Nach Angaben des Wall Street Journal befindet sich AMD „in fortgeschrittenen Gesprächen“ darüber, Xilinx zu kaufen.

AMD will angeblich Xilinx für über 30 Milliarden US-$ kaufen.

AMD will angeblich Xilinx für über 30 Milliarden US-$ kaufen. Wikimedia, Coolcaesar, CC BY-SA 4.0

Die amerikanische Zeitung nennt sogar einen potenziellen Kaufpreis in Höhe von „über 30 Milliarden US-$“ und behauptet zudem, dass „der Deal nächste Woche zustande kommen könnte“. Es gebe allerdings keine Garantie, dass es so weit komme, zumal die Gespräche bereits schon einmal zur Ruhe gekommen wären, bevor sie jetzt vor kurzem wieder aufgenommen wurden.

Die Produktspektren von Xilinx und AMD sind praktisch komplett komplementär, so dass sich wohl weder Entwickler noch Applikations- oder Marketing-Personal  Sorgen machen müssen. Während AMD sich auf PC-Prozessoren und (ICs für) Grafikkarten spezialisiert hat, handelt es sich bei Xilinx um den weltgrößten Hersteller programmierbarer Logik-ICs.

AMDs ewiger Erzrivale Intel (eigentlich müsste man die Reihenfolge der Firmen genau anders herum wählen) hatte vor einigen Jahren den damaligen Xilinx-Wettbewerber Altera geschluckt. Im Übrigen hatte AMD Anfang diesen Jahrtausends noch programmierbare Logik im Programm, denn AMD hatte in den 90er Jahren den CPLD- und PAL-Hersteller MMI (Monolithic Memories Inc.) gekauft, wobei PAL für Programmable Array Logic steht. Mit dem Erfolg der Athlon-PC-Prozessoren rückte die programmierbare Logik bei AMD jedoch zusehends aus dem Fokus, so dass AMD schließlich die programmierbare Logik an Lattice weiterverkaufte.

Xilinx-CEO Victor Peng hat sich übrigens nach Angaben sehr gut unterrichteter Kreise bereits im Jahr 2018 in seinem Vertrag für den Fall eines Verkaufs eine Abfindung von mindestens 40 Millionen US-$ zusichern lassen.

Die Übernahmewelle rollt somit offensichtlich weiter. Erst vor kurzem hatte Nvidia angekündigt, für 40 Milliarden US-$ den IP-Hersteller ARM kaufen zu wollen.