Nun sollen Halogenlampen doch noch länger im Handel bleiben: Die EU will das Halogenlampen-Verbot nun erst zum September 2018 umsetzen und begründet den Schritt mit Verbraucherinteressen. Der Europäischen Kommission zufolge lehnen viele Verbraucher Energiesparlampen nach wie vor ab. Und LED-Leuchtkörper, die genauso als Ersatz für die verbotenen Glühlampen in Frage kämen, seien häufig noch recht teuer. Deshalb, meinen die Abgeordneten, sollten Halogenlampen ihre Rolle als Glühlampen-Ersatz länger behalten als ursprünglich geplant.

Dahinter mag die Überlegung stecken, dass die LED-Preise während zweier zusätzlicher Lebensjahre für Halogenlampen weiter sinken werden. Und das mag sogar stimmen, dennoch ist die Überlegung auch riskant. Denn erstens konnte sich manche Schlüsseltechnologie erst mit ein wenig Starthilfe vom Gesetzgeber am Markt durchsetzen – man denke nur an den Katalysator im Verbrennungsmotor, der erst selbstverständlich wurde, nachdem er zur Pflicht geworden war. Und zweitens schafft die Lebenszeit-Verlängerung ein gerütteltes Maß an Unsicherheit für die Lichtindustrie, die während der vergangenen Jahre viel investiert hat, um LED-Leuchtkörper, Beleuchtungssysteme und Beleuchtungssteuerungen besser und günstiger zu machen.

Unnötig gebremst

Kurz gesagt: Im schlimmsten Falle begünstigt die Verlängerung für die Halogenlampe die Verbreitung energieeffizienterer Leuchtmittel nicht, sondern bremst sie sogar. Die Verantwortlichen sollten deshalb genau abwägen, ob sie diese wirklich umsetzen wollen. Im Zuge dieser Erwägung könnten sie beispielsweise auf die Grundlage für das Halogenlampenverbot zurückschauen – nämlich auf die EG-Verordnung 244/2009. Diese stellt neue, hohe Anforderungen an die Energieeffizienz von Leuchtkörpern (die auch Glühlampen schon nicht erfüllen konnten). Sie stellt also den Schutz der Umwelt in den Vordergrund – und nicht den von Verbraucherinteressen.

Das soll nicht heißen, dass die Kommission Verbraucher nicht schützen sollte oder dass es ihre Aufgabe wäre, Planungssicherheit für Unternehmen herzustellen. Aber ihren eigenen Absichten sollte sie durchaus treu bleiben. Deshalb scheint eine Grundsatzentscheidung über die Prioritäten ratsam, die hinter der Verlängerung der Lebenszeit für Halogenlampen stehen: Geht es bei der Umsetzung von 244/2009 um den Umweltschutz? Oder geht es um Verbraucherinteressen? Falls der Umweltschutz wichtiger ist, sollte die Kommission dementsprechend entscheiden – und den Weg für LEDs und andere sparsame Leuchtmittel so früh wie möglich freigeben.

Die Eckdaten zum Verbot

Im Jahr 2009 beschloss das EU-Parlament Leuchtmittel der Energieklasse C (sogenannte Hochvolt-Halogenlampen) in der Europäischen Union ab dem September 2016 zu verbieten. Die Grundlage, auf der das Halogenlampenverbot beruht (EG-Verordnung 244/2009), stellte neue Anforderung an die Energieeffizienz von Leuchtkörpern. Obwohl Halogenlampen etwa 30 Prozent effizienter als die klassischen Glühbirnen sind, verbrauchen sie im Vergleich zu Energiesparlampen und LED-Leuchtmitteln deutlich mehr Strom.

Das Halogenlampenverbot soll nun im September 2018 in Kraft treten.