Auch soll die Inbetriebnahmezeit kurz sein, um Produktionszeit zu gewinnen. Zur Umsetzung von Maschinen- und Anlagenbauprojekten ist viel Software (CAD, CAE, PLM) entstanden. Klassisch werden hier Einzeldisziplinen betrachtet und optimiert, es fehlt an Durchgängigkeit, Eindeutigkeit und Automatisierbarkeit von Prozessen. Bei den genannten Herausforderungen für immer komplexere Projekte und kurze Umsetzungszeiten stoßen aktuelle Technologien und Prozesse somit oft an Grenzen. Zeit für einen neuen Weg!

Disziplinübergreifendes Engineering – eine kurze Einführung

Was ist Automation Designer?

Automation Designer ist eine Engineering-Software für den Maschinen- und Anlagenbau und dort eine zentrale Anwendung für die Elektroplanung, die Konfiguration der Automatisierungs-Hardware und die Erstellung von SPS-Software, alles mit einem funktionalen, mechatronischen Ansatz. Automation Designer integriert die enthaltenen Daten der Elektro- und Automatisierungstechnik mit den Daten der Systemplanung und der Mechanikkonstruktion – es entsteht ein gesamtheitlicher Digitaler Zwilling. Daneben bietet Automation Designer regelbasierte Engineering-Unterstützung für die automatische Generierung von Schaltplänen und SPS-Daten.

Die Funktionen von Automation Designer und des Digitalen Zwillings reduzieren die Engineering-Zeit, um in kürzester Zeit vom Konzept zur (virtuellen) Inbetriebnahme zu kommen. Mit dem Digitalen Zwilling können Abläufe im Vorfeld simuliert und validiert werden. Das führt zu geringeren Betriebskosten.

Das in Automation Designer enthaltene mechatronische Datenmodell sorgt für Konsistenz im gesamten Engineering. Regelbasiertes Engineering führt zu Einsparung durch die Generierbarkeit großer Projektumfänge. Letztlich spart die Software auch Geld durch viele Standardfunktionen, die heute bei Firmen oft als eigenentwickelte Lösungen realisiert sind, Stickwort Wartungsaufwand.

Integriertes Datenmodell für mechatronisches Engineering

Automation Designer ermöglicht simultanes, paralleles Engineering aller beteiligen Disziplinen, da ein gemeinsamet Datenmodell für Mechanik, Elektrik und Automatisierungstechnik zugrunde liegt. Das führt zu konsistenten Daten zwischen Systemplanung, Mechanik-CAD, Schaltplänen, SPS-Hardware Konfiguration, Signalen und SPS-Software. Auf dieser Basis lassen sich somit Schaltpläne für Eplan Electric P8 generieren und komplette SPS-Projekte für das TIA Portal von Siemens. Für den elektrotechnischen Teil lässt sich auch das optionale Modul Electrical Design mit vollwertigen E-CAD Funktionen nutzen. Dieses wird in einem gesonderten Fachartikel vorgestellt.

Mit der Nutzung von Automation Designer werden viele heutiger Datenschnittstellen überflüssig. Auch ist das Wechseln von Anwendungen für das Testen von Änderungen durch virtuelle Inbetriebnahme ist nicht nötig, da es in derselben Softwareumgebung möglich ist.

Automation Designer ermöglicht eine mechatronische Sichtweise der Engineering-Daten
Bild: Automation Designer ermöglicht eine mechatronische Sichtweise der Engineering-Daten

Regelbasiertes Engineering mit mechatronischen Templates

Mit Automation Designer hat man zu jeder Zeit Transparenz und Kontrolle über das Engineering-Ergebnis. Regelbasierte Ansätze erlauben die Validierung der Ergebnisse vor der Generierung zu Eplan und TIA Portal. Mechatronische Templates kapseln das Engineering-Wissen für einfache Wiederverwendung und ermöglichen dynamisches Einfügen in das aktuelle Projekt. Templates bilden die eigenen Firmenstandards ab und werden in der Bibliothek für spätere Verwendung gespeichert.

Neben der vordefinierten Integration von Siemens-Tools wie NX Modelling, Line Designer oder Mechatronics Concept Designer auf der Seite der Mechnikkonstruktion und TIA Portal auf der Seite der Automatisierungstechnik ist auch die weitere Offenheit von Automation Designer entscheidend. Mechanik-CAD-Daten lassen sich über die MultiCAD-Einbindung von vielen Systemen nutzen. Für weitere SPS-Systeme wie Rockwell ist ebenfalls eine Anbindung möglich, z.B. über die AutomationML-Schnittstelle.

Vorteile von Automation Designer

  • Kürzere Projektdauern und höhere Qualität durch Arbeiten in einer mechatronischen Engineering-Umgebung auch mit weniger Aufwand für das Abstimmen von Änderungen
  • Höhere Engineering-Effizienz und -Konsistenz sowie weniger Fehler durch vollständig integrierte Daten zwischen Elektrotechnik und Automatisierung
  • Transparenz und Validierung der Engineering-Ergebnisse durch regelbasiertes Engineering erhöht die Reproduzierbarkeit
  • Mechatronische Templates kapseln das Engineering-Wissen und ermöglichen einfache Wiederverwendung
  • Optimierung der Ergebnisse durch Simulation und Validierung anhand des Digitalen Zwillings in der gleichen Engineering-Umgebung
  • Offenheit zur Anbindung von verschiedenen M-CAD und Automatisierungssystemen
  • Reduzierung von IT-Kosten durch Vermeiden oder Ersetzen von Eigenentwicklungen durch Standardfunktionen von Automation Designer

Automation Designer – Mechanik, Elektrik und Automatisierung vereint
Bild: Automation Designer – Mechanik, Elektrik und Automatisierung vereint

Der Digitale Zwilling der Produktion

Mit Automation Designer wird der Digitale Zwilling der Produktion um die Daten der Elektrotechnik und Automatisierung komplettiert. In einer gemeinsamen Umgebung kann nun zusammen mit anderen Modulen wie Line Designer oder Mechatronics Concept Designer das Engineering, die Simulation und die Validierung einer Maschine oder Anlage durchgeführt werden, was die Engineering-Zeiten deutlich verkürzt und die Qualität der Ergebnisse erhöht.

Eplan und Eplan Electric P8 sind eingetragene Marken der Eplan Software & Service GmbH & Co. KG.

Weitere Informationen:

Kontakt-E-Mail