Robotik

Neue Software soll den Einsatz von Robotern schneller, effizienter und einfacher machen. (Bild: Kuka)

Der VDMA Fachverband Robotik und Automation, ideeller Träger der automatica, rechnet für das laufende Jahr mit einem kräftigem Branchenwachstum mit einem Branchenumsatz von 14,7 Mrd. EUR. Als Leitmesse für intelligente Automation und Robotik möchte die Messe automatica Schlüsseltechnologien branchenübergreifend zum konstruktiven und zukunftsweisenden Austausch zusammenbringen. Dazu bietet sie einen Überblick über Entwicklungen, Themen, Innovationen und Lösungen und sorgt für die notwendige Orientierung und Investitionssicherheit in einer Zeit, wo sich die automatisierte zur autonomen Produktion wandelt.

Auf dem Messegelände in München werden sich unter anderem ABB, Denso, Doosan Robotics, Epson, Fanuc, Hanwha, Igus, Kawasaki, Kuka, Omron, Stäubli, Universal Robots, Yamaha sowie Yaskawa präsentieren. In der Montage-/Handhabungstechnik haben Asys, ATS, Bosch Rexroth, Festo, Hahn Group, Manz, Mikron Automation, PIA Automation, Rhein-Nadel-Automation, Schaeffler, Schunk, Stiwa, Teamtechnik Maschinen und Anlagen, Weber Schraubautomaten, Weiss, Zeltwanger, ZVB, Zimmer und viele weitere angemeldet. In der industriellen Bildverarbeitung werden unter anderem Asentics, Basler, Carl Zeiss, Euclid Labs, IDS, Inxpect, ISRA Vision, MVTec, Visual Components und VMT in München ausstellen. Ebenso repräsentativ mit Ausstellern wie Balluff, Beckhoff, Cenit, DLR, Euchner, Fraunhofer, Hiwin, Leantechnik, Leoni, Maxon, Nabtesco, Neugart, Sick, Siemens, Sumitomo oder Wenglor Sensoric werden die Bereiche Sensorik, Steuerungstechnik und Industrielle Kommunikation, Software und Cloud Computing, Sicherheitstechnik, Positioniersysteme, Antriebstechnik, Versorgungstechnik sowie Forschung und Technologie vertreten sein. Aber auch Newcomer nutzen die Messe als Plattform um sich der Branche zu präsentieren.

KI-Anwendung
Wie sich Roboter mit hochperformanten Steuerungen und Bildverarbeitungssystemen für KI-Anwendungen aufrüsten lassen, wird auf der Messe gezeigt. (Bild: Robominds)

Mensch in den Mittelpunkt der Robotik-Entwicklungen

Noch nie gab es ein derart breites Angebot an kollaborativen Robotern. Denn sie sind einfacher zu bedienen denn je. Letzteres gilt auch für Industrieroboter. Hier ermöglicht die No Code Robotik einen nahezu spielerischen Umgang mit Robotern. Diese Entwicklungen verfolgen ein Ziel: die Demokratisierung der Robotik. Künftig soll jedermann Roboter ohne spezielle Kenntnisse bedienen können. Bei den Cobots gelingt das dank einfacher Programmiermöglichkeiten bereits heute. Die problemlose Integration und Bedienung dieser Geräte sind auch wesentliche Gründe für deren Popularität.

Der Markt für diese Spezies wächst derzeit beträchtlich. Allein Branchenprimus Universal Robots hat nach eigener Angabe bereits über 50.000 Cobots in allen möglichen Applikationen im Einsatz. Kim Povlsen, Geschäftsführer des dänischen Unternehmens, bezifferte das Potenzial an Cobots im Gespräch mit dem Handelsblatt auf etwa neun Mio. Einheiten, und sieht die Branche auf dem Weg zu Milliardenumsätzen. Da wundert es nicht, dass viele Hersteller ihre Liebe zum Cobot entdecken. Während die einen ihre Standardroboter durch die Integration zahlreicher Safety-Features für die direkte Mensch-Roboter-Interaktion qualifizieren, setzten andere auf die Entwicklung spezieller Leichtbauroboter.

