WLAN verbindet die Welt seit 20 Jahren

WLAN verbindet die Welt seit 20 Jahren. NI

Am 30. September 1999 legte die Wireless Ethernet Compatibility Alliance (WECA), ein Zusammenschluss zahlreicher Technologieunternehmen, mit dem WLAN-Standard „802.11b“ den Grundstein für die Erfolgsgeschichte drahtloser Netzwerke. Denn egal ob Handy, Tablet oder Laptop – im Alltag vernetzten wir uns fast nur noch drahtlos. Und auch in der Industrie gibt es immer mehr Ansätze, die Funktechnologie (auch sicher) einzusetzen. 2018 machte die Wireless-Technik allerdings weiterhin nur 6 % des Marktes industrieller Netzwerke aus, wobei 4 der 6 % auf WLAN entfallen.

Doch zurück zum Jubiläum: In den folgenden 20 Jahren hat sich der Standard weiterentwickelt – so ist die nutzbare Datenrate um den Faktor 100 gestiegen. Was zunächst als Technologie für zu Hause und fürs Büro entwickelt wurde, findet sich mittlerweile in Cafés, Fußballstadien und Fabrikhallen.

„Wi-Fi zählt weiterhin zu den am schnellsten wachsenden Netzwerktechnologien. Der drahtlose Einsatz erleichtert den Internet-Zugang an zahllosen Orten und ermöglicht ein neues Maß an Mobilität, Komfort und Produktivität – oftmals auch an Orten, wo es zuvor unpraktisch war. Kurz gesagt: Die Wi-Fi-Netzwerke haben unser Leben, unsere Arbeit, das Lernen und Spielen verändert und werden auf absehbare Zeit die tragende Rolle in der Digitalisierung spielen. Unabhängig davon, ob Sie mit Wi-Fi einfach in ein soziales Netzwerk einsteigen, Videos ansehen, spielen, arbeiten oder Ihr Unternehmen digitalisieren wollen: Wi-Fi 6 eröffnet parallel zu 5G eine ganze Welt neuer Möglichkeiten“, sagt Uwe Peter, Deutschlandchef von Cisco.

Vom ALOHA Netzwerk bis zum ersten Flug mit Wi-Fi-Zugang

1971: Mit dem ALOHA Netzwerk der Universität Hawaii entsteht eine Frühform des WLAN, das den Grundstein für die Weiterentwicklung der drahtlosen Kommunikation legt und später auch für die Entstehung von WLAN-Netzwerken.

1997: Die erste Version des 802.11-Standards wird eingeführt und ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 2 MBit/s.

1999: Ein halbes Dutzend Technologieunternehmen, darunter Aironet, das später von Cisco übernommen wurde, bilden die Wireless Ethernet Compatibility Alliance (WECA). Im Jahr 2002 änderte die WECA ihren Namen in Wi-Fi Alliance. „Wi-Fi“ lehnt sich an den Begriff „Hi-Fi“ aus der Unterhaltungselektronik an und ist im englischsprachigen Raum synonym mit WLAN.

1999: Der erste „Wi-Fi“-Standard wird etabliert: Mit der Ankündigung des 802.11b-Standards wird erstmals der Name „Wi-Fi“ eingeführt. Der neue Standard 802.11b ist schneller und benutzerfreundlicher als 802.11 und wird von vielen als der wahre Beginn der WLAN-Revolution angesehen.

1999/2000: Die ersten kommerziellen 802.11b-Geräte, einschließlich gängiger Laptops mit „Wi-Fi“ als integrierter Komponente kommen auf den Markt. Ab diesem Zeitpunkt wird der Computer zum dauerhaften Begleiter. WLAN gewinnt zunehmend auch an kommerzieller Bedeutung.

2002: Cisco setzt in der Branche auf Kompatibilität: Das kostenlose Lizenzprogramm Cisco Compatible eXtensions wird eingeführt, mit dem Wi-Fi-Produkte anderer Anbieter mit drahtlosen Netzwerken von Cisco zusammenarbeiten und gleichzeitig ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten können.

