Der Editor: Das Bearbeitungsfenster des Editors lässt sich mit dem von Powerpoint vergleichen. Der Anwender zieht eine Tabelle oder bestimmte Views per Drag-and-drop in die Oberfläche.

Der Editor: Das Bearbeitungsfenster des Editors lässt sich mit dem von Powerpoint vergleichen. Der Anwender zieht eine Tabelle oder bestimmte Views per Drag-and-drop in die Oberfläche.GIA

Durch das stetig steigende Angebot an Apps für Smartphones und Tablets existiert mittlerweile für fast jedes Problem und jede Aufgabe eine Lösung in Form einer App. Einen Nachteil aber hat diese Flut an mobiler, frei verfügbarer Software: Anwender mit komplexeren Aufgaben müssen ihre alltäglichen Arbeiten mit vielen verschiedenen Apps lösen, was häufig sehr umständlich ist und die eigentliche Arbeits­erleichterung durch Smartphone und ­Tablet relativiert. Auch die Kunden der GIA verlangten daher nach einer universellen, intelligenten Plattform, die ihren Zweck erfüllt und gleichzeitig übersichtlich und einfach zu bedienen ist. So fiel der Startschuss für die Entwicklung des App-Makers ‚Bi-Apps‘ für mobile End­geräte. Damit kann jeder Kunde seine Unternehmensdaten in Form von mobilen Anwendungen, also Apps, darstellen und damit arbeiten. Wie so eine App aussieht und wer darauf Zugriff hat, entscheidet ausschließlich der Kunde. Dabei ist es unerheblich, aus welchem Arbeitsbereich der Anwender kommt: Bi-Apps ist ein branchenneutrales Softwaretool, welches alle Arten von Daten, Bildern, Grafiken oder Eingaben über einen Editor auf mobile Endgeräte übertragen kann. Beispielsweise kann damit ein Betriebsleiter Produktions- und Personaldaten über sein Handy abrufen – sowie logisch miteinander verknüpfen – und Aktionen veranlassen oder Anweisungen geben.

Der Aufbau von Bi-Apps: Mit dem Editor erstellt der Anwender die mobile Anwendung. Die Engine ist das Verbindungsstück zur Serverarchitektur und liefert die Daten für den Client, der zugehörigen App für Smartphone, Tablet oder PC.

Der Aufbau von Bi-Apps: Mit dem Editor erstellt der Anwender die mobile Anwendung. Die Engine ist das Verbindungsstück zur Serverarchitektur und liefert die Daten für den Client, der zugehörigen App für Smartphone, Tablet oder PC.GIA

Bi-Apps unterstützt die Anbindung praktisch aller Systeme, wie Datenbanken (zum Beispiel Access, Oracle, SQL Server), Software-Anwendungen (zum Beispiel Excel, CSV), Webservices (http)  oder Automatisierungstechniken (OPC). Auch Benutzerkennungen, Barcodes und RFID-Auswertungen lassen sich in alle Applikationen integrieren.

Der Editor von Bi-Apps überträgt die fertige App sowie alle vorgenommenen Änderungen via Funk an jedes mobile Endgerät, wo die Client-Software die Informationen gerätespezifisch interpretiert. Daher muss der Nutzer kein erfahrener Software-Entwickler sein und nicht programmieren können, um mit dem Tool arbeiten zu können.

Drei-Komponenten-System

Bi-Apps besteht aus drei Teilen: der Engine (dem Server mit den relevanten Informationen), dem Editor (dem App-Maker auf einem PC) und den Clients, also den Apps auf dem Smartphone, Tablet oder PC.

Das Kernstück des Produktes ist die Engine. Sie sammelt die Anwendungsdaten und versendet diese an die Clients. Hierzu muss die Engine im Netzwerk des Kunden installiert sein und Zugriff auf die Daten haben, wie Datenbanken, Steuerungen, Leitsysteme oder Webdienste.

Die verschiedenen Clients zeigen in ihrem jeweiligen Browser-Verhalten die auf der Engine abgelegten Projekte an. Da die Informationen im XML-Format übermittelt werden, können die verschiedenen Clients (Blackberry, iPhone, iPad oder Windows-Client) die Informationen auslesen und für ihr System anzeigen. Das bedeutet, dass zum Beispiel ein Projekt, angelegt für ein Blackberry-Handy, auch mittels iPhone oder PC geöffnet und angezeigt werden kann. Außerdem lässt sich im Editor jeweils eine angepasste Auflösung für die verschiedenen Endgeräte vorgeben, sodass der Anwender die Displayfläche auf jedem Gerät optimal nutzen kann. Bi-Apps ist somit nach der einmaligen Projektierung Endgeräte-unabhängig.

