Eckdaten

Die Anforderungen an ein Datenkabel sind je nach Einsatzzweck sehr unterschiedlich. Die Auswahl eines geeigneten Kabels kann je nach Anwendung eine Herausforderung sein. Eine Hilfe ist die Einteilung in vier Qualitätsstufen. Im ersten Level werden die einzelnen Komponenten betrachtet. Im zweiten Level werden die Bedingungen angepasst, die aufgrund der geforderten Leistung notwendig sind. Die Performanz des Gesamtsystems wird im dritten Level verifiziert. Im vierten Level wird die Leistung zusätzlich zertifiziert.

USB-Typ-C-Anschlüsse von Molex

Molex nutzt für USB-Typ-C-Anschlüsse Hochtemperatur-Nylon oder Nylon 64 als Gehäusematerial und ein dreistufiges Einsteckverfahren gewährleistet eine hohe Veredelung und elektrische Zuverlässigkeit des Steckers. Molex

JAE erreicht bei HDMI-Steckern und -Kabeln mit patentierten Verfahren eine hohe Geschwindigkeit.

JAE erreicht bei HDMI-Steckern und -Kabeln mit patentierten Verfahren eine hohe Geschwindigkeit. JAE

Das Kabel selbst, das Informationen wie Video- und Audiodaten sowie Energie überträgt, besteht aus einer Ader oder einem mehradrigen Verbund von Adern, die voneinander isoliert sind. Dazu kommen Stecker, Verbindungsstellen zwischen diesen Komponenten, Schirmung, Schlauch sowie Knickschutz und Gehäuse. Jede dieser Komponenten einschließlich deren Verarbeitung ist letztendlich entscheidend für die Leistung des Kabels und somit für Qualität und Geschwindigkeit der Datenübertragung und das mögliche Einsatzgebiet des Kabels. Auch wenn sich günstige USB- oder HDMI-Kabel von den teureren Varianten kaum unterscheiden, kann es große qualitative Unterschiede geben – selbst bei ähnlicher technischer Spezifikation.

Eine weitere Herausforderung bei der Auswahl eines geeigneten Kabels: Günstige Kabel mit USB-Type-C-Stecker suggerieren oft mehr Funktionen, als tatsächlich vorhanden sind. Zudem sind Begriffe wie Schnellladekabel oder High-Speed-Datenkabel nicht geschützt und somit nicht aussagekräftig.

Eine Hilfe ist die Einteilung in vier Qualitätsstufen: Im ersten Level werden die Voraussetzungen geschaffen, um die Leistung zu erreichen; hier werden die einzelnen Komponenten betrachtet. Im zweiten Level werden die Bedingungen angepasst, die aufgrund der geforderten Leistung notwendig sind. Die Performanz des Gesamtsystems wird im dritten Level verifiziert. Im vierten Level wird die Leistung zusätzlich zertifiziert. Im Folgenden betrachten wir die vier Level im Detail.

Erfüllen Komponenten die Anforderungen?

Die Optik und Haptik von Verbindungskabeln lassen oft schon einen ersten Schluss auf die Qualität zu. Hochwertige Varianten fallen beispielsweise dadurch auf, dass keine Standardstecker, sondern Stecker mit vergoldeten Kontakten angebracht sind. Auch die Verbindung zwischen Stecker und Kabel ist ausschlaggebend: HDMI-Kabel beispielsweise dürfen selbst nach hunderten Steckzyklen keine Schwachstellen an den Verbindungsstellen aufweisen. Auch die Steckfestigkeit darf vom Ein- und Ausstecken nicht beeinträchtigt werden: HDMI-Kabel lassen sich idealerweise locker einstecken und halten ohne viel Spiel.

Die Dicke und die Steifigkeit eines Kabels sind zudem Indikatoren für die Qualität und zum Teil sogar technisch bedingt, denn: Je länger die Strecke ist, die ein HDMI-Signal zurücklegt, desto wahrscheinlicher sind Störungen. Das HDMI-Kabel besteht aus Einzelleitungen, die gegeneinander isoliert sind. Die Anzahl dieser Einzelleitungen ist ausschlaggebend dafür, welche Strecke ein Kabel überbrücken kann, ohne das Signal zu sehr zu schwächen. Je mehr Einzelleitungen, desto dicker das Kabel. Neben der zu überbrückenden Strecke sind die zu transportierenden Ströme maßgeblich für die Kabeldicke. Für höhere Ströme und Geschwindigkeiten werden aufgrund der größeren Störungen bessere Schirmungen und somit größere Kabeldurchmesser nötig.

Werden Kabel häufig auf- und abgewickelt, dürfen dabei keine Kabelbrüche oder anderweitige Defekte entstehen. Eine Ummantelung aus PVC, manchmal auch aus Nylon, schützen hiervor.

Wie gut ist das System?

Schirmung ist jedoch nicht gleich Schirmung. Schlecht abgeschirmte Kabel können dazu führen, dass das Signal durch externe Störquellen, beispielsweise naheliegende Stromleitungen oder weitere Datenleitungen, beeinträchtigt wird. Dies kann zu sichtbaren Auffälligkeiten auf dem Bildschirm führen, beispielsweise zu weißen Pixeln. Deswegen werden im zweiten Level die einzelnen Komponenten so angepasst, dass das System den gewünschten Anforderungen gerecht wird.

Für viele Anwendungen sind drei- bis vierfach abgeschirmte HDMI-Kabel mit guter Verarbeitung ausreichend. Mehrfachschirmungen verringern die Störanfälligkeit, zum Beispiel verursacht durch elektromagnetische Interferenz. Sie werden aus Schirmungen der Innenleiter mithilfe von beispielsweise Metallgeflechten oder -folien sowie einer Schirmung im Mantel, auch aus mehreren Lagen, und gegebenenfalls einem Massedrahtanschluss realisiert.

Neben der Anzahl der Schirmungen sind die Verarbeitungsqualität, also die Dichte der Schirmwicklung, sowie die Abdeckung der Schirmung (in welchem Bereich des Kabels/der Verbindungsstelle/des Steckers endet die Schirmung?) entscheidend. Dazu gehört auch die präzise Ausrichtung von Litzen und Steckerkontakt sowie deren (Löt-/Crimp-) Verbindung für einen möglichst geringen und stabilen Übergangswiderstand.

Natürlich hat auch das verwendete Material für Kabel, Stecker und Schirmung Einfluss auf die Qualität. Hochwertige Kabel sind abrieb- und reißfest, besser vor Brüchen und Knicken geschützt, beständig gegen UV und Öl, flammhemmend und halogenfrei. Zudem richten sich die Hersteller hochwertiger Kabel nach RoHS- und Reach-Anforderungen.

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