2004: WLAN bekommt Flügel: In diesem Jahr findet der erste kommerzielle Flug mit Wi-Fi-Zugang für Passagiere statt.

Von der Aufnahme ins Wörterbuch bis zu Wi-Fi 6

2005: Wi-Fi wird allgemeines Sprachgut: Das Wort „Wi-Fi“ wird sogar in das führende amerikanische Wörterbuch aufgenommen, das Merriam-Webster’s Collegiate Dictionary.

2009: Der neue 802.11n-Standard (Wi-Fi 4) wird eingeführt. Damit steigt die Datenrate von 54 auf 450 MBit/s. Grundlage dafür ist die MIMO-Technologie (Multiple Input Multiple Output)-Technologie, die mehrere Antennen gleichzeitig nutzt..

2010: Mit der nächsten Cisco-Innovation, der CleanAir-Technologie, wird die Aironet 3500 Access Point-Serie eingeführt. Damit wird die automatische Erkennung von Interferenzen und die Weiterleitung von Benutzern zu anderen, weniger überfüllten Kanälen ermöglicht.

2011: Hotspots werden zum Trend: Die Anzahl der WLAN-Hotspots übersteigt weltweit eine Million.

2012: Das Wi-Fi erobert auch den privaten Bereich: Ein Viertel aller Haushalte weltweit hat WLANs.

2013: Mit der Einführung des 802.11ac-Standards (Wi-Fi 5) steigt nochmals die Geschwindigkeit. Der neue Standard erreicht mehr als 1 GBit/s.

2015: Wi-Fi ist bereits ein fixer Bestandteil des Lebensalltags: Eine IDC-Studie zeigt auf, dass das WLAN bereits das Zweitwichtigste ist, auf das Menschen nicht verzichten möchten. 18 % der damals Befragten reihten es sogar auf den ersten Platz. Nur Essen wurde mit 30 % weiter oben platziert. Dagegen erreichten Sex (10 %), Fernsehen (8 %) und Alkohol (4 %) nur Plätze hinter Wi-Fi.

2018: Wi-Fi ist mittlerweile ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor, der weltweite Wirtschaftswert der Wi-Fi-Technologie erreicht 2 Billionen US-Dollar.

2018: Ebenfalls 2018 wird die Zahl von 13 Milliarden Wi-Fi-Geräten erreicht. Das sind beinahe zwei Wi-Fi-Geräte pro Person auf dem Planeten.

2019: Wi-Fi 6 wird als neuer Standard eingeführt und erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 5 Gbit/s. Die Technologie basiert auf der gleichen Grundlage wie die 5G-Netzwerke, wobei beide Technologien als komplementär betrachtet werden. Wi-Fi 6 schont allerdings zusätzlich die Akkus der angeschlossenen Geräte. Cisco hat hierzu ein eigenes OpenRoaming-Projekt etabliert, mit dem das nahtlose und sichere Wechseln zwischen Wi-Fi- und LTE-Netzwerken sowie dem öffentlichen Wi-Fi vereinfacht werden soll.

Was die Zukunft bringen könnte

2021: Nach Schätzungen von Cisco wird die Anzahl der globalen Hotspots in diesem Jahr 500 Millionen überschreiten und damit 500-mal höher sein als vor zehn Jahren.

2022: Für 2022 wird ein weiterer Anstieg der durchschnittlichen Geschwindigkeit erwartet. Derzeit geht das Unternehmen davon aus, dass die durchschnittliche globale Wi-Fi-Verbindungsgeschwindigkeit in diesem Jahr 54,2 MBit/s betragen wird. Zum Vergleich: 2017 waren es noch 24,4 MBit/s.

2022: Wi-Fi wird der Treiber des zukünftigen Internets und zu diesem Zeitpunkt die dominierende Quelle für den Internetzugang sein. Eine VNI-Studie von Cisco prognostiziert, dass bis zu 59 % des Internetverkehrs durch drahtlose Netzwerke fließen werden.