Aus etlichen Untersuchungen geht hervor, dass die zentralen Hemmnisse für Unternehmen nicht alleine aus fehlenden Technologien oder Standards bestehen. Häufig sind gewachsene, starre Organisationsstrukturen sowie eine Kultur des Bewahrens und mangelndes Wissen weitere Ursachen für den zögerlichen Umgang mit Industrie 4.0. Das Reifegradmodell soll Unternehmen bei der Entwicklung ihrer eigenen digitalen Agenda unterstützen.

„Die zentrale Aufgabe von Unternehmen wird künftig darin bestehen, die eigene Auslegung von Industrie 4.0 zu hinterfragen und daraus die geeignete Umsetzungsstrategie zu entwickeln“, so Acatech-Präsident Prof. Dr. Henning Kagermann.

„Die zentrale Aufgabe von Unternehmen wird künftig darin bestehen, die eigene Auslegung von Industrie 4.0 zu hinterfragen und daraus die geeignete Umsetzungsstrategie zu entwickeln“, so Acatech-Präsident Prof. Dr. Henning Kagermann. Redaktion IEE

Das Reifegradmodell für Industrie 4.0

Das Reifegradmodell gibt Unternehmen einen Leitfaden an die Hand, wie sie individuell den Weg zum agilen Unternehmen gestalten können und welche Schritte dazu notwendig sind. Hierzu ermittelt das Reifegradmodell zunächst den Status quo der Industrie-4.0-Fähigkeiten aus technologischer, organisatorischer und kultureller Perspektive. Aus dem vorher definierten Ziel sowie der Analyse lässt sich ein individueller Maßnahmenkatalog ableiten, der dann als Roadmap dient. Unternehmen können so einen für sie gewinnbringenden Fahrplan zur Einführung der mit Industrie 4.0 verbundenen Konzepte erarbeiten. Das Modell folgt dabei einem reifegradbasierten Ansatz, der das Thema Industrie 4.0 in diskrete Nutzenstufen einteilt und so handhabbar macht. Diese verschiedenen Entwicklungsstufen zeigen Unternehmen die Grundvoraussetzungen für Industrie 4.0 bis hin zu deren vollständigen Umsetzung auf. Eine mehrdimensionale Betrachtung gelingt durch die Gliederung in die vier Gestaltungsfelder Ressourcen, Informationssysteme, Organisationsstruktur und Kultur, in denen für jede Entwicklungsstufe spezifische Fähigkeiten zu erreichen sind.

Die Studie belegt: Industrie 4.0 bedeutet weitaus mehr als die Vernetzung von Maschinen und Produkten und sie unterstreicht die Notwendigkeit dieses Paradigmenwechsels. Der Einsatz neuer Technologien und der Gewinnung von Wissen aus einer zielgerichteten Informationsverarbeitung führt zu neuen Aufgaben und verändert Arbeitsweisen. Neue Strukturen innerhalb von Unternehmen sind daher genauso notwendig wie veränderte Beziehungen zwischen Unternehmen untereinander. Als erfolgskritische Faktoren stehen daher vorhandene Denkmuster und die Unternehmenskultur auf dem Prüfstand.

Mit dem Ziel, als offene und neutrale Plattform die Nachfolgeaktivitäten aller Beteiligten zu bündeln, unterstützt das neu gegründete Industrie 4.0 Maturity Center Unternehmen bei der Anwendung des Reifegradmodells.