Verschiedene Standards für das hoch automatisierte Fahren werden derzeit in offenen Arbeitsgruppen entwickelt. Einige haben sich nun entschieden, ihre erarbeiteten Spezifikationen in die Standardisierungs-Organisation ASAM zu überführen. Der erste Standard, der Anfang September zu Asam transferiert wurde, ist Open-Drive. Er definiert ein Datenmodell zur hoch genauen, logischen Beschreibung von Straßennetzen. Zur Anwendung kommt er in der Fahrzeug- und Verkehrssimulation, wo er der funktionalen Absicherung von Fahrsituationen und -manövern dient. Open-Drive soll künftig unter dem Namen ASAM Open-Drive weiterentwickelt werden.

Open-Drive

Dr. Klaus Estenfeld (li.), Geschäftsführer von Asam, übernimmt symbolisch die Weiterentwicklung des Open-Drive-Standards von Marius Dupuis, Geschäftsführer von Vires Simulationstechnologie. Asam

In einem nächsten Schritt sollen die Standards Open-CRG zur Beschreibung von Fahrbahnoberflächen und Open-Scenario zur Beschreibung von Fahrmanövern und dynamischen Umgebungssituationen folgen. Weitere Arbeitsgruppen aus dem Umfeld des hoch automatisierten Fahrens haben nach Unternehmensaussage bereits Interesse gezeigt, ihre erarbeiteten Spezifikationen auch im Rahmen des ASAM weiterzuentwickeln.

Das bisherige Open-Drive-Core-Team um die Initiatoren Vires Simulationstechnologie und Daimler umfasst rund zehn Firmen, die sich seit 2006 an der Entwicklung des Standards beteiligt haben. Geschlossen wurde der Transfervertrag nun zwischen ASAM und Vires, das damit seine Rechte an dem Standard an die Organisation abtritt. Marius Dupuis, Geschäftsführer Vires Simulationstechnologie: „Open-Drive geht in die nächste Phase und wird vom ‚de facto‘ zum ‚ordentlichen‘ Standard. (…) Durch ASAMs internationale Präsenz wird Open-Drive seinen weltweiten Anwenderkreis zügig ausbauen.“