Obwohl für das Erstellen der Projekte keine Programmierkenntnisse erforderlich sind, sollte sich der Anwender mit der Struktur der Datenquelle auskennen; also wissen, woher die Daten kommen. Bei Datenbanken sollte er die Tabellen kennen, auf die er zugreifen möchte, um bei Bedarf besondere Filter/Ansichten (Views) zusammenstellen zu können. Bei Prozessleitsystemen oder Steuerungen müssen ihm die Namen des OPC-Servers sowie die Namen der Tags, also der Datenpunkte, bekannt sein. Aus allen Quellen kann er die Objekte per Drag-and-drop in das Bearbeitungsfenster ziehen. Das funktioniert auch mit Tabellen oder ganzen Views.

Das Bearbeitungsfenster des Editors lässt sich mit dem von Powerpoint vergleichen. Hier können alle gängigen Texte, Formen und Darstellungen für statische Anzeigen erzeugt werden. Es besteht eine Menüzeile, wie man sie aus Microsoft-Programmen kennt.

Von einem Assistenten unterstützt kann der Anwender die Datenquelle anlegen. Die Maske zeigt alle Rechner im Netzwerk und die vorhandenen Datenbanken namentlich an. Nach Eingabe von Benutzername und Passwort kann man die Struktur der Datenbank auslesen. Danach lässt sich eine komplette Tabelle oder gezielt Views per Drag-and-drop in die Oberfläche ziehen. Die Auswahlkriterien müssen lediglich mit der ‚Where‘-­Bedingung im Select-Management ausgewählt werden. Auch hierfür ist ein Assistent in Arbeit, der die Tabellen, Spalten und gängigen Abfragebedingungen anzeigt und in ein SQL-Statement umwandelt.

Ein Beispiel für eine mit Bi-Apps erstellte App: Sie vereinfacht das Baubestands-Management einer Wohnungsbaugenossenschaft und macht alle Vorgänge nachvollziehbar.

Ein Beispiel für eine mit Bi-Apps erstellte App: Sie vereinfacht das Baubestands-Management einer Wohnungsbaugenossenschaft und macht alle Vorgänge nachvollziehbar.GIA

Apps in der Praxis

Bisher wurden Projekte in diversen Branchen umgesetzt. Hierzu gehören die Bunkerverwaltung für die Kohlelagerung, die Bahnankündigung im Kohletagebau, die Organisation von Verkehrssicherungspflichten, Wohnungsabnahmen oder die Bestandspflege für die Wohnungswirtschaft sowie Gas-, Wasser- und Elektrozählererfassung via Barcode-Scan über iPads bei den Stadtwerken. Das Kohle­management der RWE Power im Rheinischen Braunkohlerevier nutzt einen mit Bi-Apps erstellten mobilen Mini-Arbeitsplatz für 40 Mitarbeiter. Die Idee geht auf einen Beladewärter zurück, der effizienter arbeiten wollte und dies inzwischen auch tun kann, weil die mobilen Anwendungen auf seinem Blackberry unter anderem die zu beladenden Transportbahnen minutengenau ankündigen. Hierdurch trifft die geförderte Braunkohle zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Menge und Qualität in den tagebaunahen Kraftwerken oder Veredelungsbetrieben vom Betreiber ein. Denn wenn die Kohleversorgung ins Stocken gerät, drohen kostspielige Stillstände.

RWE entschied sich aufgrund der teils hervorragenden Netzabdeckung im Tagebau für die Datenübertragung per UMTS und für Blackberrys als mobile Geräte. Um die Datensicherheit zu erhöhen, betreibt RWE Power einen Blackberry Enterprise Server, über den eine gesicherte Kommunikation zu den Webservices erfolgt, die die Daten aus dem RWE-Netz zur Verfügung stellen.
Mit der Umsetzung einer Applikation für Smartphones und Tablets geht die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft Neuss (GWG-Neuss) auf die veränderten Anforderungen an die Verwaltung ihres Gebäudebestands ein. Die Applikation für die Verwaltung der Verkehrssicherungspflichen steht den Mitarbeitern der GWG-Neuss seit Mai 2011 zur Verfügung. Um die Aufgaben des Baubestandsmanagements zu vereinfachen und deren Umsetzung, auch rechtssicher, nachvollziehbar zu machen, entwickelten die Projektingenieure von GIA eine Lösung, die eine Organisation und Koordination der Prüftermine automatisiert und verbessert. Die Dokumentation sollte papierlos und automatisiert erfolgen. Die insgesamt über 100 000 Termine – von täglichen bis hin zu fünfjährlichen Wiederholungs­prüfungen – werden nun automatisch in Intervallen koordiniert.