Die Versuche von AMS sowie von Bain Capital und Advent zur Übernahme von Osram Licht sind vorerst gescheitert.

AMS schaffte es nicht, die gesteckte Marke von 62 Prozent der Aktien von Osram zu erreichen. Der österreichische Sensorhersteller hat nach eigenen Angaben 19,99 Prozent der Wertpapiere erworben. Damit ist das Unternehmen der größte einzelne Anteilseigner von Osram.

Gebäude von Osram

Nach der gescheiterten Übernahme von Osram durch AMS haben die Österreicher weiterhin Interesse an dem Unternehmen. Osram

Nach Ansicht der Unternehmensführung des österreichischen Unternehmens sei die Kombination von Osram mit AMS weiterhin strategisch überzeugend und würde ein global führendes Unternehmen im Bereich Sensor-Lösungen und Photonik schaffen. Deshalb will der Hersteller weiterhin strategische Optionen eruieren, um einen Kauf von Osram weiterzuverfolgen.

„Wir haben vor, unsere Position als größter Anteilseigner im Dialog mit Osram auszubauen, während wir weiterhin die vollständige Akquisition des Unternehmens anstreben, um Osram eine sichere Zukunft zu ermöglichen“, sagte der CEO von AMS, Alexander  Everke.

„Nach dem Scheitern der bisherigen Übernahmeversuche behalten wir jetzt unsere Eigenständigkeit und gestalten unsere Zukunft selbst“, ist sich dagegen Olaf Berlien, CEO der Osram Licht AG sicher. Ihre Strategie sei der richtige Weg zu mittel- und langfristigem Wachstum. Das Management will die AMS-Führung zu Gesprächen darüber einladen, wie eine sinnvolle und für beide Unternehmen vorteilhafte Kooperation im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben aussehen könnte.

Aktuell findet noch eine Prüfung der Bücher durch die Finanzinvestoren Advent und Bain Capital statt, die eine Offerte für Osram in Aussicht gestellt haben. Unabhängig vom Ausgang dieser Prüfung sowie der Gespräche mit AMS will Osram seinen Weg zu einem führenden Photonik-Unternehmen vorantreiben und ein Update zu der im November 2018 vorgestellten Unternehmensstrategie präsentieren, welches Vorstand und Aufsichtsrat parallel zu dem Bieterprozess zu erarbeiten begonnen haben. Osram konzentriert sich dabei vor allem auf die Verschlankung des Produktportfolios, den zügigen Ausbau zukunftsfähiger Produkte und Optimierung sämtlicher Bereiche sowie die Verbesserung der Profitabilität.

Bildergalerie:„Was Dieter May mit Osram Opto Semiconductors vorhat”
„In den Matrix-LEDs für Frontscheinwerfer sehen wir großes Potenzial, und hier sind wir gut unterwegs“   , sagt der CEO von Osram Opto Semiconductors, Dieter May, im Gespräch mit der Redaktion.  Osram OS „investiert zusehends in Vorwärts-Integration“, wobei das Matrix-Licht für Scheinwerfer ein gutes Beispiel hierfür sei, mehr als nur die reine Lichtquelle zu liefern, sondern eine hochintegrierte Gesamtkomponente, die er als „Komponente Plus“  bezeichnet.
„Derzeit sind wir ein Komponentenhersteller, der in Subsysteme hineinmöchte“ , erläutert Dieter May. In diesem Rahmen halte Osram OS auch nach attraktiven Start-ups Ausschau  –  „vor allem im Bereich Komponente Plus und Mikro-LED“.
Dieter May verpasst Osram Opto Semiconductors zum 1.10.2019 eine neue Organisationsstruktur  
 – und zwar „mit personifizierter Verantwortung – ich weiß aus der Automobilindustrie, dass das funktioniert.“    Dabei will er mehr Operational Excellence und damit vor allem geringere Fertigungskosten.
Die Aufträge gingen konjunkturbedingt zurück, aber die hohen Grundkosten der Fabs von Osram OS in Regensburg und Kulim/Malaysia laufen weiter. Dass die Auslastung der Fabs derzeit suboptimal ist, drückt Dieter May so aus: „Wir haben Kapazitäten frei, um den Aufschwung mitzunehmen.“
Der aktuelle Auftragseingang bereitet dem Unternehmen Sorgen. „Wir fahren auf Sicht, aber unsere Maßnahmen greifen langsam – auch auf der Profitabilitätsseite", räumt May ein. Dabei betont er, dass Osram OS keine Marktanteile verliere und kommt zu folgendem Fazit:  „Ich kann mit der Situation umgehen, dass die Lage stabil ist, aber wir sind noch im Nebel.“