Hannover Messegelände 2019

Diesen Schriftzug in der Ausführung HM20 können Besucher erst im Juli 2020 auf dem Messegelände in Hannover begutachten. Redaktion IEE

Nun also auch Hannover. Nach zahlreichen Absagen und Verschiebungen in den vergangenen Tagen (Automatisierungstreff Böblingen, all about automation Friedrichshafen), findet nun auch die Hannover Messe nicht an ihrem anvisierten Termin statt. Diese Konsequenz hatte sich bereits angebahnt, nachdem am 3.3. bereits die OPC Foundation ihre zweiten World Interoperability Conference gecancelt hatte.

Die Entscheidung für die Terminverschiebung auf den 13-17. Juli erfolgte laut Pressmeldung in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt der Region Hannover, dem Ausstellerbeitrat der Hannover Messe sowie den Partnerverbänden VDMA und ZVEI. Das Gesundheitsamt der Region Hannover hatte der Deutschen Messe dringend empfohlen, die Hinweise des Robert-Koch-Instituts zu beachten. Diese beinhalten umfassende Maßnahmen zur Gesundheitssicherung bei der Ausrichtung von Großveranstaltungen. Dazu gehören:

  • Fiebermessstationen an allen Eingängen
  • die Maßnahme, keine Teilnehmer aus Risikogebieten zuzulassen
  • und Teilnehmern, die Kontakt zu Personen aus Risikogebieten hatten, den Zutritt zu den Veranstaltungen zu verweigern.
Neuer Termin Hannover Messe 2020

Statt Ende April nun also Mitte Juli Deutsche Messe

Dies hätte eine umfangreiche Überprüfung aller, oft auch internationalen, Messeteilnehmer zur Folge – von Aussteller über Besucher bis hin zu Dienstleistern, Standbauern und Catering-Firmen. Die genannten Maßnahmen sind von der Deutschen Messe nicht realisierbar. Zudem würde deren Umsetzung dazu führen, dass die störungsfreie Durchführung der Veranstaltung in einem Maße beeinträchtigt wäre, dass der mit der geplanten Ausrichtung angestrebte Veranstaltungszweck weder für die Aussteller, noch für die Besucher nicht oder nur mit erheblichen Einschränkungen erreicht werden könnte.

Bildergalerie:„Roboter & Co: Was es auf der Hannover Messe 2019 zu sehen gab”
Roboter gehören traditionell zu den Eyecatchern auf der Hannover Messe. Dieser Riese von Fanuc lässt ein Auto durch die Halle schweben
Bereits fester Bestandteil des Messegeschehens.: Ein Besucher mit Virtual Reality-Brille – getreu dem Motto: Ich steuer was, das du nicht siehst.
Roboception bei IBG
Wer schon immer mal in einem Formel-E-Auto sitzen wollte, konnte sich am Stand von ABB dank Virtual Reality dort hineinversetzen.
Tanz der Roboter am Stand von Universal Robots
ifm verkündete mit dem Logo seine Mitgliedschaft in der <a href="https://www.all-electronics.de/sap-kuka-und-co-starten-die-open-industry-4-0-alliance/">neu gegründeten Open Industry 4.0 Alliance</a>.
Ein oder zwei Arme? Mit den Pilz-Robotermodulen ist beides möglich.
Festo zeigte seine Version der Zukunft von Armen und Greifern – inklusive Pneumatik.
Kuka hatte zwar keinen eigenen Stand mehr auf der Hannover Messe, die Roboter des Augsburger Unternehmens waren allerdings ein häufiger Gast auf der Messe.
So sieht echter Heavy Metal aus. Der Gitarrist von <a href="https://www.pledgemusic.com/artists/compressorhead">Compressorhead </a> am Stand von HP.
Spiel es noch einmal Sam und noch einmal und noch einmal...
Beckhoff mit seinem erstmals <a href="https://www.all-electronics.de/billion-dollar-company/">auf der SPS 2018 vorgestellten Moversystem </a>
Das <a href="https://www.all-electronics.de/linear-antriebssystem-ermoeglicht-neue-maschinenkonzepte/">Transportsystem ACOPOStrak von B&R</a> im Einsatz auf der Hannover Messe
Wer es nicht bis zu den Süßigkeiten an den Ständen geschafft hat, konnte sich an dieses kleine Helferlein wenden.
Gut besucht waren die diversen Vorträge, hier das Forum Industrie 4.0.
Viele Bundesländer hatten einen eigenen Stand auf der Hannover Messe – zünftig und traditionell ging es zuweilem am bayrischen Stand zu.
Automatisierung im Miniaturformat
Industrie 4.0 fasst jeder in seine eigenen Worte. Am Stand von Molex konnten Besucher ihre Vorstellungen von der Digitalisierung bebildern.
Am Stand von Pepperl+Fuchs konnten sich Besucher per Scanner erfassen lassen und anschließend ihr eigenes Abbild in Losgröße 1 mit nach Hause nehmen.
Auch Aussteller zur Prozessindustrie waren in Hannover vertreten
Bei Weidmüller gab es unter anderem die externe Überwachung von Motoren.
Sollen E-Autos schnell geladen werden, braucht es entsprechende Kabel. Dank der automatisierten Ladestation von Harting soll sich dabei niemand einen Bruch heben.
Von außen etwas bedrohlich, von innen informativ: Der Truck von ifm
Das Wahrzeichen der Hannover Messe, der Hermes-Kopf, erstrahlte bei besten Wetter.
Die nächste Hannover-Messe findet vom 20. April
bis 24. April 2020 statt.

