GNSS

Das Joint Venture Sapcorda, dem neben Bosch auch Mitsubishi, U-Blox und Geo+++ angehören, nimmt GNSS-Positionierungsdienste in den Fokus. (Bild: Bosch)

GNSS-Empfänger geben Standortdaten aus, die für sich allein genommen keine ermöglichen. Erst die Verrechnung mehrerer nacheinander aufgenommener Positionsdaten erlaubt eine Navigation zu einem Zielort. Das Joint Venture Sapcorda plant international verfügbare, zentimetergenaue GNSS-Positionierungsdienste über Internet- und Satellitenübertragung anzubieten. Für seine GNSS-Positionierungsdienste will Sapcorda, wie Bosch auf Anfrage von all-electronics.de bekanntgab, die sogenannte SSR-Technologie nutzen. SSR steht dabei für „State Space Representation“ und beschreibt eine Technologie, die Referenzpunkte innerhalb eines GNSS-Systems in Echtzeit modelliert – und das laut Unternehmsangaben erstmals einheitlich und flächendeckend. Der Korrekturdaten-Dienst soll in einem offenen Format bereitgestellt werden, öffentlich zugänglich und nicht an Empfänger-Hardware oder -Systeme gebunden sein.

Die sollen hochvolumige Märkte in den Bereichen , Industrie und Konsumgüter bedienen.  Bosch etwa bringt in seine Beteiligung an Sapcorda Automotive Know-how mit ein. Zudem plant Bosch, die präzisen GNSS-Positionierungsdienste für eigene Anwendungen wie das automatisiertes Fahren zu nutzen. Mögliche Anwendungen in der Industrie könnten möglicherweise die Lokalisierung kommerzieller Drohnen oder geografische Anwendungen wie der Landvermessung betreffen. Im Konsumgütermarkt sind etwa Anwendungen für Drohnen für End-Verbraucher oder bei Spielen mit Geo Caching-Anwendungen denkbar.

„Zusammen wollen wir einen GNSS-Positionierungsdienst aufbauen, der die Anforderungen von Positionierungssensoren im Automotive-Bereich umfassend erfüllt“, sagt Jumana Al-Sibai, Mitglied des Bereichsvorstands des Geschäftsbereichs Chassis Systems Control bei Bosch. Nur mit integrierter Sicherheit und der höchstmöglichen Präzision werde man in der Lage sein, automatisiertes Fahren zu verwirklichen. Masamitsu Okamura, Executive Officer, Electronic Systems Group, Mitsubishi Electric, zu den Hintergründen des Engagements seines Unternehmens: „Mitsubishi Electric strebt an, einen grenzenlosen globalen Markt für hochpräzise Positionierungssysteme zu schaffen, der Empfängern ermöglichen wird, Korrekturdaten-Dienste in Echtzeit zu nutzen, die über das Quasi-Zenith Satellite System potentiell auch mit CLAS (Centimeter Level Augmentation Service) der japanischen Regierung interoperabel sein werden.“

(tm)

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