Noch vor einigen Jahren gab es nur einige wenige Hersteller von Steckverbindern, die vor allem ihre Standardprodukte produziert und vertrieben haben. So mussten die Hardwareentwickler bereits in einem frühen Stadium des Leiterplattenlayouts ausreichend Platz für die Steckverbinder einplanen. Durch die stetige Miniaturisierung und die höheren Packungsdichten auf den Leiterkarten entwickelten sich daher Steckverbinder, die vom Standardrastermaß 2,54 mm abwichen. Dies waren zunächst Steckverbinder im Rastermaß 2,00 mm und 1,27 mm, was Platzersparnisse von etwa 20 und 50 Prozent ermöglichte. Doch die Applikationen der Kunden wurden und werden immer komplexer und filigraner, sodass ein steigender Bedarf an kundenspezifischen Steckverbindern entstand, die nicht unbedingt in die zuvor genannten Rastermaße passen. Aber nicht nur die Rastermaße ändern sich bei kundenspezifischen Steckverbindern, sondern auch die Geometrien der Kontakte und Isolierkörper weichen von denen der Standardsteckverbinder ab.

Eck-Daten

Die zunehmende Komplexität im Leiterplattenlayout erfordert auch bei Steckverbindern immer mehr Flexibilität. Kundenspezifisch angepasste Steckverbinder reduzieren nicht nur den Platzbedarf auf dem Board, sondern ermöglichen auch die Verwendung besonderer Kontakt- und Isolationsmaterialien.

Miniaturisierung und Automatisierung verlangen nach kundenspezifischen Steckverbindern.

Miniaturisierung und Automatisierung verlangen nach kundenspezifischen Steckverbindern. Fischer Elektronik

Was macht einen kundenspezifischen Steckverbinder aus?

Wie individuell man einen Steckverbinder gestalten muss, kommt auf die Anwendung des Kunden an. Der kundenspezifische Steckverbinder kann ein modifiziertes und nach Kundenangaben abgeändertes Standardprodukt sein oder auch eine komplette Neuentwicklung, die sich speziell an den Gegebenheiten der Applikation orientiert. Dabei muss der Kunde definieren, welche Schnittstellen der Steckverbinder verbinden muss und in welcher Umgebung der Steckverbinder verbaut wird. Beispielsweise stellt eine Sonderbestückung der Kontakte oder Veränderung von Steck- und Einlötmaßen eines Steckverbinders heutzutage für die meisten Hersteller keine große Herausforderung mehr dar. Die Maschinenparks der Hersteller von Steckverbindern sind meist so ausgestattet, dass kundenspezifische Lösungen keinen wesentlich höheren Mehraufwand darstellen, wenn die Änderung des Steckverbinders keine eigens konstruierten Kontakt- oder Isolationsmaterialien verlangt. Wenn für den neuen Steckverbinder jedoch neue Materialien und Geometrien erforderlich sind, ist der Aufwand für die Hersteller wesentlich höher. Der Kunde muss also eine große Anzahl an Steckverbindern bestellen, damit sich die durch die Neuentwicklung verursachten Kosten für den Steckverbinder gering halten lassen. Bei einer kompletten Neuentwicklung muss der Hersteller nämlich die Maschinen und Werkzeuge umbauen oder neue Maschinen und Werkzeuge konstruieren und herstellen.

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