Ausbilder und Lernende in einem Ausbildungszentrum des Automatisierungsexperten Kuka

Den Umgang mit der Robotik kann man bei Herstellern wie Kuka lernen. Eine große Mehrheit vor allem jüngerer Menschen ist aber überzeugt, dass die Wissensvermittlung dazu schon in der Schule beginnen müsste. (Bild: Kuka)

Neue Technologien verändern unsere Arbeitswelt. Aber sind zukünftige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausreichend dafür gerüstet? Die Mehrheit der Deutschen sagt: Nein. Das ergab eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag von Kuka bei rund 2.500 Bundesbürgern ab 18 Jahren.

Analysierte und visualisierte Daten, vernetzte Maschinen und moderne, automatisierte Anlagen helfen dabei, die Produktion effizienter zu machen, Fachkräftemangel zu begegnen und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, gerade in Hochlohnländern, zu sichern. Davon ist auch die Mehrheit der Deutschen überzeugt. So glauben 61,7% der Befragten, dass neue Technologien eine Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland sind.

Das hat nach Ansicht der Befragten auch Auswirkungen auf die kommenden Generationen von Beschäftigten: Demnach glauben 70,6 %, dass Robotik zukünftig einen Einfluss auf den Arbeitsalltag der Beschäftigten in allen Industrien und Branchen haben wird. „Wie werden wir in Zukunft arbeiten und leben? Diese Frage müssen wir uns schon heute stellen“, sagt Peter Mohnen, CEO der Kuka AG. „Künstliche Intelligenz hält stark in unser Alltagsleben Einzug. Immer mehr Menschen werden in den kommenden Jahren mit neuen, digitalen Technologien arbeiten. Robotik wird intuitiver und einfacher zugänglich, das bietet große Chancen – nicht nur für Expertinnen und Experten.“

Aber sind die Talente von morgen auch gut gerüstet für diese neuen Anforderungen? Das sieht die Mehrheit der Deutschen kritisch. 76,7 % glauben, dass Kinder in der Schule nicht ausreichend auf eine Arbeitswelt mit neuen Technologien vorbereitet werden – in der Altersstufe zwischen 18 und 29 Jahren sind es sogar mehr als 95 % der Befragten. Und 56,9% würden es befürworten, wenn in den Lehrplänen aller Schulen in Deutschland ein größerer Fokus auf Technologien wie Robotik oder Künstlicher Intelligenz liegen würde.

Die wesentlichen Ergebnisse der Umfrage in Grafiken:

Mehr als 60 % der Deutschen glauben, dass Technologien wie etwa Robotik eine Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland darstellen.
Mehr als 60 % der Deutschen glauben, dass Technologien wie etwa Robotik eine Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland darstellen. (Bild: Kuka)
Mehr als 70 % glauben sogar, dass Robotik in Zukunft Einfluss auf den Arbeitsalltag in allen Branchen haben wird.
Mehr als 70 % glauben sogar, dass Robotik in Zukunft Einfluss auf den Arbeitsalltag in allen Branchen haben wird. (Bild: Kuka)
Gerade mal 5 % der Befragten sind der Ansicht, dass Kinder in der Schule ausreichend auf eine Arbeitswelt mit fortschrittlichen Technologien vorbereitet werden.
Gerade mal 5 % der Befragten sind der Ansicht, dass Kinder in der Schule ausreichend auf eine Arbeitswelt mit fortschrittlichen Technologien vorbereitet werden. (Bild: Kuka)
Aufgeschlüsselt nach Altersgruppen sind die Zweifel an Vermittlung technischer Grundlagen in der Schule vor allem in der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen stark ausgeprägt.
Aufgeschlüsselt nach Altersgruppen sind die Zweifel an Vermittlung technischer Grundlagen in der Schule vor allem in der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen stark ausgeprägt. (Bild: Kuka)
Auch das allgemeine Interesse an MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Natur-/Ingenieurwissenschaft und Technik) wird laut Meinung von zwei Dritteln der Befragten nicht ausreichend gefördert.
Auch das allgemeine Interesse an MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Natur-/Ingenieurwissenschaft und Technik) wird laut Meinung von zwei Dritteln der Befragten nicht ausreichend gefördert. (Bild: Kuka)

Schon auf der Messe Automatica in München Mitte dieses Jahres hatte Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Robotik + Automation, die schulische Wissensvermittlung in dieser Hinsicht bemängelt: "Die Curricula der Bundesländer sind sehr unterschiedlich, in einigen kommt Technologie als Thema kaum vor". Dabei seien gerade Roboter ein "Iconic Tool", um bei der jungen Generation das Interesse am Thema Automatisierung zu wecken.

Der Autor: Peter Koller

Peter Koller
(Bild: Hüthig)

Gelernter Politik-Journalist, heute News-Junkie, Robotik-Afficionado und Nerd-Versteher. Peter Koller liebt den Technik-Journalismus, weil es das einzige Themengebiet ist, wo wirklich ständig neue Dinge passieren. Treibstoff: Milchschaum mit Koffein, der ihn bei seiner neuen Aufgabe als Chefredakteur der IEE unterstützt.

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