Zu Beginn seines Vortrags skizzierte Ulrich Schäfer den aktuellen Stand. Er zeigte einen Weltmarkt, dessen Umsatz seit 1991 von dauerhaftem Wachstum geprägt ist. Auf das starke Wachstum 2013 und 2014 folgte ein leichter Rückgang 2015 und eine schwache Erholung 2016. Gleichzeitig hat sich das langjährige Mikroelektronik-Marktwachstum über die letzten Jahre im einstelligen Bereich eingependelt. Verschiebungen ergaben sich bei den Anteilen der verschiedenen Halbleitertypen am Gesamtelektronikmarkt, die über die letzten Jahre hinweg stark unterschiedlich zulegten: Die Segmente Speicher und Micro, also Prozessoren und Mikrocontroller, wurden von Logik als größtes Segment abgelöst. Sensoren und Optoelektronik wiesen sehr hohe Zuwächse auf.

VEI-Marktexperte Dr. Ulrich Schäfer präsentierte die von ihm betreute Studie zur Mikroelektronik

ZVEI-Marktexperte Dr. Ulrich Schäfer präsentierte die von ihm betreute Studie zur Mikroelektronik Marisa Robles

Nimmt man die Speicherhersteller in den Fokus, so schrumpfte die Zahl der Marktteilnehmer von 31 Playern 1990 auf vier Firmen in 2016, die zuletzt 95 Prozent des DRAM-Umsatzes generierten. Die Stückzahl der ICs verzeichnete seit den 80er-Jahren einen Wachstum von durchschnittlich 9 Prozent pro Jahr; Abweichungen von diesem Trend stellten sich als temporär heraus.  Zugleich verschoben sich die Marktanteile regional: Während bis ins Jahr 2000 Japan und Amerika die Nummer 1 waren, wuchsen China und der Rest von Asien danach am stärksten. Derzeit ist China mit einem Anteil von 30 Prozent (2016) das größte Abnehmerland für Halbleiter. Deutschlands Anteil am Welthalbleitermarkt ist weiterhin rückläufig und liegt derzeit unter dem Niveau von 2016.

Im Fokus des zweiten Teils der Studie steht eine Prognose zur Marktentwicklung bis zum Jahr 2021. An den Beginn seiner Analyse stellte ZVEI-Marktexperte Schäfer einen Ausblick auf die Entwicklung nach Regionen. Demnach wird im Jahr 2021 Asiens Anteil am Mikroelektronikmarkt mit 240 Milliarden Dollar 62 Prozent ausmachen. Das Gros daran soll China mit allein 127 Milliarden Dollar bzw. 33 Prozent Anteil halten. Amerikas Anteil wird sich bei 19 Prozent stabilisieren, der von Europa und Japan bei 10 Prozent.

 

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