Gesundheit im Vordergrund

Da die Gesundheit der Aussteller, Besucher, Mitarbeiter und der Bevölkerung für die Deutsche Messe AG höchste Priorität hat, wurde in Abstimmung mit den Ausstellerbeiräten der Hannover Messe entschieden, auf den Juli-Termin auszuweichen.

„Mit dem Termin im Juli bieten wir unseren Ausstellern den frühestmöglichen Zeitpunkt, um ihre Innovationen einem Weltpublikum zu präsentieren und Geschäfte anzubahnen“, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Messe AG. „Angesichts der weltwirtschaftlichen Herausforderungen, die durch das Coronavirus im ersten Halbjahr ausgelöst wurden, bietet der neue Termin erhebliche Chancen. Denn so kann die weltweit wichtigste Industriemesse bereits im Juli frühzeitig wichtige Impulse für die globale Konjunktur setzen.“

VDMA und ZVEI stehen hinter der Entscheidung

Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA: „Die Entscheidung für den Austritt Großbritanniens aus der EU ist ein Alarmsignal für die Unternehmen. Der Brexit wird den Industriestandort Europa viel Vertrauen bei Investoren kosten.“ VDMA/Uwe Nölke

Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA: „Wir gehen davon aus, dass sich die Lage in den kommenden Monaten beruhigt und der Maschinenbau dann von einer sich belebenden Geschäftslage profitieren wird.“ VDMA/Uwe Nölke

„Der VDMA unterstützt die Entscheidung der Deutschen Messe AG. Angesichts der aktuellen Schwierigkeiten, die durch das Coronavirus verursacht werden, halten wir eine Verschiebung der Hannover Messe in den Juli für richtig“, sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. „Wir gehen davon aus, dass sich die Lage in den kommenden Monaten beruhigt und der Maschinenbau dann von einer sich belebenden Geschäftslage profitieren wird.“

„Die heutige Entscheidung der Deutschen Messe AG, die Hannover Messe zu verschieben, ist inhaltlich richtig und kommt zur rechten Zeit“, betont auch Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung. „Als international bedeutende Industriemesse lebt sie in besonderer Weise von der Begegnung von Menschen aus aller Welt. Diese kann nur erfolgen, wenn keine Gesundheitsgefahren bestehen. Für die Elektroindustrie ist es wichtig, dem Publikum ihre Produkte für Industrie 4.0, Elektrifizierung und mehr Energieeffizienz nunmehr im Sommer zu präsentieren.“