Mercedes-Benz_ElectricSoftwareHub_Sindelfingen

Rund 1100 Expertinnen und Experten aus 19 funktionsübergreifenden Abteilungen arbeiten im Electric Software Hub räumlich eng zusammen. (Bild: Mercedes-Benz)

Um die eigene Position in Sachen elektrisches Fahren und Fahrzeugsoftware zu stärken, hat Mercedes-Benz mehr als 200 Mio. Euro in den Electric Software Hub im Mercedes Technology Center (MTC) in Sindelfingen investiert. Dort sind zahlreiche Funktionen zu Software, Hardware, Systemintegration und Testing unter einem Dach gebündelt. Allein in Sindelfingen entstehen dazu aktuell rund 1000 neue Stellen für Softwareentwicklerinnen und -entwickler. Bis zu 2000 weitere Stellen kommen derzeit im globalen R&D Verbund hinzu. Der Electric Software Hub zeichnet sich durch die intensive Vernetzung der Disziplinen in einem Gebäude aus: Rund 1100 Expertinnen und Experten aus 19 funktionsübergreifenden Abteilungen arbeiten eng zusammen, um den Ausbau digitaler Testverfahren sowie das Tempo und die Qualität der Integrationsprozesse zu beschleunigen.

Das neue Gebäude verfügt über 70.000 Quadratmeter Fläche, verteilt auf acht Ebenen. Im Innern spiegelt sich der gesamte Elektrik-/Elektronik-Integrationsprozess (E/E) der Fahrzeugentwicklung wider. Von oben nach unten, also vom Code zum Produkt, fließen Software und Hardware immer weiter ins Fahrzeug ein, bis sie auf den unteren Flächen in Fahrzeug-Prototypen integriert werden. In dieser Phase findet ein intensiver Austausch mit den weltweiten Fahrzeugwerken statt, um neue Entwicklungen optimal in die Serienproduktion zu überführen.

Virtuelle Fahrzeuge auf digitalen Erprobungsfahrten

In den oberen Stockwerken befinden sich die Softwarecode-Erstellung und die Labore der Vorintegration. Hier prüfen zunächst virtuelle Tests und Simulationen, ob die verschiedenen Softwarekomponenten korrekt miteinander interagieren und die Fahrzeugfunktionen fehlerfrei umsetzen. Mit der sogenannten Hardware-in-the-Loop-Technologie werden zum Beispiel Komponenten und Steuergeräte in einem virtuellen Fahrzeug vollautomatisiert getestet. Auch in sehr frühen Phasen der Softwareentwicklung, also noch bevor die ersten Steuergeräte als Hardware vorliegen, lassen sich über spezifische Simulationsverfahren die Fahrzeugfunktionen testen. Selbst die vollständige Simulation einer Erprobung im Fahrzeug ist im Electric Software Hub durch Digitale Erprobungsfahrten möglich. Dabei wird in einer vollständig simulierten Umwelt ein virtuelles Fahrzeug in gleicher Weise bewegt und getestet wie bei einer realen Fahrerprobung.

Auf Ebene 4 befinden sich die fahrbaren Prototypen. Sogenannte Klausurflächen gruppieren sich um Besprechungsräume. So können die Teams die bei den Tests gewonnenen Daten direkt gemeinsam auswerten. Da das gesamte Gebäude per Glasfaser-Technologie vernetzt ist, lassen sich die enormen Datenmengen der Tests schnell auslesen. Im Gebäude sind zudem die Produktionsstufe und die Anlaufabsicherung voll integriert. Mit der Elektrik-/Elektronik-Inbetriebnahme der Prototypen und einem Reifegrad-Managementsystem unterziehen die Mercedes-Spezialisten den gesamten Entwicklungsprozess einem stetigen Realitätscheck und sichern auch den anschließenden Serien-Produktionsprozess inklusive Prüfanforderungen und -abläufe ab. Die entwicklungsseitigen Vorintegrationen arbeiten hier Hand in Hand mit dem produktionsseitigen Integrationscenter E/E zusammen, von der Komponente bis zum Fahrzeug. Die drei unteren Ebenen sind für Labore, Werkstätten und Prüfstände ausgelegt. Dort lassen sich die globalen Herausforderungen abbilden, denen die Fahrzeuge gewachsen sein müssen. Die Fahrzeug-Prüfstände erlauben Tests bei Temperaturen von -30 bis +50 °C und Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h. Außerdem verfügt der Electric Software Hub über 250 Ladepunkte, die weltweit unterschiedliche Ladestandards wie das besonders schnelle High Power Charging abbilden.

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Mehr als 250 Ladepunkte bilden im Electric Software Hub die weltweit unterschiedlichen Ladestandards ab. (Bild: Mercedes-Benz)

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