Wer konvertiert schon gerne aufwendig seine Step7-Programme, wenn er die Hardware wechseln will.

Wer konvertiert schon gerne aufwendig seine Step7-Programme, wenn er die Hardware wechseln will.IBH Softec

Mit der SD-Karte S7-CX315/317 macht die Firma IBH Softec aus der Embedded-PC-Linie CX8000 eine S7-kompatible Steuerung. Dazu wurde das vorhandene Image so modifiziert, dass beim Hochfahren des Industrie-PCs die S7-SPS automatisch startet. Dabei wurde besonderer Wert darauf gelegt, dass der Anwender nichts weiter beachten muss.

Da sich die SD-Karte in Kombination mit einem Beckhoff-IPC der CX8000-Serie wie eine original Simatic-Steuerung verhält, lässt sich neben dem Programm-Tool S7 für Windows auch das vorhandene Programmier-Tool Step 7 verwenden. Aufgrund der Vollremanenz der S7-SPS mit SD-Karte muss sich der Anwender nicht um die explizite Sicherung kritischer Prozessdaten kümmern.

Der integrierte Ethernet-Kommunikationsprozessor (CP) ermöglicht mehrere Kommunikationsarten: Die Kopplung von zwei Steuerungen und die Anbindung von Visualisierungen. Dazu unterstützt die S7-SPS folgende Protokolle:

Mit der SD-Karte wird aus Embedded-PCs von Beckhoff eine S7-kompatible Steuerung.

Mit der SD-Karte wird aus Embedded-PCs von Beckhoff eine S7-kompatible Steuerung.IBh Softec

  • S7-Verbindungen über RFC 1006 (ISO-On-TCP),
  • Send/Receive,
  • Fetch/Write,
  • freie IE-Kommunikation,
  • das IBH-Link-Protokoll sowie
  • den optionalen IBH OPC-Server als Schnittstelle zum Visualisierungs-PC.

Zudem können vorhandene Visualisierungen auf dem integrierten Webserver in der S7-SPS hinterlegt werden. Da die S7-CX315/317 mit der kompletten Bandbreite der CX8000-Serie funktioniert, stehen abhängig vom CPU-Typ neben Ethercat und K-Bus als Kommunikationssysteme, zusätzlich Profibus, CAN­open, RS232/RS485, Profinet RT, Ethernet/IP und Sercos III zur Verfügung. Die Bussysteme werden über den Beckhoff-Systemmanager konfiguriert. Die jeweiligen Symbole können aus dem Step7-Programm übernommen werden.

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Rolf Kiefer, IBH Softec: "Viele Kunden nutzen die Beckhoff-Peripherie in Verbindung mit S7-kompatiblen Soft-SPSen – künftig zusammen mit der Embedded-PC-Linie CX8000."Redaktion IEE

Weiterhin unterstützt die Steuerung auch Modbus-TCP (Master/Slave). Für Anwendungen in der Gebäudeautomatisierung stehen darüber hinaus Anschaltbaugruppen für Bussysteme wie Bacnet/IP, LON, EIB/KNX, MP-Bus sowie Dali zur Verfügung. Hinzu kommt die komplette Bandbreite an I/O-Modulen und Sonderklemmen, die sich ebenfalls in Automatisierungslösungen nutzen lassen. Sonderfunktionen für die Peripherie (ADS-Funktionen) können über Funktionsbausteine aufgerufen werden. Dafür wurden Funktionsbausteine wie ADS Read und ADS Write in S7-kompatibler Form entwickelt.

In Verbindung mit den Twin-Safe-Klemmen können auch Sicherheitsfunktionen mit den S7-CX-SD-Steuerungen realisiert werden. In diesem Fall erfolgen Konfiguration und Programmierung der Sicherheitsfunktionen über den Systemmanager der Firma Beckhoff.

Technik im Detail

S7 im Beckhoff-Gewand

Mit einer bootfähigen SD-Karte erschließt IBH Softec der Step7-­Klientel einen Migrationspfad in die Ethercat-Systemlandschaft mit ­ihrer Vielzahl an Peripheriemodulen und Kommunikationsanbindung. Geschäftsführer Rolf Kiefer erläutert die Hintergründe.

Herr Kiefer, wen sprechen Sie mit ihrer Soft-SPS auf SD-Karte an?
Anwender, die Alternativen zu Siemens Hardware suchen aber Step7-kompatibel bleiben wollen beziehungsweise müssen, da beispielsweise das Gros des Service-Personals auf ­Simatic geschult ist.

Wieso haben Sie die PC-Baureihe von Beckhoff als Plattform gewählt?
Da viele Kunden schon seit Jahren die Beckhoff-Peripherie in Verbindung mit Simatic-Steuerungen nutzen, lag der Schritt nahe, auch Beckhoff-Controller als Steuerungsersatz zu verwenden.

Können Kunden die Komponenten auch über IBH Softec beziehen?
Nein, damit Beckhoff für Anwender der einzige Hardware-Lieferant und Ansprechpartner ist und bleibt, entstand die Idee, die S7-SPS auf einer SD-Karte auszuliefern.

Wie groß ist denn der Preisvorteil?
Durch die kostengünstigen E/A-Baugruppen rechnet sich unsere Lösung für den Anwender bereits bei kleinen Applikationen.

Wie fällt denn der Performance-Vergleich zwischen SD-SPS, einer S7-CPU und einem CX8000 mit Twincat aus?
Hinsichtlich Performance ist unsere SPS mit einer S7-SPS vergleichbar.

Wo setzt ihre S7-SPS auf dem PC-Kern auf? Auf der Echtzeit-Schicht von Twincat?
Da die Embedded-PCs Windows CE nutzen, können wir dessen Echtzeitmechanismen nutzen.

Mit welcher Twincat-Version funktioniert die Soft-SPS?
Zurzeit mit Version 2.1x.

Stefan Kuppinger

ist Chefredakteur der IEE.

(sk)

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