Continental hat sein Antriebsgeschäft neu aufgestellt und das Management-Team komplettiert.

Continental will den Bereich Powertrain an die Börse bringen.

Continental will den Bereich Powertrain an die Börse bringen. Continental

Das Antriebsgeschäft soll nun als weitgehend eigenständige Einheit agieren. In der zweiten Jahreshälfte soll dann das Geschäft in Vitesco Technologies umbenannt werden.

Das Management-Team unter der Leitung von Andreas Wolf bereitet einen Teilbörsengang vor. Voraussichtlich gegen Ende des zweiten Halbjahrs sollen die notwendigen Voraussetzungen vorliegen, um den Kapitalmarkt über weitere Details zu informieren. Nach Abschluss weiterer notwendiger, technischer und regulatorischer Schritte will das Unternehmen in der Lage sein, den Teilbörsengang abzuschließen. Damit sei je nach Marktlage ab 2020 zu rechnen, teilte Continental mit.

Der Grund für die Verselbstständigung von Powertrain seien die absehbaren schnellen Veränderungen im Antriebsgeschäft, in dem die Marktentwicklung maßgeblich durch politische Vorgaben für Emissionsgrenzwerte bestimmt werde, sagte Wolf. Dabei würden die Regulierungen je nach Region in unterschiedlichen Geschwindigkeiten vorangetrieben, was von der Industrie eine hohe Flexibilität erfordere.

Die Geschäftsfelder des Unternehmens sollen weiterentwickelt werden, um die zukünftigen Anforderungen von Markt und Gesellschaft zu erfüllen, insbesondere im Hinblick auf lokale und globale Emissionsziele. Neben dem Geschäft mit Verbrennungsantrieben betreibt das Unternehmen auch das Geschäft mit Hybrid- und Elektroantrieben sowie alle laufenden Batterieaktivitäten. Das Unternehmen ist als einer der wenigen Systemanbieter in der Lage, eine komplette Elektrifizierung des Antriebsstrangs aus einer Hand zu liefern: vom 48-Volt-System über integrierte Hybridkonzepte in Getriebe und Achse bis zum reinen Elektroantrieb, verbunden mit Leistungs- und Ladeelektronik sowie einem Batteriemanagementsystem, das durch Energie- und Thermomanagement optimiert wird.

CEO Andreas Wolf kommt von der Continental-Division Interior

Mittelfristig will der Bereich Powertrain durch die flächendeckende Unterstützung von Mild- und Vollhybridlösungen den Massenverkehr verbessern. „Auch für die langfristig notwendige CO2-freie Mobilität entwickeln wir schon heute die nächste Generation von E-Antrieben und bereiten Technologien für CO2-neutrale Kraftstoffe auf Wasserstoffbasis vor, sei es in der Brennstoffzelle oder als synthetische Kraftstoffe im Motor“, sagte Wolf. Im Hinblick auf die Umwelt verfolgten sie ein klares Ziel: „Mit Elektrifizierung und der Optimierung von Verbrennungsmotoren wollen wir dazu beitragen, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2030 zu halbieren“, kündigte Wolf an.

Der 58-jährige Manager übernahm im Oktober 2018 die Leitung der Division Powertrain und wurde mit dem Übergang in die neue Gesellschaftsform am 1. Januar 2019 zum leitenden Geschäftsführer und Chief Executive Officer (CEO) des neuen Unternehmens ernannt. Zuvor war Wolf seit 2007 für den Geschäftsbereich Body & Security der Continental-Division Interior verantwortlich. Auch die beiden anderen Powertrain-Geschäftsführer sind seit langem in Führungspositionen für Continental tätig: Finanzchef Werner Volz (Chief Finance Officer, CFO) leitete seit 2008 den Bereich Finanzen und Controlling der Division Chassis & Safety. Personalchef Ingo Holstein (Chief Human Relations Officer, CHRO) war seit 2010 Personalleiter der Division Reifen.

Das neue Unternehmen ist in drei Geschäftsbereiche gegliedert, die wirtschaftlich eigenverantwortlich operieren. Die beiden Bereiche Engine Systems und Transmission haben sich zum neuen Geschäftsbereich „Engine & Drivetrain Systems“ (E&DS) zusammengeschlossen. Dessen Produktspektrum reicht von Motor- und Getriebesteuerungen über Einspritzsysteme und Turbolader bis zur Abgasnachbehandlung. Ebenfalls zusammengeführt wurden die Einheiten Sensors & Actuators und Fuel & Exhaust Management zum neuen Geschäftsbereich Powertrain Components (PTC). Dessen Portfolio beinhaltet Kraftstofffördereinheiten, Katalysatoren und SCR-Dosiersysteme sowie Sensorik und Aktuatorik für alle Fahrzeug- und Antriebsarten. Unverändert geblieben ist der strategische Wachstumsbereich Hybrid & Electric Vehicle (HEV), der alle zentralen Komponenten für die Antriebselektrifizierung in Hybrid- und Elektrofahrzeugen umfasst. Geleitet werden die Geschäftsbereiche von Wolfgang Breuer (E&DS), Klaus Hau (PTC) und Thomas Stierle (HEV).