Leitfaden Industrie 4.0

Zur SPS IPC Drives 2016 erschienen: Leitfaden Industrie 4.0

Zur SPS IPC Drives 2016 erschienen: Leitfaden Industrie 4.0 ZVEI

Zur SPS IPC Drives 2016 hat der ZVEI einen Leitfaden für herstellerunabhängige Industrie-4.0-Produktkriterien veröffentlicht, mit dem der Verband laut Gunther Koschnick, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Automation „bei Industrie 4.0 mehr Transparenz“ schaffen und „den Begriffsdschungel lichten“ will. Er wurde gemeinsam mit der Plattform Industrie 4.0 entwickelt. Anbieter im Markt sollen damit leichter entscheiden können, ob sie ihre Produkte als Industrie-4.0-fähig kennzeichnen können. Gleichzeitig soll der Leitfaden Hilfestellung zur Entwicklung von Industrie-4.0-Produkten geben. Zu den Kriterien gehören Grundlagenfunktionen, die geräteunabhängig gleich sind, eine gemeinsame Industrie-4.0-Sprache sowie eine Kommunikation, die die neuen Dienste abbilden kann. Weiterhin beinhaltet der Leitfaden Hinweise, wie eine eindeutige Kennzeichnung von physischen Dingen und Daten sowie Security-Aspekte aussehen sollten.

Brücke zwischen Architekturmodellen und Implementierung von Industrie 4.0

Zusammen mit dem Lehrstuhl Prozessleittechnik der RWTH Aachen betreibt der ZVEI seit Januar außerdem das Projekt OpenAAS (Open Asset Administration Shell, ‚Verwaltungsschale‘). Damit soll eine Brücke zwischen der konzeptionellen Arbeit des ZVEI an Architekturmodellen – Rami 4.0 (DIN Spec 91345) und der Industrie-4.0-Komponente – sowie der praktischen Implementierung von Industrie 4.0 in den Entwicklungsabteilungen der Unternehmen geschlagen werden, erklärte Roland Bent, Vorstandsmitglied des ZVEI-Fachverbands Automation. Ziel ist es, innerhalb von zwei Jahren eine demonstrierbare Referenzlösung der Verwaltungsschale mit Zugriffsdiensten zu erstellen. Konkret heißt das, dass die Kommunikation zwischen Industrie-4.0-Komponenten, also zwischen Assets, deren virtuelles Abbild in einer Verwaltungsschale gespeichert ist, im Projekt definiert wird. Open AAS stellt die Software zur Verfügung, auf der Industrie-4.0-Komponenten miteinander kommunizieren können. Zur Ausbreitung und Anwendung von OpenAAS ist ein Plugfest am 21. Februar 2017 in Frankfurt geplant. Die Software kann hier auf eigenen Produkte oder testweise auf einem Raspberry Pi installiert werden.

Energieeffizienz im Antriebssystem

Zur SPS stellte der ZVEI weiterhin ein Online-Berechnungstool vor, mit dem sich die Energieeffizienz des Antriebssystems basierend auf der EN 50598 berechnen lässt. Vor allem die Bestimmung der Systemverluste in der Teillast, also wenn der Antrieb nicht mit maximaler Auslastung läuft, werde durch die Norm möglich, berichtete Karl-Peter Simon, Vorsitzender ZVEI-Fachbereich Elektrische Antriebe. So kann der Energieverbrauch von Antrieben viel genauer als zuvor bestimmt werden. Simon brachte auch auf den Punkt: „Energieeffizienz möchte jeder, aber nicht jeder möchte viel Geld dafür bezahlen.“ Deshalb ist die herstellerunabhängige Webapplikation online verfügbar, kostenlos nutzbar und ermöglicht die Berechnungen mit realen Herstellerdaten. Mit der App kann der Anwender verschiedene Kombinationen von Motoren und Umrichtern zusammenstellen und sich die Verluste beziehungsweise die Energieeffizienzklasse für das System berechnen lassen.