Ein Beispiel für den Einsatz von 5G an der SmartFactoryKL-Industrie 4.0-Anlage ist die optische Qualitätssicherung,  die beim Transport umgesetzt wird.

Ein Beispiel für den Einsatz von 5G an der SmartFactoryKL-Industrie 4.0-Anlage ist die optische Qualitätssicherung, die beim Transport umgesetzt wird. SmartFactoryKL/A. Sell

Im Use-Case wird beim Transport eines Werkstücks durch ein flexibles Transportsystem eine optische Qualitätsinspektion durchgeführt. Im Sinne des Retrofittings wurde das FTS mit einer Kamera ausgestattet. Während das Produkt, der Visitenkartenhalter, von einer Fertigungslinie zur nächsten gefahren wird, lassen sich nun die Produktqualität prüfen und somit die Totzeit des Logistikprozesses sinnvoll nutzen. Per 5G-Technologie gelangt das Bild in die Cloud, wo es eine Software auswertet. Das Ergebnis der Qualitätskontrolle wird an das Transportsystem übermittelt und die Navigation des FTS entsprechend geregelt: Ist alles in Ordnung, gelangt das Produkt an die nächste Fertigungslinie zur automatisierten Verarbeitung. Liegt hingegen ein Fehler vor, kann das Produkt an den Handarbeitsplatz zur manuellen Nachbearbeitung gefahren werden. Im Produktionsalltag kann ein solches Vorgehen frühzeitig Ausschuss im Prozess erkennen und der kostenintensive Einsatz von Fertigungsressourcen an Schlechtteilen verhindern – die Produktionseffizienz steigt.

Auf dem Transportsystem installierte Kameras zur optischen Qualitätsprüfung und für einen 360°-Umgebungsscan liefern hohe Datenmengen, die dank 5G-Techologie mobil in die Cloud zur Auswertung übertragen werden. Somit lässt sich die Totzeit beim Produkttransport sinnvoll nutzen.

Auf dem Transportsystem installierte Kameras zur optischen Qualitätsprüfung und für einen 360°-Umgebungsscan liefern hohe Datenmengen, die dank 5G-Techologie mobil in die Cloud zur Auswertung übertragen werden. Somit lässt sich die Totzeit beim Produkttransport sinnvoll nutzen. SmartFactoryKL/A. Sell

Parallel zur Qualitätsprüfung führt das FTS während des Transports noch einen Umgebungsscan mittels einer installierten 360-Grad-Kamera aus. Auch diese Datenübertragung ist nur bei einer hohen Bandbreite möglich, bei der herkömmliche drahtlose Lösungen wie Wi-Fi oder Bluetooth an ihre Grenzen stoßen. Weitere Formen der Wertschöpfung während des Transportvorgangs bieten sich ebenfalls an: Ob es dabei sich um ein Softwareupdate oder einen 3D-Druck handelt, viele Optionen zur Vermeidung von Totzeit bei Logistikprozessen sind denkbar. Durch die 5G-Technologie sind nun, dank der Nutzung neuer Netzwerkmanagement-Tools, mehrere Applikationen gleichzeitig möglich.

5G als Technologie der nahen Zukunft

„Da die Mobilität von Menschen und Maschinen in hochflexiblen Produktionsanlagen zunimmt, werden drahtlose Netzwerke immer wichtiger. Hier kann die 5G-Mobilfunktechnologie erstmals sowohl sichere als auch echtzeitfähige Funkverbindungen in geschützten Frequenzbändern anbieten. Deshalb arbeiten wir mit unseren Partnern gemeinsam im Netzwerk an diesem innovativen Thema“, so Prof. Dr. Detlef Zühlke, Vorstandvorsitzender der SmartFactoryKL.

5G, die Mobilfunktechnologie der fünften Generation die bis 2020 an den Start gehen soll, soll hohe mobile Übertragungsraten ermöglichen, wobei Experten mit bis zu 20 Gigabit pro Sekunde rechnen. Dabei kann die Übertragung – im Gegenzug zur Nutzung von 4G (LTE), Wi-Fi oder Bluetooth – in einem geschützten Band stattfinden, was besonders für Industrieunternehmen relevant ist. Ein weiteres Merkmal von 5G ist eine geringe Latenzzeit von weniger als einer Millisekunde, womit die neue Technologie nahezu in Echtzeit operiert. Mit der Möglichkeit, Funk-Mikrozellen einzurichten, bietet die 5G-Technologie ideale Voraussetzungen für die Anwendung in industriellen Maschinen und Anlagen. Die Praxisanwendung ist auf dem Gemeinschaftsstand von SmartFactoryKL und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Halle 8, Stand D18 zu sehen.

Die Partner des SmartFactoryKL-Industrie 4.0-Demonstrators sind: Belden/Hirschmann, Bosch Rexroth, B&R Automation, EplanSoftware & Service, Festo, Harting, Huawei, IBM, KIST Europe, Lapp Kabel, Mettler Toledo, MiniTec, Phoenix Contact, Pilz, Proalpha, SAP, Siemens, TÜV SÜD, Weidmüller

Hannover Messe 2018: Halle 8, Stand D18