Nach den Querelen mit Qualcomm will Apple das Geschäft mit den Modems für seine Smartphones selbst in die Hand nehmen. Dazu übernimmt der Konzern aus dem amerikanischen Cupertino die Modemsparte von Intel. Die beiden Technologie-Konzerne unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung und einigten sich auf eine Transaktionssumme von einer Milliarde US-Dollar. Damit gehen die rund 2200 Intel Mitarbeiter zusammen mit geistigen Eigentum, Ausstattung und Verträgen an Apple über. Im vierten Quartal 2019 soll die Übernahme abgeschlossen sein. „Wir arbeiten seit vielen Jahren mit Intel zusammen und wissen, dass dieses Team Apples Leidenschaft für die Entwicklung von Technologien teilt, die unseren Anwendern die weltweit besten Erfahrungen ermöglichen“, begrüßt Johny Srouji, Apples Senior Vice President of Hardware Technologies, die Transaktion.

Apple mit Sitz im kalifornischen Cupertino will Komponenten zunehmend inhouse entwickeln und produzieren. Der Kauf von Intels Modemsparte ist Teil der Strategie.

Apple mit Sitz im kalifornischen Cupertino will Komponenten zunehmend inhouse entwickeln und produzieren. Der Kauf von Intels Modemsparte ist Teil der Strategie. Carles Rabada @ Unsplash

Der amerikanische Konzern verfolgt bereits seit längerem den Plan, Entwicklung und Produktion wieder selbst zu übernehmen, da sich Hardware- und Software besser aufeinander abstimmen ließen.

Nach Aussagen der beiden Unternehmen wird Apple nach der Akquisition über 17.000 Patente auf Mobilfunktechnologien halten. Diese reichen von Protokollen für Mobilfunkstandards bis hin zu Modemarchitektur und Modemeinsatz. Intel wird die Möglichkeit behalten, Modems für den Einsatz außerhalb von Smartphones wie PCs, Internet der Dinge und autonome Fahrzeuge zu entwickeln. „Diese Vereinbarung ermöglicht es uns, uns auf die Entwicklung von Technologien für das 5G-Netzwerk zu konzentrieren und gleichzeitig wichtige Rechte am geistigen Eigentum und Modemtechnologien zu behalten, die unser Team entwickelt hat“, erklärt Intel CEO Bob Swan. Intel will sich eher auf das 5G-Geschäft in Telekommunikationsgeräten, mit Netzbetreibern und Cloud Service Providern konzentrieren. Intel kaufte das Modemgeschäft 2010 von Infineon, um das Kommunikationsgeschäft auszubauen.