Book-to-Bill-Ratio des Leiterplattenmarktes in Deutschland

Book-to-Bill-Ratio des Leiterplattenmarktes in DeutschlandZVEI

Das erste Halbjahr schloss insgesamt um knapp 9 Prozent unter dem Vergleichszeitraum 2011 ab, berichtet der ZVEI-Fachverband PCB and Electronic Systems. Der Auftragseingang des Berichtsmonats war stark rückläufig. Im Vergleich zum Mai 2012 fehlten im Juni 29 Prozent, zum Juni des Vorjahres 19 Prozent. Dies war das drittschlechteste Ergebnis seit dem Jahr 2000. Lediglich in den Krisenjahren 2009 und 2003 war in den Monaten Juni ein noch niedrigerer Bestelleingang zu verzeichnen. Kumuliert über die ersten sechs Monate blieben die Aufträge sieben Prozent unter dem Vergleichszeitraum 2011. Das Book-to-Bill-Ratio, dem Indikator für den mittelfristigen Trend, erreichte im Juni einen Wert von 0,74. Das 2. Quartal 2012 hatte eine Book-to-Bill-Ratio von 0,88. Die Umsätze im ersten Halbjahr waren 10 Prozent höher als die Bestelleingänge und erreichten damit einen Wert von 0,91.

Die Marktabkühlung setzte sich laut ZVEI auch im Juli fort: Der Verband bezeichnete den im Juli 2012 generierten Umsatz der Leiterplattenhersteller als unterdurchschnittlich. Er sei im laufenden Jahr auf das bislang niedrigste Niveau gesunken, berichtet der ZVEI weiter. Um 5,4 Prozent lag der Umsatz unter dem im Juli 2011. Die ersten sieben Monate des laufenden Jahres verbuchten 8,3 Prozent weniger Umsatz als der gleiche Vorjahreszeitraum. Eine wesentliche Ursache sind rückläufige Mengen für die Solarbranche. Aufgrund der Unsicherheiten bei der Einspeisevergütung für die Stromerzeuger zeigt diese Branche Zurückhaltung im Kaufverhalten. Dagegen erreichte der Auftragseingang im Juli den höchsten Wert in diesem Jahr. Im 10-Jahres-Vergleich wurde das viertbeste Resultat erreicht. Ursache hierfür waren größere, langfristige Aufträge aus dem Automobilsektor; insbesondere das Premiumsegment läuft hier immer noch gut. Aufgrund der großen Volumina kam dieser Bestellschub ausschließlich den großen Herstellern zugute. Hersteller von kleinen Serien mussten dagegen einen Rückgang der Aufträge hinnehmen. Trotz des hohen Bestelleingangs im Juli blieben die kumulierten Auftragseingänge des laufenden Jahres um 5,5 Prozent unter denen im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Juli-Book-to-Bill-Ratio sprang aufgrund der automobilbezogenen Aufträge auf 1,17.

Halle B1, Stand Atrium

* Das Book-to-Bill-Ratio als Indikator für den mittelfristigen Trend kennzeichnet das Verhältnis von monatlichem Auftragseingang und Umsatz.