Die Ankündigung des US-Mobilfunkproviders Sprint Nextel, rund drei Mrd. Dollar in den Aufbau eines flächendeckenden Wimax-Netzes zu investieren, hat die Wimax-Branche in Feierlaune versetzt. Der Entscheidung des drittgrößten Netzbetreibers der USA war im Juli dieses Jahres eine 900 Mio. Dollar-Finanzspritze von Motorola und Intel für den Wimax-Spezialisten Clearwire vorangegangen, um die Verbreitung der Technologie weiter voranzutreiben. Von der neuen Offensive durch Sprint, von der erneut Intel, Motorola, aber auch Samsung profitieren, erwartet sich die gesamte Branche nun kräftige Impulse.

„Das Interessante an der Entwicklung ist, dass im Moment enorm viel Geld in die Wimax-Technologie fließt, was global gesehen große Auswirkungen auf die Produkt- und Herstellervielfalt hat“, meint Dov Bar-Gera, Chairman und CEO der WiMAX Telecom AG.
Bemerkenswert sei außerdem, dass sich mit Sprint gerade ein etablierter und geschichtsträchtiger Mobilfunkbetreiber der Wimax-Technologie und nicht etwa HSDPA verschrieben habe. Ebenso positiv bewertet Bar-Gera außerdem den Umstand, dass sowohl Sprint als auch Clearwire bereits bei Ankündigung ihrer Investitionen die Errichtung landesweiter Netze ins Auge gefasst haben.

„Die derzeitige Breitbandsituation ist sicherlich mit dem Mobilfunkbereich vor 15 Jahren vergleichbar“, ist Bar-Gera überzeugt. „Drehte sich die damalige Diskussion noch um die orts- und zeitungebundene Telekommunikation, geht es nun in erster Linie darum, immer und überall Zugriff auf das Internet und die E-Mailkommunikation zu erhalten“, so Bar-Gera gegenüber pressetext weiter. Gerade in den USA sei das Internet ganz im Gegensatz zur Mobiltelefonie noch viel stärker in der Kultur verankert als hier in Europa. Die flächendeckende Durchsetzung einer Breitbandtechnologie wie Wimax in den USA räumte der Wimax-Telecom-Chairman folglich ausgezeichnete Chancen ein.

Eigenen Angaben zufolge verfügt Sprint Nextel über Frequenzlizenzen im 2,5-GHz-Bereich, mit denen rund 85 Prozent der Haushalte in den führenden hundert US-Märkten erreicht werden können. Nach einem ersten Start in Testgebieten im vierten Quartal 2007 will das Unternehmen bis Ende 2008 rund 100 Mio. Menschen mit dem eigenen Netzwerk versorgen können. Als Vorteil der Wimax-Technologie gilt auch, dass diese auf globalen Standards aufbaut und weiterentwickelt wird. Lediglich die Frequenznutzung ist in den verschiedenen Regionen unterschiedlich geregelt.