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| von Peter Hauser

Bild 1: Bereit für die Kommunikation zwischen Arzt und Pflegekraft vor Ort: das Tele-Home-Care-System im Koffer.

Bild 1: Bereit für die Kommunikation zwischen Arzt und Pflegekraft vor Ort: das Tele-Home-Care-System im Koffer.Santox

Der Trend ist ungebrochen: Bei steigenden Patientenzahlen in den Krankenhäusern sinkt gleichzeitig – nicht zuletzt im Sinne günstiger Fallpauschalen – die stationäre Verweildauer. Das bedeutet, dass der häuslichen Nachbetreuung wachsende Bedeutung zukommt. In Verbindung mit der demografischen Entwicklung, durch die zunehmend ältere oder chronisch erkrankte Menschen ebenfalls einer medizinischen Betreuung zu Hause bedürfen, stellt dies das karitative Pflegepersonal vor wachsende Herausforderungen: Letztlich ist es Sache des Arztes, eine Diagnose zu stellen. Auf die Ferne möglich macht dieses das Tele-Home-Care-System, das mittels mobiler Telekommunikation alle entscheidenden Daten dafür übermitteln kann. Für seine Entscheidungsfindung kann der Mediziner diese mit den bereits auf einem Patientenportal gespeicherten Werten abgleichen und auf dieser Basis der Pflegekraft vor Ort entsprechende Anweisungen geben. Manche zusätzliche Fahrt eines Arztes zum Patienten lässt sich so vermeiden, ohne dass die Qualität der Behandlung darunter leidet.

Erfolgskriterium Akzeptanz

Bild 2: Im CAD-Programm  entstand der erste Entwurf für die Platzierung aller Komponenten.

Bild 2: Im CAD-Programm entstand der erste Entwurf für die Platzierung aller Komponenten.Santox

Durchsetzen wird sich das medizintechnische Telemetrieangebot nur, wenn es die – schon jetzt meist unter Zeitdruck zu leistende – Arbeit des Pflegepersonals nicht zusätzlich erschwert. Das bedeutet: Derartige Systeme sollen stabil und einfach bedienbar sein und alles Equipment in einem leichten Geräte-Koffer vereinigen, der zusätzlich zur Kommunikationstechnik auch das medizinische Zubehör, wie zur Blutdruckmessung enthält (Bild 2). Außerdem muss sich schnell und automatisch eine Netzverbindung zur bidirektionalen Kommunikation aufbauen lassen, ohne lange nach einem Platz mit ausreichender Empfangsfeldstärke zu suchen.

Das Tele-Home-Care genannte Modell des Unternehmens Oso erfüllt diese Aufgabenstellung. Nicht unerheblich waren die Anforderungen, die an das Gehäuse-System von Santox sowie an die Konstruktion und Fertigung des inneren und äußeren Ausbaus bestanden.

High-Quality-ABS-Koffer

Auf einen Blick

Ein Koffer voller Bausteine: nicht nur eine Digitalkamera zur bidirektionalen Kommunikation ist vorhanden sondern auch das notwendige medizinische Zubehör. Diese besondere Kombination ermöglicht dem Patienten einen Arztbesuch sozusagen aus der Ferne.

Ein qualitativ hochwertiges Baukastensystem an vakuum-tiefgezogenen ABS-Kunststoffkoffern, das sich auf mobile Anwendungen konzentriert, läuft unter der Typenbezeichnung S6000 bei Santox. Die Gehäuse unterscheiden sich von herkömmlichen Produkten durch die hohe Qualität von Beschlägen, Rahmen und Oberflächen. Das Unternehmen konzentriert sich auf das Verpacken von Elektronik, technischen Systemen sowie anspruchsvollen Präsentations- und Demonstrations-Utensilien. Das Dienstleistungsangebot umfasst die kompletten Varianten – inklusive aller für die Anwendung erforderlichen Zubehörteile und oft auch der beizustellenden Komponenten. Die Aufgabenstellung im vorliegenden Fall lautete: das Finden einer mobilen Gehäuselösung für einen Arzt-Patientendiagnose-Telemetriekoffer.

Blutdruckmessgerät und Videokamera

Ein detailliertes Pflichtenheft ist eher die Ausnahme beim Erstkontakt der Kunden von Santox. Was es jedoch immer gibt, sind klare Vorstellungen, also wie es nachher funktionieren soll. Bei dem Tele-Home-Care-System bestand eine komplette Sammlung der unterschiedlichsten elektronischen, medizinischen und kommunikativen Gerätschaften samt ihrem Zubehör. Sie umfasst:

Bild 3: Das fertige Modell mit Blick auf die medizinischen Geräte. Die Kamera für die Video-Konferenz bleibt dabei frei und aktiv.

