Rittal hat für sein neues Werk zur Schaltschrank- und Kleingehäuseproduktion 250 Millionen Euro investiert – und dabei eine Smart Factory geschaffen

Rittal hat für sein neues Werk zur Schaltschrank- und Kleingehäuseproduktion 250 Millionen Euro investiert – und dabei eine Smart Factory geschaffen, die konsequent auf die Industrie-4.0-Technik setzt. Rittal

In der neuen Fabrikhalle von Rittal stehen auf rund 24.000 Quadratmetern mehr als 100 hochautomatisierte Maschinen und Anlagenkomponenten. Wo früher die einzelnen Fertigungsprozesse Zuschneiden, Kanten, Schweißen sowie Lackieren transaktional, sequenziell und unabhängig voneinander abgearbeitet wurden, werden im neuen Werk alle Personen und Objekte immer enger in das Manufacturing Execution System eingebunden. Die Einzelbaugruppen werden am Ende automatisch zum fertigen Produkt zusammengeführt und mit einem QR-Code versehen, der eine Identifizierung auch in der späteren Weiterverarbeitung beim Kunden ermöglicht.

Dabei kommunizieren die Maschinen und Handling-Systeme untereinander und mit übergeordneten Leitsystemen über Industrie-4.0-taugliche Kommunikationsnetzwerke. 20 fahrerlose Transportsysteme übernehmen automatisiert die Transporte im Werk. Verpackung, Kennzeichnung und der Weitertransport zur Distribution erfolgen ebenso automatisiert. Mithilfe wissensbasierter Systeme, die kontinuierlich ‚dazulernen‘, werden Ausfallzeiten verringert, Wartungen vorausschauend geplant und damit Störungen des ausgeklügelten Produktionsprozesses minimiert.

Die digitalisierte Auftragsabwicklung wird so zu einem Garanten für die ständige Verfügbarkeit des Serienportfolios mit Zubehör im Global Distribution Center, das die digitale Kette von Konfiguration und Engineering beim Kunden bis zur Auslieferung schließt.

USE CASE AUF DEM MarktPlatz Industrie 4.0

Dieser Beitrag beschreibt einen der 14 Praxisanwendungen (Use Cases), die auf dem ‚Marktplatz Industrie 4.0‘ beim Automatisierungstreff in Böblingen vom 27. bis 29. April 2021 gezeigt werden. Die Teilnehmer der Veranstaltung können so den ganzheitlichen Ansatz von Industrie 4.0 und IIoT an konkreten Industrieanwendungen nachvollziehen und verstehen. Zur Übersicht über alle Use-Cases gelangen Sie hier.

Aufgrund des Ausbruchs der Corona-Pandemie war der usprüngliche Termin des Automatisierungstreffs vom März auf September 2020 verschoben worden; der ersatzweise geplante September-Termin konnte jedoch nicht realisiert werden, weil die Mitveranstalter die Lage Ende Juli als zu angespannt und unsicher einschätzen, um die Veranstaltung erfolgreich durchführen zu können.