Wie eine aktuelle Deloitte-Analyse zeigt, gehört die Entwicklung alternativer Antriebskonzepte zu den wichtigsten Faktoren der globalen Automobilindustrie der kommenden Jahre. Schon in zehn Jahren könnten demnach Fahrzeuge mit Hybrid- und Elektroantrieb einen Anteil von einem Drittel in den Industrieländern und bis zu 20 Prozent in den Ballungsgebieten der aufstrebenden Regionen haben.

„Deutschland hat die Chance, zum Vorreiter zu werden – und das, obwohl der deutschen Industrie lange Zeit vorgeworfen wurde, zu langsam zu reagieren und dem internationalen Wettbewerb hinterherzulaufen. Heute unterstützt der deutsche Staat die Anbieter mit 500 Millionen Euro bei der Entwicklung von hochleistungsfähigen Batterien sowie bei regionalen Untersuchungen, wo eine entsprechende Infrastruktur auf- beziehungsweise ausgebaut werden kann“, so Dr. Martin Hölz, Partner Global Automotive bei Deloitte.

Das Spektrum staatlicher Förderung zur Entwicklung alternativer Antriebe, insbesondere des Elektroantriebs, ist breit: Es reicht von Steuererleichterungen über direkte Geldzuschüsse sowie Käuferbeihilfen bis hin zu Forschungs- und Entwicklungsanreizen. Hinzu kommen unterschiedliche Maßnahmen im Zuge der Stimulus-Pakete während der Finanz- und Konjunkturkrise, etwa die deutsche Abwrackprämie und das US-amerikanische „Cash for Clunkers“-Programm.

Abseits der Konjunkturhilfen ist staatliche Unterstützung für die forcierte Entwicklung von Elektroautos und anderen alternativen Ansätzen sehr unterschiedlich: Die USA, Frankreich, China und Australien legen den Schwerpunkt vor allem auf Investitionen in Forschung und Entwicklung. Die USA stellen Herstellern z.B. Kredite und Prämien zur Verfügung, Australien hat den sogenannten Green Car Plan, in China wiederum greift das Revitalisierungsprogramm für die Automotive-Industrie.

„Die Entwicklung weiterer umweltgerechter Individualverkehrskonzepte wird sich im Einzelnen stark nach den jeweiligen regionalen Gegebenheiten richten“, kommentiert Dr. Martin Hölz. „So sind ‚grüne Alternativen’ wie Elektroautos vor allem in den dicht besiedelten und infrastrukturell hoch entwickelten Ländern attraktiv. In den aufstrebenden Märkten, die zugleich meist Flächenländer sind, wird sich das Interesse hingegen vor allem auf sogenannte Flex Fuels wie Ethanol und Gas konzentrieren. Im Ergebnis wird es in zehn Jahren eine sehr breite Palette an alternativen Antrieben geben. Deutschland kann davon profitieren.“

Leser der AUTOMOBIL-ELEKTRONIK können die Analyse „Driving e-mobility: Economic stimulus and other support spur development of alternative vehicles“ per infoDIRECT herunterladen. (av)