicht trug der Wechsel von kundenspezifischen zu Standard-Geräten für die DIN-Schiene maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens bei“, stellt Erdl fest. Das weltweit tätige Unternehmen beschäftigt mittlerweile über 900 Mitarbeiter und produziert jährlich eine Million Netzteile.