Peter Hoser, Sales Director OEM, Fujitsu Technology Solutions zum Thema Embedded-Entwicklungen und -Trends.

Peter Hoser, Sales Director OEM, Fujitsu Technology Solutions zum Thema Embedded-Entwicklungen und -Trends. Fujitsu Technology Solutions

Das ist ärgerlich, aber für den Insider leider nicht überraschend. Denn häufig kommen im Bereich von Kiosk-Terminals, Digital Signage oder Videoüberwachung (um nur ein paar wenige Applikationen zu nennen) aus Kostengründen oder gar Unwissenheit der Hersteller handelsübliche Desktop-PCs oder -Mainboards zum Einsatz. Den widrigen Umgebungsbedingungen beim Einsatz im Freien oder auch nur dem Dauerbetrieb sind diese aber oft nicht lange gewachsen – zum Ärger der Anwender und Endkunden, die von automatisierten Systemen zu Recht permanente Verfügbarkeit erwarten.

Intel versucht deshalb mit so genannten Embedded Building Blocks, also Bausätzen für robuste Industrie-PCs, den PC-Herstellern den Einstieg in den Embedded-Computing-Markt schmackhaft zu machen. Mit standardisierten, abgestimmten Komponenten sollen die Hersteller günstige Industrie-PCs für alle möglichen Applikationen herstellen können.

Das Mainboard D3003-S bietet mit einem erweiterten Temperaturbereich und langlebigen Komponenten eine hochwertige Hardware-Plattform.

Das Mainboard D3003-S bietet mit einem erweiterten Temperaturbereich und langlebigen Komponenten eine hochwertige Hardware-Plattform.Fujitsu Technology Solutions

Kann diese Rechnung aufgehen?

Ich frage mich: Kann diese Rechnung aufgehen? Hohe Materialkosten für die aufwändig gestalteten Embedded Building Blocks, fehlende Ressourcen für technischen Support, lange Entwicklungszeiten, häufig kleine Losgrößen, ein erhöhtes Gewährleistungsrisiko und die Erschließung eines neuen Kundenkreises könnten Integratoren schnell an ihre Grenzen stoßen lassen. Zudem gibt es in dieser Liga bereits ausreichend professionelle Industrie-PC-Hersteller.

Dennoch bietet gerade die stetig wachsende Zahl an Applikationen, die aufgrund ihrer Anforderungen einer Mischung aus kostengünstigem Desktop-PC und langlebigem, zuverlässigem Industrie-PC bedürfen, eine gute Chance für PC-Hersteller. Zu diesen semi-industriellen Anwendungen gehören Kiosk-Terminals oder auch digitale Anzeigen und Werbetafeln.

Für viele dieser Kunden dürften die Intel-Bausätze bereits zu speziell und damit auch zu kostspielig sein. Diese Zielgruppe benötigt für ihre Anwendungen ein einfacheres Konzept: Desktop-PCs auf der Basis von auf Dauerbetrieb ausgelegten Desktop-Mainboards mit verlängerter Verfügbarkeit, kostengünstige Industrie-Mainboards aus Massenproduktion oder am besten vollständig zertifizierte, PC-ähnliche Bausätze, wie sie Fujitsu beispielsweise mit dem D3003-S anbietet. Die vertraute Mainboard-Technologie, die guten Einkaufskonditionen für Hard- und Software sowie deren niedrige Fertigungskosten sollten es PC-Herstellern einfach machen, die Lücke zwischen Desktop- und Industrie-PCs zu schließen. Entscheidend für den Erfolg des Building Block-Konzepts sind neben der Einfachheit und dem Preis-Leistungs-Verhältnis des Bausatz-Systems auch die Auswahl des am besten geeigneten Konzepts für die jeweilige Anwendung: Die Fertigung von aufwändigen kundenspezifischen Industrie-PCs und -Steuerungen wird auch weiterhin bei spezialisierten Herstellern definitiv besser aufgehoben sein. Doch mit Spezial-Mainboards, wie denen von Fujitsu Technology Solutions, können auch auf Volumen getrimmte PC-Hersteller effizient und profitabel semi-industrielle PCs oder standardisierte IPCs produzieren. Ob dieses Konzept erfolgreich sein kann? Ja. Oder, um es international zu formulieren: „With the right blocks, embedded building no longer shocks!“