Einen Türgriff sucht man beim E-Schloss vergeblich.

Einen Türgriff sucht man beim E-Schloss vergeblich. (Bild: Kiekert)

Der schlüssellose Zugang in Fahrzeuge durch Systeme wie Keyless-Go ermöglicht bekanntlich durch bloße Berührung einer autorisierten Person das Öffnen ohne Kraftaufwand. Die nächste Stufe ist ein Türstoppsystem, das Hindernisse erkennt und rechtzeitig vor ihnen anhält. So kann die Tür nach dem Aussteigen auch in Hanglage offen bleiben, ohne durch die Schwerkraft wieder zuschnappen. Gleichzeitig erkennt eine Active-Inertia-Latch genannte Lösung mit Hilfe von Sensoren die stark (negativen) Verzögerungen eines Unfalls, um dann nach einem Unfall automatisch die Tür zum Öffnen freizugeben.

Sensorsystem I-Protect

Nähert sich eine autorisierte Handfläche, öffnet sich die Tür. Die im E-Schloss integrierte TCR aktiviert im Notfall ein mechanisches Subsystem, das die Tür öffnet.

Nähert sich eine autorisierte Handfläche, öffnet sich die Tür. Die im E-Schloss integrierte TCR aktiviert im Notfall ein mechanisches Subsystem, das die Tür öffnet. Kiekert

In der I-Protect genannten Lösung von Kiekert stecken ein Sensorsystem zur Umfelderkennung sowie ein Türbremssystem, das beim Öffnen der Tür eine Kollision mit dem Umfeld vermeidet. Das System stoppt die Autotür bei Bedarf vor dem Hindernis. Während das Vorgängermodell nur statische Hindernisse erkennen konnte, nimmt das neue System auch dynamische Hindernisse wie einen Fußgänger oder andere Objekte im Umgebungsradius der Tür wahr, um die Tür dann beim Öffnen kurz vor dem Hindernis abzubremsen. Zudem verhindert es das Zufallen der Fahrzeugtür am Berg; dabei, variiert es die Haltekraft automatisch lageabhängig und ermöglicht eine stufenlose Türfeststellung.

Die im Fahrzeug eingebaute Elektronik wertet das Signal aus und gibt einen Haltebefehl unmittelbar an die Türbremse weiter, sobald sich ein Hindernis in der Nähe der Tür befindet. Der Stoppmechanismus von I-Protect setzt am Fangband der Autotür an und stoppt die Autotür bei Bedarf elektromagnetisch vor dem Hindernis. Dabei nimmt das System nur bei Bewegung und beim Bremsen der Tür Strom auf.

Das E-Schloss

Der E-Schloss-Motor von Kiekert hebt mit stets einheitlicher Geschwindigkeit die Sperrklinke aus.

Der E-Schloss-Motor von Kiekert hebt mit stets einheitlicher Geschwindigkeit die Sperrklinke aus. Kiekert

Zusätzlich zu I-Protect ist im Innovation-Car das E-Schloss genannte Zugangssystem integriert. In seiner neusten Variante verfügt das E-Schloss über eine temporäre Crashredundanz (TCR). TCR sorgt dafür, dass auch bei einem Abfall der Batteriespannungsversorgung oder  nach einer pyrotechnischen Trennung der Batterie ein mechanisches Subsystem aktiviert wird, das eine Rettung von außen zulässt. Die temporäre Crashredundanz agiert unabhängig vom Bordnetz, ist damit nach Angaben von Kiekert „weniger anfällig und ermöglicht redundante mechanische Entriegelungskonzepte, die eine elektronische Redundanz nicht bieten kann“.

Kiekert zufolge ermöglicht das E-Schloss „ein angenehmes und leichtgängiges Türöffnen“. Hierzu hebt der Motor mit stets einheitlicher Geschwindigkeit die Sperrklinke aus. Während das Öffnen eines konventionellen Schlosses einen Türaußengriff mit einem Gesamthub von rund 23 mm erfordert, um genügend Hebelwirkung zu erzeugen, benötigt der Türaußengriff eines E-Schlosses diesen Hub nicht, weil er nur zum Aufziehen dient. Er wird somit subjektiv immer dieselbe haptische Rückmeldung geben. Die einzige variable Größe ist die Türdichtung, die sich abhängig von klimatischen Bedingungen oder Standzeiten unterschiedlich verhalten kann. Die neue Funktionalität des Entriegelns soll zudem akustisch angenehmer sein, denn weil die Sperrklinke bereits ausgehoben ist, leistet allenfalls noch die Türdichtung Widerstand. Das Ausheben per Elektromotor lässt sich daher akustisch optimieren – und zwar genauso wie der Türenbauraum.

 

Das LED-Schloss

Anwendung am Druckknopf der Kindersicherung.

Anwendung am Druckknopf der Kindersicherung. Kiekert

LED-Leuchten sind nun vermehrt im modernen Automobilbau zu finden. So soll das LED-Schloss für mehr Sicherheit sorgen, indem es über den gesamten Öffnungsradius von sich nähernden Zweirad- oder Autofahrern erkannt wird. Während die Türwarnleuchte bei herkömmlichen Sicherheitslösungen bislang ein separates Bauteil in der Seitentürverkleidung darstellt, ist sie in Zukunft eine integrale Komponente des Schließsystems und in jedem Fahrzeug einsetzbar. Durch den Wegfall bisheriger Lichtkomponenten ergibt sich Kiekert zufolge ein Gewichtsvorteil des Seitentürsystems im zweistelligen Grammbereich.

In gleicher Weise ist eine LED auch im Heckschloss verwendbar, das den Kofferraum ausleuchtet und den rückwärtigen Verkehr warnt. Das Schloss mit integrierter LED lässt sich durch Farbwechsel mit zusätzlichen Signalfunktionen ergänzen. So könnte zum Beispiel am Druckknopf der Kindersicherung an den Hecktüren eine aktivierte Sicherung mit grün und eine deaktivierte Sicherung mit rot deutlich den aktuellen Status signalisieren.

Claudia Haggenmiller

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(Bild: Claudia Haggenmiller)
Redakteurin AUTOMOBIL-ELEKTRONIK

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