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Der Schaltanlagenbauer ist als Spezialist für Mess-, Steuer-, Regel- und Automatisierungstechnik in einem breiten Anwendungsfeld zuhause.
„Die ersten Projekte zeigen, dass wir nun deutlich effizienter arbeiten, obwohl wir mit dem alten System auch schon eine durchgängige Lösung verwirklicht hatten“, erklärt Ingo Ahrbecker, Geschäftsführer von S&A.
Mit der Software wird der Montageaufbau und künftig der gesamte Schaltschrankaufbau geplant. Die Daten lassen sich direkt an die NC-Fertigung übergeben.
Die Schaltanlagen werden von dem Schaltanlagenbauer individuell projektiert – bis zu 20 Schaltschrankfelder werden pro Projekt geplant und gefertigt.
Übersichtliche Schaltpläne, wie hier am Beispiel eines Bedienpanels, erleichtern die Inbetriebnahme.
Mit der gut strukturierten Makrobibliothek lassen sich die Schaltpläne leichter erstellen.
Schaltanlage für eine Kessel- und Brennersteuerung inklusive SPS.

Im Grunde ist der Workflow von S&A Schaltanlagenbau in Garbsen bei Hannover schon seit Jahren bestens strukturiert. Die kaufmännische Unternehmenssoftware (ERP) tauscht mit dem ECAD-System Informationen aus. Auf der Fertigungsseite werden die ECAD-Daten der Schaltschränke direkt an eine NC-Bearbeitungsanlage weitergegeben. Auch für die Kabelkonfektionierung hat das Unternehmen eine ebenso wirtschaftliche wie schnelle Lösung gefunden: Ein spezialisierter Dienstleister erhält den CAD-Datensatz und liefert innerhalb von drei Tagen die konfektionierten und beschrifteten Kabel.

Dennoch waren die Verantwortlichen mit der eingesetzten ECAD-Lösung nicht ganz zufrieden. Ingo Ahrbecker, Mitgründer von S&A und kaufmännischer Geschäftsführer, erklärt: „Die Möglichkeiten der Automatisierung kamen mit dem bisherigen System an ihre Grenzen. Zudem wollten wir ein höheres Maß an Standardisierung erreichen.“ Somit entschied sich das Unternehmen, auf die Eplan-Plattform zu wechseln, die bereits beim Schwesterunternehmen S&A Steuerungstechnik in Hamburg eingesetzt wurde.

Zentrale Makro-Bibliothek für verschiedene Geschäftsfelder

Die tiefe Integration der Plattform bietet volle Durchgängigkeit – von Elektroprojektierung über Schaltschrank-Layout bis hin zur Fertigung. So begann das Unternehmen zunächst, die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen. Als Schlüssel für die Automatisierung hatte der Schaltanlagenbauer schon im Vorfeld eine möglichst umfassende Makro-Bibliothek definiert. Eine Arbeitsgruppe mit vier Konstrukteuren machte sich direkt an die Arbeit, entsprechende Makros zu erstellen und diese in Eplan Electric P8 einzupflegen.

Dabei mussten unterschiedliche Anforderungen berücksichtigt werden, denn der Schaltanlagenbauer ist als Spezialist für Automatisierungstechnik in einem immer breiter werdenden Anwendungsfeld unterwegs. Ingo Ahrbecker erläutert dazu: „Unser Unternehmen ist 1993 aus der Elektroabteilung eines Herstellers von industriellen Feuerungsanlagen entstanden. In diesem anspruchsvollen Gebiet der MSR-Technik haben wir unser Know-how stetig erweitert. Zum Beispiel bearbeiten wir heute sehr komplexe Projekte der Solarthermie – inklusive der Programmierung und Inbetriebnahme.“

Ein weiteres Geschäftsfeld ist die Haustechnik: Der Schaltanlagenbauer projektiert zum Beispiel die gesamte Gebäudeautomation für Bürogebäude und Krankenhäuser. Auch kommen immer mehr Kunden aus der klassischen Industrieautomation. Hier übernimmt das Unternehmen die Automatisierung von Fertigungs- und Materialflussanlagen, zum Beispiel in der Automobilindustrie. Die SPS-Programmierung gehört in diesen Fällen meist zum Projektumfang. Die Basisdaten für die Programmierung werden künftig direkt von der Eplan-Plattform bereitgestellt.

