Die Chefs der neuen Aegis 2.0 (v.l.n.r.): Dr. Karsten Schlüter (diplan), Shaun Black und Jason Spera (beide von Aegis) und Dr. Friedrich W. Nolting (diplan)

Die Chefs der neuen Aegis 2.0 (v.l.n.r.): Dr. Karsten Schlüter (diplan), Shaun Black und Jason Spera (beide von Aegis) und Dr. Friedrich W. Nolting (diplan)Marisa Robles Consée

Aegis hat die in Erlangen angesiedelte Diplan mit der Niederlassung Diplan Asia (Shanghai) und einem Büro in Singapur übernommen. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. Nur so viel: „Der Wert der kombinierten Aegis 2.0-Organisation geht mit der Verschmelzung beider Unternehmen über die reine Summe der beiden Einzelfirmen hinaus. Das Ganze ergibt weit mehr als nur die Summe der Teile“, gibt Jason Spera, CEO von Aegis Software, preis.

Durch die Kombination dieser beiden Unternehmen avanciert die daraus entstehende „Aegis 2.0“ nun zum Marktführer im Bereich Fertigungs-Automatisierungs-Software, sind sich die Chefs beider Unternehmen sicher – und zwar hinsichtlich Produktpalette, Technologie, regionaler Präsenz und Kundenstamm.

Dementsprechend übernehmen die Gründer von Diplan, Dr. Friedrich Nolting und Dr. Karsten Schlüter, die Position von Direktoren von Aegis Europe und Aegis Asia. Sie sind zudem Mitglied des Management Council, dem auch Aegis‘ CEO Jason Spera und CTO John Walls angehören.

Galt die Manufacturing Operations Software (MOS) von Aegis als eine relativ vollständige Lösung, die den gesamten Bereich von der Einführung neuer Produkte über die Produktion, bis hin zu Rückführbarkeit und Analyse abdeckt, so wird diese nun durch Komponenten von Diplan wesentlich erweitert. Darunter fallen nun Lager-, Materialsteuerungs- sowie Optimierungs- und Terminierungslösung, weshalb Shaun Black anmerkt: „Beide Unternehmen verfügen über eine seltene Kombination von komplementären Technologien, wodurch sich Synergien hinsichtlich Mitarbeiter, Standorte und weltweiter Serviceinfrastruktur ergeben“, erläutert der Director Marketing von Aegis Software.

Global besser aufgestellt

Zweifelsohne ist der Deal eine Win-Win-Situation für beide Unternehmen und die zufällig gleichen Firmenfarben sollen diesem Umstand noch zusätzliche Dynamik verleihen, ergänzt Dr. Karsten Schlüter, Geschäftsführer von Diplan. So erhalten die Tool-Anbieter jeweils Zugang zu den Märkten des anderen. Demnach erhofft sich Diplan einen Markteinstieg in den von Aegis beherrschten Regionen wie den USA, Großbritannien, Skandinavien und den Benelux-Ländern.

Hingegen ist Diplan neben Asien auch in Südamerika und dort vor allem in Brasilien sehr stark vertreten. Überdies liegt Aegis der seit langem anvisierte europäische Markt nun zu Füßen. „Bislang konnte Aegis nicht wirklich im KMU geprägten Deutschland punkten“, räumt Jason Spera, Director Marketing von Aegis Software ein. „Diplan hat eine starke Distribution in Deutschland und Asien aufgebaut und eine große und begeisterte installierte Basis geschaffen.“

Durch die Übernahme erhöht sich die Mitarbeiterzahl von Aegis weltweit auf etwa 89 Beschäftigte, bislang waren es bei Aegis 49 Mitarbeiter. Die gemeinsame Kundenbasis, besonders internationale Kunden, profitiert nun von einem Support rund um die Uhr. Im deutschsprachigen Raum werden die Kunden in ihrer Muttersprache unterstützt und durch die neu hinzugekommenen Mandarin-Sprachkenntnisse wird auch eine bessere Unterstützung der chinesischen Kunden sichergestellt.

„Als Gründer von Diplan wollten Dr. Schlüter und ich sicherstellen, dass unsere Mitarbeiter und unsere Produkte auch künftig erfolgreich sind. Wir haben festgestellt, dass wir die gleiche Vision und Ansichten wie die Führungsspitze von Aegis haben“, resümiert Dr. Friedrich Nolting die Übernahme.