2017 war ein erfolgreiches Jahr für die deutschen Automatisierer.  Die insgesamt sehr positive Entwicklung wird von Bestellungen aus China, USA und Zentraleuropa getrieben.

2017 war ein erfolgreiches Jahr für die deutschen Automatisierer. Die insgesamt sehr positive Entwicklung wird von Bestellungen aus China, USA und Zentraleuropa getrieben. ZVEI/Redaktion IEE

„Ein weiteres gutes Jahr zeichnet sich für die Automationsbranche ab“, sagt Dr. Gunther Kegel, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Automation. Wenn sich die Situation auf dem internationalen politischen Parkett nicht verschärft, rechnet der ZVEI für das Jahr 2018 mit einem Wachstum im höheren einstelligen Bereich für die Automationsbranche. Bereits 2017 war ein erfolgreiches Jahr für die deutschen Automatisierer. Der Branchenumsatz ist um 7,4 % auf 53,9 Milliarden Euro gestiegen. Haupttreiber der sehr positiven Entwicklung sind Bestellungen aus China, USA und Zentraleuropa. Die gute wirtschaftliche Lage wirkt sich auch auf die Zahl derBeschäftigten aus: Der Verband verzeichnete einen Zuwachs um 2,3 % auf knapp 271.000 Mitarbeiter Ende Dezember 2017.

Fachkräftemangel beheben

Auftragseingänge der Automation und einigen Abnehmerbranchen in Deutschland seit 2010

Auftragseingänge der Automation und einigen Abnehmerbranchen in Deutschland seit 2010 ZVEI/Redaktion IEE

Neben der Umsetzung von Industrie 4.0, sind Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel das zentrale Thema für den Verband. Die Arbeitswelt sei im digitalen Wandel. „Die Elektroindustrie braucht künftig noch mehr gut ausgebildete Fachkräfte, um die wir heute schon werben müssen“, sagt Gunther Koschnick, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Automation. Deshalb veranstaltete der ZVEI gemeinsam mit New Automation e.V. in diesem Jahr zum ersten Mal selbst Schülertouren auf der Hannover Messe, um die Begeisterung für Elektrotechnik beim jungen Publikum zu entfachen und den Nachwuchs über Karrierechancen in der Elektroindustrie zu informieren.

Auch Elektroindustrie startet kraftvoll ins Jahr 2018

Deutliche Zuwächse bei Produktion, Umsatz und Auftragseingängen im Januar und Februar lassen die Elektroindustrie optimistisch ins Jahr 2018 blicken, denn die bereits sehr gute Geschäftsentwicklung des vergangenen Rekordjahres haben sich weiter beschleunigt. „Die Elektroindustrie zeigt sich in exzellenter Verfassung, ihre Produkte werden weltweit stark nachgefragt“, betont ZVEI-Präsident Michael Ziesemer. „An unserer eher konservativ formulierten Prognose von drei Prozent realem Produktionswachstum vom Jahresanfang halten wir dennoch fest. Wachsende Handelskonflikte, insbesondere zwischen den USA und China, sind ein unkalkulierbares Risiko für die Weltwirtschaft.“

Furcht vor Handelskonflikt

Die USA und China sind für die deutsche Elektroindustrie die beiden größten Export-Absatzmärkte. Das Elektrohandelsvolumen mit beiden Ländern betrug 2017 zusammengenommen 95 Milliarden Euro und damit knapp die Hälfte des Handelsvolumens mit allen Ländern Europas. „Die potenziellen Auswirkungen eines Handelskriegs können uns nicht kaltlassen“, zeigt sich Ziesemer besorgt. „Unsere Unternehmen würden die Folgen schnell zu spüren bekommen.“ An die Bundesregierung appelliert er, alles daran zu setzen, dass die liberale, regelbasierte Welthandelsordnung aufrechterhalten wird.

2017 stiegen die nominalen Erlöse, die auch Dienstleistungen und Software einschließen, auf einen neuen Höchststand von 192 Milliarden Euro. Für 2018 rechnet der ZVEI mit einer Steigerung um fünf Milliarden auf 197 Milliarden Euro. Die Branche beschäftigt derzeit 872.000 Menschen im Inland. Im vergangenen Jahr wurden 21.000 Arbeitsplätze neu geschaffen.