Software-definierte Systeme stehen künftig im Mittelpunkt der Strategie von XIlinx.

Software-definierte Systeme stehen künftig im Mittelpunkt der Strategie von XIlinx. XIlinx

Mit welchem Werkzeug arbeitet ein typischer Elektronik-Entwickler die meiste Zeit? Wer hier an Lötkolben und Oszilloskop denkt, liegt fast immer meilenweit daneben. Klar, Schaltungen entstehen längst am PC, aber selbst bei Embedded- und IoT-Geräten sind die meisten Funktionen in Software implementiert. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass auf jeden Hardware-Entwickler mindestens zehn Kollegen aus der Software kommen. Da ist es nur konsequent, wenn Anbieter programmierbarer Hardware den Software-Aspekt in den Vordergrund rücken, wie Xilinx das vormacht, und auch selbst immer mehr Software-Ingenieure beschäftigen.

Mit den Software-Tools und den diversen FPGAs und SoCs lässt sich eine breite Palette von Anwendungen flexibel implementieren.

Mit den Software-Tools und den diversen FPGAs und SoCs lässt sich eine breite Palette von Anwendungen flexibel implementieren. XIlinx

Dabei steckt hinter aller Programmierbarkeit immer reale Hardware. Dass Hauptwettbewerber Altera inzwischen von Intel gekauft wurde, hat Xilinx weiter angespornt, berichtet Steve Glaser, SVP Corporate Strategy & Marketing. Er sieht Xilinx aber mindestens sechs Monate voraus und gibt bei 20-nm-Produkten einen Marktanteil von 70 % an. Xilinx verortet Altera vor allem im Rechenzentren und High-Performance-Computing und setzt daher selbst vermehrt auf Branchen wie Embedded, Networking, IoT, Video und Automotive.

Alles programmierbar

Mit „All Programmable“ meint Xilinx nicht nur die programmierbare Hardware und die verbauten Mikrocontroller-Cores, sondern ausdrücklich auch die I/O-Einheiten und Analogfunktionen, die gerade für IoT-Anwendungen wichtig sind. Durch seine 3D-IC-Architektur kann Xilinx mehrere Dies in einem Baustein vereinen und somit unterschiedliche Prozesse für unterschiedliche Funktionen nutzen.

Steve Glaser, SVP Corporate Strategy & Marketing, richtet Xilinx auf den All-Programmable-Kurs aus.

Steve Glaser, SVP Corporate Strategy & Marketing, richtet Xilinx auf den All-Programmable-Kurs aus. Xilinx

Die Xilinx-Strategie passt zu den vielen SDx-Entwicklungen wie SDR (Software-Definded Radio) und SDN (Software-Definded Networking), NFV (Network Function Virtualization), neue Programmiersprachen wie P4 für die Netzwerk-Infrastruktur und der vermehrte Einsatz von C und C++ zur Hardware-Beschreibung anstelle von VHDL/Verilog/RTL. Steve Glaser betont dabei, dass sein Unternehmen für den All-Programmable-Ansatz Hürden entfernt, denen sich Software-Entwickler traditionell gegenüber sehen: Sie können künftig das komplette System in Software definieren und erst im Laufe der Entwicklung festlegen, welche Teilfunktionen sie in Hardware umsetzen, um die Effizient des Systems zu optimieren.

Einfacher und schneller

Das Design soll somit viel einfacher werden, ohne der Performance zu schaden. Hierbei helfen auch die vielen Software-Bibliotheken und Hard-IP-Blöcke, die Xilinx anbietet, zum Beispiel für wichtige Märkte wie künftige 5G-Mobilfunknetze mit SDN/NFV-Implementierungen, Video- und Vision-Systemen zum Beispiel für Automotive-Assistenzsysteme, IoT / Industrie 4.0 und Cloud Computing.