Zugleich hat ZF die Profitabilität weiter gesteigert: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um mehr als ein Drittel auf rund 1,1 Milliarden Euro zu.

Der ZF-Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Sommer bestätigte damit die im Vorjahr getroffene Prognose eines Umsatzwachstums im hohen einstelligen Prozentbereich: „2014 war abermals von heterogenen Marktentwicklungen geprägt“, sagte Sommer am Dienstag bei der Bilanzvorlage in Stuttgart. „Umso erfreulicher ist, dass wir unser Ziel erreicht haben. Unsere Mitarbeiter haben mit ihrem außerordentlichen Engagement zu diesem Erfolg beigetragen.“ Wachstumstreiber für ZF war vor allem das Geschäft mit Pkw-Automatgetrieben und -Achssystemen. „Besonders das 8-Gang-Automatgetriebe, dessen zweite Generation wir im vergangenen Jahr präsentiert haben, ist bei den Kunden sehr gefragt“, sagte Sommer. Schwieriger hat sich hingegen der Markt für Nutzfahrzeuge und Arbeitsmaschinen gezeigt.

Forschung und Entwicklung erneut ausgeweitet

Für Forschung und Entwicklung (F&E) hat ZF im Berichtsjahr 891 Millionen Euro aufgewandt. Das entspricht einem Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit hat ZF erneut die Zielgröße von fünf Prozent des Umsatzes für F&E erreicht. Mit über 860 Patentanmeldungen lag der Konzern weiterhin unter den Top-10-Innovatoren in Deutschland.

Ergebnis überproportional gesteigert

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte im Berichtsjahr um 36 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro zu und erhöhte sich damit prozentual stärker als der Umsatz. Treiber dafür waren unter anderem die Steigerung der Produktivität sowie die positiven Deckungsbeiträge durch die erreichte Umsatzsteigerung. Eine noch stärkere prozentuale Steigerung erreichte der Konzern beim Ergebnis nach Steuern: Dieses erhöhte sich um 45 Prozent auf 672 Millionen  Euro.

Über eine Milliarde Investitionen in Sachanlagen

Aufgrund der großen Nachfrage nach ZF-Produkten hat das Unternehmen auch im vergangenen Jahr wieder rund eine Milliarde Euro in Sachanlagen investiert; ein Wert, der den der Abschreibungen deutlich übersteigt. „Unsere Kunden verlangen Präsenz vor Ort, und auch wir selbst erweitern unser Produktions- und Forschungsnetzwerk kontinuierlich“, sagte Sommer. So werde derzeit das Entwicklungszentrum in Schanghai massiv ausgebaut, in Friedrichshafen – dem Sitz der zentralen Forschung und Entwicklung des ZF-Konzerns – entstehe ein neues Prüfzentrum für Getriebe.

ZF und TRW: Die Kompetenzen ergänzen sich.

ZF und TRW: Die Kompetenzen ergänzen sich.ZF

Fit für die TRW-Übernahme

Die Eigenkapitalquote des Konzerns lag zum Jahresende 2014 relativ konstant bei 34 Prozent. Die Nettofinanzposition war weiterhin positiv und lag mit 1,4 Milliarden Euro sogar um 37 Prozent über dem Vorjahr. Mit Blick auf die Akquisition von TRW Automotive sagte Finanzvorstand Dr. Konstantin Sauer: „Damit sind wir vor der TRW-Übernahme weiterhin nettoschuldenfrei und verfügen über eine sehr komfortable Eigenkapitalquote. Das ist eine hervorragende Ausgangsposition für die anstehende Übernahme.“

ZF hatte sich bereits zur Vertragsunterzeichnung mit TRW Kreditzusagen von Banken über 12,5 Mrd. Euro in Form einer Brückenfinanzierung und längerfristiger Bankdarlehen gesichert. Durch die erfolgreiche Platzierung eines Schuldscheindarlehens über 2,2 Mrd. Euro im Januar 2015 und den Verkaufserlös für ZF Lenksysteme wurde die Brückenfinanzierung in der Zwischenzeit bereits deutlich reduziert.

Die Übernahme soll nach Erhalt aller kartellrechtlichen Genehmigungen wie geplant im ersten Halbjahr 2015 abgeschlossen werden. Insgesamt 13 Arbeitsgruppen, die von je einem ZF- und einem TRW-Vertreter geleitet werden, arbeiten intensiv an der Integrationsplanung, etwa für die Bereiche Vertrieb, Forschung und Entwicklung oder Einkauf. Koordiniert werden alle Integrationsaktivitäten global vom Integration Management Office. Ein Steuerungskomitee, in dem unter anderem Dr. Stefan Sommer und TRW-CEO John Plant vertreten sind, tagt alle 14 Tage.

Die Integration soll in vier Phasen umgesetzt werden, die sich insgesamt über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren erstrecken: In Phase 1 geht es um die Vorbereitung des „Day 1“ nach der vollzogenen Übernahme. In Phase 2 ist geplant, TRW als fünfte Division zu integrieren. Für die dritte Phase ist eine projektbasierte Zusammenarbeit vorgesehen. Eine strukturelle Integration soll erst in Phase 4 stattfinden. Priorität haben dabei die Bereiche Vertrieb, Aftermarket und Einkauf.

Dazu Dr. Stefan Sommer: „Wir gehen die Integration sehr strukturiert, aber auch pragmatisch an. Es findet keine Integration um der Integration willen statt. Vielmehr konzentrieren wir uns auf die Bereiche, die Mehrwert für den Kunden und das Unternehmen schaffen.“