So zeigt zum Beispiel Fanuc drei neue Cobot-Modelle, die sich durch geringes Gewicht und intuitive Drag-and-Drop-Programmierung auszeichnen. Um die steigende Nachfrage zu erfüllen, will das Unternehmen nicht nur die Produktionskapazitäten hochfahren. Shinichi Tanzawa, CEO von Fanuc Europa, verfolgt ein weiteres Ziel: „Wir wollen der klare Marktführer für Cobots in Europa werden.“ Was die Marktbegleiter von der Idee halten, bleibt abzuwarten. Kuka setzt jedenfalls auf Innovation und präsentiert mit dem LBR iisy einen Cobot, der dank neuem Betriebssystem auch hinsichtlich der Bedienung Maßstäbe setzen soll. Aufstellen, einschalten, loslegen – so ist das Versprechen.

Leichtbauroboter
Dieser Leichtbauroboter aus Kunststoff macht den Einstieg in die Welt der Cobots einfach und preiswert. (Bild: igus)

Ähnliche Versprechung macht ABB. Auch die neuen Cobot Familien Gofa und Swifti sollen einfach zu bedienen sein und sich durch hohe Traglasten und Geschwindigkeiten auszeichnen. „Unser neues Cobot-Portfolio ist das vielseitigste auf dem Markt”, so Sami Atiya, Leiter des ABB Geschäftsbereichs Robotik & Fertigungsautomation. Und Yaskawa? Die Japaner zeigen auf der Messe ihre HC DTP Cobot-Serie unter dem Motto Easy – Smart – Schutzzaunlos. Mit dem neuen Ecosystem bietet der Hersteller eine Vielfalt an bewährten Partner- und Inhouse Plug-and-Play-Produkten, mit denen der Kunde seine Cobot-Zelle modular aufbauen kann.

Aber nicht nur die großen Industrieroboterhersteller können Cobots bauen. Die Anzahl an neuen, jungen oder branchenfremden Herstellern wächst exponentiell und mit ihr die Ideen für unterschiedlichste Cobot-Varianten für alle möglichen Einsatzfälle. So zeigt Igus, bislang vor allem als Hersteller von Energieführungsketten bekannt, den Kunststoff-Cobot Rebel, mit rund zehn kg Gewicht. (Hier geht es zum Interview mit Igus: „Ein 6-Achs-Roboter für 2 500 Euro ist keine Utopie.“) Damit wird die Maschine insbesondere bei einfachen Applikationen zum Einsatz kommen, bei denen sich die Robotik bislang nicht lohnte. Am anderen Ende der Range agiert unter anderem Neura Robotics. Die Schwaben präsentieren mit den Cobots Lara und Maira hochentwickelte Produktionsassistenten mit cleanem Design, Spracherkennung und herausragender Performance.

Barrierefreier Robotikeinstieg

Auch bei den klassischen Industrierobotern steht die Programmierung vor einer kleinen Revolution. Wo immer Anwendungen es erlauben, werden künftig neue Methoden die klassische Hochsprachen-Programmierung substituieren. Dabei geht es nicht nur darum, Neueinsteigern einen barrierefreien Robotikeinstieg zu ermöglichen. Vielmehr lässt sich durch No-Code-Robotics bei vielen Applikationen die Programmierzeit um den Faktor 70 reduzieren. Das verspricht zumindest das junge Unternehmen Wandelbots. Mit seiner Stiftprogrammierung stellt das Dresdener Start-up die Programmierwelt auf den Kopf. Ist beispielsweise eine Schweißbahn zu programmieren, fährt der User diese einfach mit dem sogenannten Trace-Pen ab. Das kann jeder und es ist atemberaubend schnell. Zudem spart es teure Programmierzeit.  Auch Epson präsentiert eine No-Code-Programmierumgebung für Robotikeinsteiger mit wenig oder keiner Fachkenntnis. Damit lassen sich die Vierachs-Roboter des Herstellers schnell und einfach bedienen.

Einen ebenfalls interessanten Weg, um die Roboterprogrammierung exakt den Fähigkeiten der Anwender anzupassen, beschreitet Fruitcore Robotics. Das Konstanzer Unternehmen bietet für seine Horst Roboter jetzt vier Software-Pakete: Starter, Profi, Digital und Premium. Ändern sich die Anforderungen, buchen die Anwender einfach ein anderes Paket. Das schafft maximale Flexibilität und Zukunftssicherheit.

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