Das Ziel ist Vereinheitlichen

Kann man für ein solch heterogenes Anwendungsfeld des Schaltanlagenbaus mit jeweils unterschiedlichen Anforderungen, Regelwerken und Werksnormen eine gemeinsame Makro-Bibliothek aufbauen? Ingo Ahrbecker erklärt: „Das geht durchaus, wenn man strukturiert vorgeht. Jedes neue Makro wird allen Konstrukteuren vorgestellt und ein Kollege verwaltet ausschließlich die Bibliothek, die stetig wächst und am Ende sehr umfangreich sein wird. Schließlich wollen wir alle Geschäftsfelder abbilden.“ Ziel des Schaltanlagenbauer ist es, dass jeder Konstrukteur sich möglichst umfassend aus dieser hauseigenen Makro-Bibliothek bedient und damit nicht nur Zeit spart, sondern auch die Standardisierung vorantreibt. Alle Schaltpläne folgen denselben Standards – unabhängig davon, um welche Anwendung und welchen Kunden es sich handelt. Darüber hinaus werden bei jedem einzelnen Makro auch die Einkaufskosten und der Zeitaufwand für die Montage hinterlegt, sodass die kaufmännischen Abteilungen ebenfalls von der Vereinheitlichung profitieren.

Schaltschrankkonstruktion vereinfachen

Zurzeit befindet sich das Unternehmen noch in der Umstellungsphase, die Ende 2011 abgeschlossen sein wird. Dann wird die gesamte Hardware auf der neuen Plattform geplant. Ingo Ahrbecker kommentiert: „Im Moment arbeiten sechs Elektrokonstrukteure mit Eplan, im Dezember werden es dreizehn sein.“ Auch die Erstellung der 3D-Aufbaupläne wurde in die automatisierten Arbeitsabläufe einbezogen. Hier gibt man die Planungsdaten von Eplan Electric P8 an das nächste System der Plattform weiter: Eplan Pro Panel – das System zum Schaltschrankaufbau – ermöglicht unter anderem eine dynamische Kollisionskontrolle während des Montageaufbaus und die direkte Weitergabe der Fertigungsdaten an die NC-Bearbeitung. „Das klappt mit Eplan Pro Panel deutlich besser als mit der Software, die wir vorher eingesetzt haben. Und wenn in Kürze die ´Professional´-Version verfügbar ist, können wir die Prozesse dann noch stärker automatisieren“, erklärt Ingo Ahrbecker. Auch die Maschine, die die Einzeladern der Kabel beschriftet, wird bald an die neue Plattform angebunden.

Gut vorbereitet auf komplexe Aufgabenstellungen

Mit der neuen Konstruktionsplattform sieht sich der Schaltanlagenbauer gut vorbereitet auf zukünftige Aufgaben, die eindeutig komplexer werden: „Oft handelt es sich um reine Konstruktionsaufträge wie die Modernisierung vorhandener Anlagen mit neuer Steuerungstechnik. Da ist unsere Kompetenz gefordert. Umso wichtiger ist es, die Wiederholaufgaben zu automatisieren“, stellt Ahrbecker fest. Hinzu kommt der Zeitfaktor: Die geforderten Durchlaufzeiten werden stetig kürzer. Da der Schaltanlagenbauer in der Regel mittlere bis größere Schaltanlagen plant und fertigt – bei typischen Projekten sind es bis zu 20 Schaltschrankfelder – und es sich fast immer um individuell projektierte Anlagen handelt, ist das Unternehmen besonders auf eine möglichst effektive Planung und Produktion angewiesen.

Wie hoch die Einspareffekte letztlich sind, wird sich erst zeigen, wenn die Umstellung Ende 2011 komplett vollzogen ist und alle 13 Elektrokonstrukteure die neue Plattform nutzen. Aber eine Zwischenbilanz kann Ingo Ahrbecker heute schon ziehen: „Die ersten Projekte zeigen, dass wir mit Eplan deutlich effizienter arbeiten, obwohl wir mit dem alten System auch schon eine durchgängige Lösung verwirklicht hatten.“ 

SPS/IPC/Drives 2011
Halle 6, Stand 236