Bild 3: Das fertige Modell mit Blick auf die medizinischen Geräte. Die Kamera für die Video-Konferenz bleibt dabei frei und aktiv.Santox

  • den Tablet-PC inklusive Netzteil und 3G-Mobilfunkverbindung über eine nach außen verlegte Antenne. Dies sichert hohe Empfangsfeldstärke, auch unter widrigen Verhältnissen. Neben seinen allgemeinen Steuerungsfunktionen dient das Display auch der Videokonferenz zwischen Arzt und Pflegekraft (Bild 1),
  • die Digitalkamera, die einerseits die Funktion als Webcam für die Videokonferenz übernimmt. Darüber hinaus lässt sie sich, für Detail- und Zoomansichten, per Clipfunktion einfach aus der Design-Frontplatte entnehmen. Dabei bleibt die Kamera über eine ausgeklügelte Kabelführung flexibel mit dem Tablet-PC verbunden. Das ermöglicht die exakte Darstellung aktueller Befunde in Nahaufnahme, beispielsweise den Verlauf der Wundheilung.
  • Den zentralen USB-Hub plus diversen Steckern und Kabeln,
  • und die komplette medizinische Grundausstattung. Dazu zählen Blutdruckmessgerät, Blutzucker-Messsystem, Coagulation Meter, ECG Mobil, Ampullen und Teststreifen (Bild 3).

In makellosem Ärzteweiß

Nach dem Briefinggespräch galt es, alle Komponenten per CAD-Konstruktion zu sortieren und durch das erforderliches Zubehör zu ergänzen: Schalter, Ein- und Ausgangsbuchsen, Zugentlastungen für die Kabel sowie für das Managen der knickfreien Kabelverbindungen zwischen Ober- und Unterschale, stabile Gerätehalterungen, eine Design-Frontplatte mit Lüftungsöffnungen für die dahinter platzierten elektronischen Komponenten, der maßgeschneiderten Formteile für die medizinischen Gerätschaften, einer scharnierten Abdeckung der Unterschale, die gleichzeitig die Trennung zwischen Kommunikationsoberfläche und Zubehör bildet und manches andere mehr.

Bild 4: Kompakt und leicht zu transporieren zeigt sich das Tele-Home-Care-System im Santox-Koffer in makellosem Ärzteweiß.

Bild 4: Kompakt und leicht zu transporieren zeigt sich das Tele-Home-Care-System im Santox-Koffer in makellosem Ärzteweiß.Santox

Der nächste und letzte Schritt bestand in der ästhetischen und ergonomischen Optimierung. Die kratz- und schlagfest beschichteten und UV-stabilen S6000-Koffer lassen sich in jeder beliebigen Farbe fertigen – wobei für diese Anwendung die Wahl auf makelloses Ärzteweiß fiel. Ziel war darüber hinaus, durch kleinstmögliche Abmessungen den leichten Transfer an mehrere Patientenwohnungen pro Tag zu garantieren (Bild 4). Dabei kann der Betrieb vor Ort sowohl über die eingebauten Geräteakkus als auch über ein zentrales Netzkabel zur Versorgung aller Einheiten erfolgen. Letzteres beispielsweise auch am Ende der Visiten zum Wiederaufladung der Batterien.

Mehr als nur ein Koffer

Das Dienstleistungsangebot von Santox umfasst mehr als die Konzeption eines Gehäuses für den mobilen Einsatz. Dazu zählen  mechanische Bearbeitungen auf CNC-5- und CNC-7-Achsen für Bearbeitungszentren, Beschriftung, elektrischen Ausbau, Funktionsprüfung, Rechnerintegration, Beschaffung und Überwachung der Bauteile eines Komplettsystems, 2D- und 3D-Konstruktion mit Exportfunktion, Herstellung von Kunststofftiefziehteilen und von maßgeschneiderten PE-Schaumstoffteilen, Wärmemanagement der Elektronik, maßgeschneiderte Versandverpackung der Gehäusesysteme.

Peter Hauser

war Gründer des Unternehmens Santox-Industriekoffer und ist verantwortlich für Technik und Entwicklung.

(rao)

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