ABB hat einen Auftrag in Höhe von 550 Millionen US-Dollar für eine Übertragungsleitung zwischen dem irischen und englischen Stromnetz erhalten. Die eingesetzte Technologie wird die Netzzuverlässigkeit und Versorgungssicherheit in beiden Ländern erhöhen und Irland zudem die Möglichkeit geben, seine Windkraftkapazitäten auszubauen. Eirgrid, der Betreiber des irischen Stromübertragungsnetzes, hat ein 500-MW-Übertragungssystem auf der Basis von HVDC Light (Hochspannungs-Gleichstromübertragung) in Auftrag gegeben. Diese ABB-Technologie bietet zahlreiche Umweltvorteile wie neutrale elektromagnetische Felder, ölfreie Kabel, geringe Stromverluste und kompakte Umrichterstationen. Ausserdem gewährleistet die ABB-Lösung, dass die Stromversorgung nach einem Ausfall ohne die Hilfe externer Energiequellen wieder hergestellt werden kann. „Wir freuen uns, bei diesem Projekt mit Eirgrid zusammenarbeiten zu können“, sagt Peter Leupp, Leiter der Division Energietechniksysteme von ABB. „Die HVDC-Light-Technologie von ABB wird die Stabilität des irischen und britischen Übertragungsnetzes stärken und die Kapazitäten für die Nutzung erneuerbarer Energien steigern.“ Die Leitung wird über eine Länge von 186 km unter Wasser und über 70 km unter der Erde verlegt, so dass die Umweltauswirkungen auf ein Minimum reduziert werden. Die einzigen sichtbaren Teile werden die Umrichterstationen an beiden Enden der Leitung sein. In diesen Stationen wird Wechselstrom in Gleichstrom und wieder in Wechselstrom gewandelt. Das Kabel wird mit einer extrudierten Polymer-Isolierung vor den rauen Bedingungen der Irischen See geschützt. Die HVDC-Light-Verbindung wird eine Übertragungsspannung von 200 kV aufweisen – das ist das höchste Spannungsniveau, bei dem diese Art von Kabel je eingesetzt wurde. Die höhere Spannung ermöglicht eine Übertragungskapazität von 500 MW und damit die höchste Kapazität, die bei einem HVDC-Light-Erdkabel bisher erreicht wurde. ABB ist für das System-Engineering verantwortlich, einschliesslich Konstruktion, Lieferung und Installation der See- und Erdkabel und beider Umrichterstationen. Das System soll im September 2012 in Betrieb genommen werden können. Irland plant, seine Windkraftkapazitäten auszubauen. Dank der neuen Leitung zwischen Dublin und Wales wird Irland in der Lage sein, bei Windstille Strom zu importieren und Strom zu exportieren, wenn es überschüssige Energie erzeugt.